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FIT verschenkt Schutzmasken

Unternehmer Carl Fruth unterstützt die Virusbekämpfung. Er verteilt Mundschutz an Bürger aus Parsberg und Lupburg.
Von Markus Rath

Carl Fruth, Vorstandsvorsitzender der FIT AG, hat zusammen mit seinen Mitarbeitern eine Filtermaske entwickelt, die mittels 3D-Druck hergestellt wird.  Fotos: Lisa Kirk
Carl Fruth, Vorstandsvorsitzender der FIT AG, hat zusammen mit seinen Mitarbeitern eine Filtermaske entwickelt, die mittels 3D-Druck hergestellt wird. Fotos: Lisa Kirk

Lupburg.Neben den bereits in Kraft gesetzten Ausgangsbeschränkungen wird zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie vermehrt über eine „Maskenpflicht“ für die gesamte Bevölkerung diskutiert. Die Stadt Jena hat diese bereits eingeführt. Ziel ist dabei anders als bei der medizinischen Ausrüstung nicht der Eigenschutz.

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Mund-Nasen-Masken sind vor allem ein probates Mittel, die Mitmenschen vor einer Virusinfektion durch Anhusten, Niesen oder eine feuchte Aussprache abzuschirmen. Ähnlich wie bei der medizinischen Schutzausrüstung sind diese einfachen Masken aber inzwischen ebenfalls weltweit Mangelware und teilweise nur zu Wucherpreisen zu bekommen.

FIT produziert Ersatzteile mit 3D-Drucker

Vor diesem Hintergrund hat Unternehmer Carl Fruth, Vorstandsvorsitzender der in Lupburg ansässigen FIT AG, beschlossen, mit den verfügbaren Produktionsmitteln seiner Firma einen Beitrag zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie zu leisten.

Die Maske besteht aus zwei Kunststoffkörbchen und Gummibändern. Fotos: Lisa Kirk
Die Maske besteht aus zwei Kunststoffkörbchen und Gummibändern. Fotos: Lisa Kirk

Zum Hintergrund: Die FIT AG zählt zu den international führenden Industriepartnern bei der additiven Fertigung.“ Als Pionier der Branche mit mehr als 25 Jahren Erfahrung entwickelt und produziert das Unternehmen für ein breites Kundenspektrum Prototypen, Produktionshilfsmittel, 3D-gedruckte Ersatzteile oder additiv gefertigte Endbauteile.

Suche nach Alternative

„Auf dieser Grundlage habe ich mich gefragt, welche Alternativen es gibt. Welches Material ist als Ersatz für die nicht erhältlichen Masken überhaupt verfügbar? Was ist besser als Nichts?“ Schnell sei er auf Papiertaschentücher gekommen. Tests hätten ergeben, dass die Filterwirkung nicht schlecht sei, allerdings würden sie viel zu schnell feucht und weich, so Fruth.

„Auch selbst genähte Stoffmasken kamen für mich deshalb nicht in Frage, weil ich sie als unhygienisch und zu warm empfinde.“ Also musste ein Korb her, der das Filtermaterial in Form hält und auch für Abstand zu Mund und Nase sorgt.

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Über erste im 3D-Druck gefertigte Muster, den Test an der eigenen Tochter und dreizehn verschiedenen Modellversionen sei inzwischen eine einfache und hygienische Mund-Nasen-Maske (keine FFP-Schutzklasse) entstanden. Der speziellen Filterträger (FiT) könne mit nahezu jedem Filtermaterial zu einer Notbehelfsmaske kombiniert werden. Gleichzeitig hat die FIT AG bereits entsprechende Werkzeuge für den Spritzguss produziert, so dass die Produktion der Masken nach oben hin skaliert werden kann.

Nur Filtermaterial austauschen

FIT-Pressesprecherin Elisabeth Bauer erklärt die Vorteile gegenüber einer Stoffmaske. Dieser liege in der Konstruktion. Es handelt sich um zwei größenverstellbare Kunststoffkörbchen, zwischen die ein Filtermaterial, etwa ein Taschentuch oder spezielles Vlies, eingelegt wird. Gegenüber einer genähten Do-It-Yourself-Mund-Nasen-Maske habe der Filterträger gewisse Vorteile. Bei Durchfeuchtung durch die Atemluft müsse lediglich das Filtermaterial ausgetauscht werden und nicht die ganze Stoffmaske. Der Kunststoff lasse sich bei jedem Filtertausch leicht desinfizieren und stehe damit sofort wieder zur Verfügung, müsse also nicht den Prozess des Waschens, Trocknens und gegebenenfalls Bügelns durchlaufen.

Aufbau der Maske

  • Bauteile:

    Benötigt werden zwei Kunststoffkörbchen, zwei Gummibänder (beides im Set enthalten) und ein Filtermaterial. Geeignet sind Papiertaschentücher, Toiletten oder Küchenpapier, Baumwoll-, Leinen- oder Seidentücher, antibakterielle Kissenbezüge oder das Flies des Staubsaugerbeutels.

  • Vorteil:

    Filtermaterial kann einfach ausgetauscht werden. Der Kunststoff selbst ist desinfizierbar, spülmaschinenfest und kann im Backofen bis zu 80 Grad erhitzt werden.

Die neu entwickelten Filterträger, die inzwischen auch über die Internetseite verkauft werden, können alle interessierten Bürger aus Lupburg und Parsberg am 15. April kostenlos bei der FIT AG erhalten. Bauer: „Das Unternehmen richtet an seinem Standort Am Grohberg 1 in Lupburg von 9 bis 16 einen Drive-in-Schalter ein, an dem jeder Autofahrer bis zu drei Filterträger für sich und Angehörige holen kann.

Fruth propagiert Zusammenhalt

Zudem steht auf der Homepage eine STL-Datei einer einfachen Version ohne Verstellmöglichkeiten kostenlos für diejenigen zur Verfügung, die über eine entsprechende SLS-Ausstattung verfügen. „In Zeiten der Krise muss man zusammenhalten. Wir tun mit den uns gegebenen Mitteln alles gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Corona-Pandemie“, begründet Fruth seine Initiative.

Gerade als Lupburger sei es ihm ein Herzensanliegen, einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, damit sich möglichst wenig Menschen in seinen Heimatgemeinden anstecken. Sein Wunsch: „Bleiben Sie bitte alle gesund.“

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