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Frischer Wind im Marktrat in Pyrbaum

Sechs neue Räte wurden vereidigt. Bürgermeister Michael Langner hofft auf eine unparteiische, unabhängige Zusammenarbeit.
Von Heike Regnet

  • Stephanie Jaspers, Daniel Schuler, Felix Kühn, Tina Kipferler, Jan Kittler und Regina Lindner (v. li.) sind neu im Gemeinderat in Pyrbaum. Foto: Regnet
  • Neu im Amt: 2. Bürgermeister Roland Lehmeier, 1. Bürgermeister Michael Langner und 3. Bürgermeister Bernd Glas (v. li.) Foto: Regnet

Pyrbaum. Vieles hat sich für die Marktgemeinde Pyrbaum mit der Kommunalwahl geändert. Michael Langner (CSU) ist Nachfolger von Bürgermeister Guido Belzl, der nicht mehr kandidiert hatte. Neu im Amt sind auch die beiden Stellvertreter Roland Lehmeier (SPD) und Bernd Glas (CSU). Zudem ist zu den bislang sechs Gruppierungen mit der Linken eine neue Partei in den Gemeinderat eingezogen.

Ein herausforderndes Erbe

„Das Erbe, das ich antrete, ist herausfordernd“, stellte Bürgermeister Langner zu Beginn der Sitzung fest. Sein Dank galt Guido Belzl, der unter den Zuschauern weilte, sowie den ausgeschiedenen Gemeinderäten. Ein offizieller Abschied werde folgen, sobald es die Rahmenbedingungen wieder zuließen, betonte Langner.

Bei der Übergabe der Amtsgeschäfte habe er von Belzl auch ein Pixibuch zu den Aufgaben einer Gemeinde und der eines Bürgermeisters erhalten. Dieser ist Leiter der Gemeindeverwaltung und vertrete die Gemeinde nach außen. „Für mich und meine Familie wird es sicher eine Umstellung“, sagte Langner. Eine Phase des gegenseitigen Kennenlernens werde sicher nötig sein, doch sehe er den künftigen Aufgaben zuversichtlich entgegen. Als Bürgermeister werde er die Beschlüsse vorbereiten, die Entscheidungen aber treffe der Gemeinderat.

„Wir stehen vor enormen Aufgaben“, so Langner weiter. Pflichtaufgaben seien die Generalsanierung der Schule Pyrbaum, der Bau des Feuerwehrhauses in Seligenporten und die Sanierung von Straßen-, Kanal- und Wassernetz. Weitere Themen sind unter anderem das Klosterbaueranwesen, die Anlage des TSV Pyrbaum und seniorengerechte Wohnungen. „Das alles wird sicher ein personeller und finanzieller Kraftakt werden“, betonte Langner. Den gewählten Markträten gratulierte er und wünschte sich für die kommenden sechs Jahre eine unabhängige und unparteiische Zusammenarbeit im Gremium. Dies sei Voraussetzung, „um die vor uns liegenden Aufgaben zu bewältigen“.

Legislaturperiode 2020 bis 2026

  • Bürgermeister:

    1. Bürgermeister Michael Langner (CSU), 2. Bürgermeister Roland Lehmeier (SPD) – gewählt mit 13 Stimmen, 3. Bürgermeister Bernd Glas (CSU) – gewählt mit 13 Stimmen

  • Markträte:

    CSU: Stephan Müller, Gerd Kärgelein, Jan Kittler, Tina Kipferler, Bernd Glas, Regina Lindner und Xaver Pfister; FW-Pyrbaum: Stefan Zeltner, Monika Schmidt, Günter Fischer und Felix Kühn; SPD: Roland Lehmeier, Tanja Fiederer und Dirk Lippmann; Grüne: Monika Werft und Stephanie Jaspers; CFW: Karl Meyer und Gerhard Meyer; FW-Schwarzach: Reinhard Wild; Die Linke: Daniel Schuler

  • Gemeinderatssitzungen:

    Sitzungstermine sind in der dritten Woche eines Monats mit wechselnden Wochentagen. Nächste Gemeinderatssitzung ist am Dienstag, 19. Mai, um 19 Uhr in der Schulturnhalle. Laut Geschäftsordnung sollen Sitzungen nicht länger als 21.30 Uhr dauern.

Spannend wurde es nach der Vereidigung der sechs neuen Marktratsmitglieder bei der Wahl der Stellvertreter Langners. Als 2. Bürgermeister wurden Gerhard Meyer (CFW) und Roland Lehmeier (SPD) vorgeschlagen. In geheimer Abstimmung fielen acht Stimmen auf Meyer und 13 auf Lehmeier. Zum 3. Bürgermeister stellten sich Stephanie Jaspers (Grüne), Bernd Glas (CSU) und Günter Fischer (FW-Pyrbaum) zur Wahl. Gerhard Meyer verneinte seine Kandidatur, als er vorgeschlagen wurde. Drei der 21 Stimmen erhielt Jaspers, fünf Fischer und 13 Bernd Glas. Einstimmig wurden die drei Bürgermeister im Anschluss zudem als Heiratsstandesbeamte bestellt.

Zur ersten Diskussion kam es bei den Ausschussgrößen. Bislang bestanden Haupt- und Finanzausschuss, Bau- und Umweltausschuss sowie Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport aus je zehn Mitgliedern plus Bürgermeister, der Rechnungsprüfungsausschuss aus vier Mitgliedern, der wegen Corona neu gebildete Ferienausschuss, der künftig Sonderausschuss heißen wird, aus fünf Mitgliedern plus Bürgermeister. Langner informierte, dass bei den Vorbesprechungen zur Sitzung eine Verkleinerung der drei großen Ausschüsse von zehn auf sechs oder acht Mitglieder angeregt wurde, um effizienter arbeiten zu können.

Größe der Ausschüsse bleibt

Dirk Lippmann, Reinhard Wild und Stephan Müller plädierten, es bei zehn Mitgliedern zu belassen. Stefan Zeltner forderte vehement die Verkleinerung auf acht Sitze. Zudem sollte der Befugnisrahmen im Bauausschuss von 150 000 Euro auf 250 000 Euro erhöht werden. 15 Räte stimmten für die Beibehaltung der bisherigen Ausschussgrößen, sechs waren dagegen.

Weit gingen die Meinungen zur Erhöhung der Sitzungsgelder auseinander. „In der momentanen Situation ist eine Erhöhung nach außen nicht zu vertreten“, betonte Zeltner. Auch Daniel Schuler und Monika Schmidt sahen darin ein „falsches Signal“. Gerhard Meyer und Bernd Glas waren für die Erhöhung. Statt 35 Euro pro Monat soll es künftig 40 Euro pauschal geben. Hinzu kommen wie bisher 40 Euro pro Sitzung, 35 Euro pro Vorbesprechung und 100 Euro pro Fraktionsmitglied pro Jahr. Mit zwölf zu neun Stimmen wurde dem zugestimmt.

Festgelegt wurde die Geschäftsordnung. Mit 18:3 Stimmen wurde der Befugnisrahmen im Bauausschuss auf 250 000 Euro erhöht. Der Bauausschuss soll einmal im Monat stattfinden. Mit 1:20 Stimmen wurde der Antrag Langners abgelehnt, Niederschriften über nichtöffentliche Sitzungen nurmehr in ausgedruckter Form an die Räte weiterzugeben.

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