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Kommunalpolitik

Freie Wähler wollen Schauer als Landrat

Eigentlich ging es nur um die Neumarkter Kreistagsliste, dann teilte die Kreisspitze mit, wen sie als Kandidaten will.
Von Lothar Röhrl

Landratskandidat Sebastian Schauer (hinter dem Partei-Emblem) führt die Kreistagsliste der Freien Wähler im Kreis Neumarkt an.  Foto: Lothar Röhrl
Landratskandidat Sebastian Schauer (hinter dem Partei-Emblem) führt die Kreistagsliste der Freien Wähler im Kreis Neumarkt an. Foto: Lothar Röhrl

Neumarkt-.Mit Sebastian Schauer als ihren Kandidaten wollen Freie Wähler/UPW am 15. März in die Wahl zum nächsten Neumarkter Landrat ziehen. Mit dieser Ankündigung überraschte am Freitag Kreisvorsitzender Günter Müller alle, die zur Aufstellung der Liste der Freien Wähler/UPW bei der nächsten Kreistagswahl gekommen waren. Nur eine Woche, nachdem er selbst den Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei einer Landratswahl erklärt hatte, präsentierte Müller das Ergebnis einer Empfehlung der Kreisspitze. Sie lief auf den 35-jährigen Neumarkter hinaus. Dieser kann bisher nur seine Funktion als Neumarkter Ortsvorsitzender in die politische Waagschale werfen.

Schauer soll voraussichtlich am 8. Dezeber bei einer eigens deswegen angesetzten Versammlung der Kreisvereinigung nominiert werden. Den Freien Wählern trat Schauer 2012 bei. Schon im September 2018 war er als Neumarkter Ortsvorsitzender gewählt worden. Für Kreischef Günter Müller ist der verheiratete Vater eines Sohnes im Kleinkindalter ein idealer Kandidat für das Amt des Neumarkter Landrats.

Eintreten für Benachteiligte

Als Leiter der Jura-Werkstätten und als Vorsitzender der Freiwilligen Agentur Neumarkt (FAN) verkörpere Sebastian Schauer das Eintreten für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Damit entspreche Schauer dem, was sich auch die Freien vorgenommen hätten. Gerade in der heutigen Politik sei das ein richtiges Signal.

Damit überstrahlte die Bekanntgabe der Festlegung auf einen Landratskandidaten das Aufstellen der 60 Personen umfassenden Kandidatenliste der Freien Wähler für die nächste Kreistagswahl. 27 Wahlberechtigte waren deshalb am Freitag ins Heim der Schützengesellschaft 1433 Neumarkt gekommen. Die 60 Namen stehen für den Querschnitt, mit dem die Freien Wähler im Landkreis Neumarkt organisiert sind. Weiße Flecken gibt es dabei zwar nicht, mit lediglich je einem Kandidaten sind die Ortsvereine Pilsach und Hohenfels auf der Liste vertreten. Die meisten kommen aus Neumarkt, Parsberg und Freystadt. Diese Kandidatenliste stelle damit nach den Worten von Günter Müller einen „sehr guten Mixed“ dar. Für Freie Wähler sei keiner zu jung oder zu alt.

Kreischef Günter Müller (2. v. r.) dankte Sebastian Schauer auch im Namen seiner „Vize“ Sieglinde Hollweck (r.) und Thomas Thumann (l.). Foto: Röhrl
Kreischef Günter Müller (2. v. r.) dankte Sebastian Schauer auch im Namen seiner „Vize“ Sieglinde Hollweck (r.) und Thomas Thumann (l.). Foto: Röhrl

Auf spektakuläre Weise wurde die vom Kreisvorstand für diese Versammlung erarbeitete Liste aber noch verändert. Nach der Vorstellung der Kandidaten beantragte der auf Platz 51 gesetzte Pyrbaum Stefan Zeltner die Streichung von Alois Dürr. Der an diesem Abend nicht anwesende Seubersdorfer – er wurde auf Platz 55 geführt – sollte damit die Quittung bekommen, dass er bei Veranstaltungen der Freien Wähler nicht dabei sei. Dies erkannte auch Peter Betz aus Seubersdorf, der auf Rang zehn geführt wird, an. Er gab aber zu Bedenken, dass Dürr bei der Kreistagswahl 2014 stark von Rang 52 aus nach vorne ins 16-köpfige Aufgebot der Fraktion gewählt worden war. Statt Dürr sollte Günther Auerbach aus dem Ortsverband Seubersdorf den Platz 55 einnehmen.

Plötzlich eine Zerreißprobe

Dieser Antrag wurde nur knapp mit 14:12 Stimmen angenommen. Das knappe Resultat war nur eine Minute später vergessen. Zu 100 Prozent wurde die veränderte und damit endgültige Liste angenommen.

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