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Kommunalwahl

Freie bieten „stärkste Liste jemals“ an

Die Neumarkter UPW-Spitze ist sich in dieser Hinsicht sicher. Der Frauenanteil beträgt 25 Prozent. Löhner ist kein Thema.
Von Lothar Röhrl

OB Thumann (hinter dem Schild in der Mitte neben Neuzugang Diana Windmeisser) führt die Stadtratsliste der Freien/UPW/FW an. Foto: Röhrl
OB Thumann (hinter dem Schild in der Mitte neben Neuzugang Diana Windmeisser) führt die Stadtratsliste der Freien/UPW/FW an. Foto: Röhrl

Neumarkt.Den Superlativ des Abends steuerte Sebastian Schauer bei: „Das ist die stärkste Liste, die wir jemals präsentiert haben.“ So bezeichnete der Vorsitzende des Neumarkter Ortsverbandes der unabhängigen parteifreien Wähler/Freie Wähler Neumarkts die Aufstellung von 40 Namen, mit der diese Gruppierung in die Wahl zum nächsten Neumarkter Stadtrat gehen wird. Bei der Nominierungsversammlung am Freitagabend im Johanneszentrum lüftete Schauer zusammen mit Martin Meier, dem Vorsitzenden der UPW/FW-Fraktion im Stadtrat, das Geheimnis. Darauf dürften nicht nur die Freunde dieser Gruppierung gewartet haben. Für Schauer ist die Stadtratsliste eine bunte Mischung aus etablierten Politikern und Newcomern; für Martin Meier die Umsetzung eines von ihm gegebenen Versprechens auf Erneuerung.

Martin Meier freute sich vor allem darüber, dass der Anteil an Frauen, die in den Stadtrat wollten, auf der UPW/FW-Liste 25 Prozent betrage. Denn unter den 40 Kandidaten befinden sich auch elf Frauen. Zudem sei das Ziel erreicht worden, eine starke Vertretung von Menschen zu schaffen, die zwischen 30 und 50 Jahre alt sind. Auch sonst sah er seine Gruppierung im Aufwind. Allein heuer seien bislang 26 Menschen in den Neumarkter Ortsverband eingetreten. Ihm sei gesagt worden, dass es den Neumitgliedern gefalle, wie sachlich und seriös die meisten Protagonisten der Neumarkter Organisation auftreten würden. Aber auch jene, die gerne einmal Kante zeigen würden, seien Bestandteil des Ortsvereins.

DATEV-Chefin mit dabei

Zur neuen Liste merkte Sebastian Schauer an, dass immerhin zehn aktuelle Stadträte weitermachen würden. Nur Ruth Dorner, Wolfgang Knychalla und Dr. Ekkehard Geist treten nicht mehr an. Bei der Vorstellung der neuen Liste freute sich Martin Meier über einige besonders. So über die Dame, die den dritten Platz einnimmt: Diana Windmeisser ist als „Chief Financial Officer“ Mitglied im Vorstand der DATEV. Bei diesem Unternehmen sind zahlreiche Neumarkter beschäftigt. Einmal im Jahr feiert es groß in Neumarkt sein firmeninternes Sommerfest. Mit den „Hooters“ war dazu eine weltweit bekannte Pop-Band schon eingeladen. Meier freute sich auch, dass Michael Fischer der Sohn des ehemaligen CSU-Stadtrats nun Flagge auf der UPW-Liste zeigen würde. Diese wird mit der 27-jährigen Stefanie Haubner sowie mit dem 77 Jahre alten Rudolf Bayerl altersmäßig abgerundet. Nicht dabei ist Albert Löhner. Zu dieser Personalie merkte Martin Meier auf Nachfrage der Mittelbayerischen an: „Diese Frage hat sich bei uns nicht gestellt.“ Damit deutet sich nach der Nichtberücksichtigung des amtierenden Bürgermeisters schon bei der CSU das politische Karriereende von Löhner an.

Vor allem Fraktionsvorsitzender Martin Meier feilte an der Liste. Foto: Röhrl
Vor allem Fraktionsvorsitzender Martin Meier feilte an der Liste. Foto: Röhrl

Alle 58 Wahlberechtigten stimmten für die hauptsächlich von Martin Meier zusammengestellte Stadtratsliste. Meier wird von Platz zwei aus ins Rennen gehen. Sebastian Schauer, der seit einer Woche auch Landratskandidat für die Freien ist, geht als Viertplazierter ins Rennen um seinen erstmaligen Einzug in den Stadtrat. Wichtiger war Schauer, dass die Freien Wähler/UPW/FW – wie sie sich bei der Kommunalwahl nennen werden – an dritter Reihe auf dem Wahlzettel der Stadtratswahl geführt werden. Platz eins nehmen übrigens die CSU und Rang zwei die Grünen/Bündnis 90 ein.

Ortsvorsitzender Sebastian Schauer warb für die Liste, weil die darauf platzierten Kandidaten Kompetenz aus ihren Berufen und Qualifikation mitbrächten. Zudem seien diese unter anderem in Vereinen verwurzelt. Sie brächten somit ein Netzwerk mit. Als Ziele der Freien Wähler/UPW/FW Neumarkt formulierte Schauer unter anderem, Neumarkt als Hochschulstandort zu etablieren sowie die Stadt für Familien lebenswert zu machen.

Schauer versprach, dass seine Gruppierung zur Realisierung ihrer Ziele die sachliche und seriöse Linie nicht verlassen wolle. Daher seien als moderat geltende, bekannte Persönlichkeiten Neumarkts mit der Bitte um eine Kandidatur angesprochen worden.

OB preist Haushalt an

Schauers weitere Aussage, dass die Stadt Neumarkt die Handschrift der UPW trage, teilte Oberbürgermeister Thomas Thumann in seinem Grußwort. Er nutzte die Gelegenheit zudem für die Information, dass 2019 für die Stadtfinanzen das mit Abstand beste Jahr in der Geschichte Neumarkts gewesen sei. Die Unternehmen hätten nicht nur „einen Schnaps“, sondern „eine ganze Ecke“ draufgelegt. Auch für 2020 zeichne sich in Neumarkt ein neuer Rekordhaushalt ab. Und das in einer Zeit, in der viele andere Kommunen in eine Degression rutschten.

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