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Glaube

Frieden finden in einer „krassen Zeit“

Zum Jubiläum der Freien evangelischen Gemeinde in Neumarkt machte deren Präses Mut. Die Weihnachtsbotschaft Mitten im Herbst.
Von Eva Gaupp

Präses Ansgar Hörsting ist der höchste Vertreter des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland. Er hielt die Festpredigt am Sonntag.  Foto: Eva Gaupp
Präses Ansgar Hörsting ist der höchste Vertreter des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland. Er hielt die Festpredigt am Sonntag. Foto: Eva Gaupp

Neumarkt.Ansgar Hörsting ist nicht unbedingt ein typischer Theologe, wie man ihn sich für die Festpredigt einer Kirchengemeinde vorstellt. Anstatt staatstragend zu deklamieren, spielte der Präses des Bunds Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland mit Bildern und Ironie, setzte gezielt provokative Fragen und interagierte gekonnt mit seinen Zuhörern. Ein hervorragender Rhetoriker, der mit Leichtigkeit und Leidenschaft die Botschaft Jesu vermittelte und dabei gleichzeitig Gemeindegliedern wie Gästen einen Auftrag erteilte: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen!“.

Vertrauen in Gott finden

Denn die Worte, die Christen aus der Weihnachtsgeschichte kennen, sei der zentrale Kern einer lebendigen Gemeinde. Auch wenn es im Jahre 2019 vielleicht etwas seltsam anmute, Gott zu ehren. „Was ist das eigentlich? Braucht das irgendjemand? Hat er das nötig?“ Rhetorische Fragen, die der 54-Jährige in seiner Ansprache zum, 40.Geburtstag der FeG in Neumarkt mit Beispielen aus dem Alltag beantwortete. In einer „krassen Zeit“ politischer Unruhen, Klimaveränderungen und gesellschaftlichen Wandels entlaste es den Einzelnen, wenn er sein Leben in die Hände von jemandem lege, der so viel größer ist als man selbst.

Fast müsse man das Bibelzitat „Alle Lande sind seiner Ehre voll“ umschreiben in „Alle Lande sind voll von Problemen“. Nicht aber der Mensch sei die letzte Instanz, sondern Gott. „Das ist eine befreiende Botschaft in dieser Zeit“, sagte Hörsting. Zumal die Menschen nicht auf jede Frage der Zeit eine Antwort fänden.

Weihnachtsbotschaft als Kern

Jesus sei in die Welt gekommen, um diese zu retten. Damit hänge der zweite Teil der Weihnachtsbotschaft zusammen: „Da, wo Menschen Gott ehren, finden sie Frieden – mit Gott, dem Nächsten und mit sich selbst.“ Das brauchten die Menschen, danach sehnten sie sich. Deshalb dürfe man bei aller Dringlichkeit dennoch nicht nur auf die kranken Bäume sehen, wenn es um den Klimawandel gehe. „Es gibt auch gesunde Bäume.“ Jesus sei gekommen, um Gott und die Menschen wieder zusammenzuführen. Und diesen Frieden gelte es, in die Welt hinauszutragen.

Lesen Sie hier ein Porträt der Freien evangelischen Gemeinde in Neumarkt:

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Da von der Stadtverwaltung kein Vertreter hatte kommen können, sprach nur der Vorsitzende der Evangelischen Allianz Neumarkt, Pastor Johannes Lehnert, von der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Hofen ein Grußwort. Er gratulierte der Schwesterkirche und unterstrich die Gemeinsamkeiten. „Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, über Gott zu sprechen“, sagte der Prediger. Deshalb solle nicht über Lehrsätze und Befindlichkeiten diskutiert werden.

Mit dem Festgottesdienst sowie einem Festvortrag samt Fotoschau zur Erinnerung an 40 Jahre FeG in Neumarkt am Nachmittag endete am Sonntag die Festwoche zum Jubiläum. Pastor Ulrich Wosylus bedankte sich bei allen Unterstützern, die unter anderem mit ihm zusammen eine Chronik verfasst hatten, und freute sich über den guten Besuch der Veranstaltungen, die ihn persönlich sehr berührt hätten.

Dr. Michael Schmiedel, Brigitte und Jürgen Helm sowie Thomas Franz gestalteten den Lobpreis-Teil des Festgottesdienstes. Foto: Gaupp
Dr. Michael Schmiedel, Brigitte und Jürgen Helm sowie Thomas Franz gestalteten den Lobpreis-Teil des Festgottesdienstes. Foto: Gaupp

Annemarie Aures, die zusammen mit dem Pastor den Festgottesdienst gestaltete, ging auf die besondere Stimmung dieses Jubiläums ein, das wie ein Geburtstag mit Menschen gefeiert werde, die einem nahe seien, weil sie eine gemeinsame Wegstrecke zurückgelegt haben. Mit einem besonderen Lobpreisteil sowie feierlicher Musik an Klavier und Saxofon begleiteten Musiker der Gemeinde diesen Festgottesdienst.

Zum Jubiläum werden auch Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche angeboten:

Termine

  • Kindererlebnistag:

    Zu KECK sind alle Kinder zwischen sieben und elf Jahren in den Klostersaal des Evangelischen Zentrums eingeladen. Das Programm dauert am 19. Oktober von 9 bis 15.30 Uhr. Es gibt Spiele, Theater, Lieder und Abenteuer mit Keck in Ägypten.

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