MyMz
Anzeige

Natur

Frischzellenkur für Bienen

Der Imker Xaver Fruth setzt bei seinen Völkern auf effektive Mikroorganismen. Er hat damit beste Erfahrungen gemacht.
Von Christine Riel-Sommer

  • Xaver Fruth bei der Verteilung von effektiven Mikroorganismen am Anflugloch, dem Bienenteich und der Umgebung des Bienenhauses. Fotos: Riel-Sommer
  • Gelb markiert ist die Königin, das bedeutet sie ist im Jahr 2017 geschlüpft. Um sie herum ist gut sichtbar ihr Hofstaat zu sehen, der sie füttert und bewacht. Fotos: Riel-Sommer

Wilfertshofen.„Mein Schwiegervater war Imker und ich bin es nun seit 37 Jahren“, lacht Xaver Fruth, während er gerade mit einem Zerstäuber verdünnte effektive Mikroorganismen verteilt. Er benetzt damit das Einflugloch der Bienen und die Umgebung seines Bienenhauses. In der Nähe von Wilfertshofen ist sein – von ihm ordnungsgemäß mit Name, Adresse und Telefonnummer beschriftetes – Bienenhaus. Das Holzgebäude fügt sich in ein kleines Waldstück ein und die Vormittagssonne scheint direkt auf die Einfluglöcher. Optimal für die Insekten und bezüglich des Nahrungsangebots gibt es auch keine Probleme: „Auf diesem hier anrainenden Acker baut mein Bruder Raps an. So haben die Bienen es nicht weit, wenn die Blüte beginnt“, erklärt seine Frau Traudl das baldige Trachtangebot.

Alle Völker haben überlebt

Xaver Fruth dokumentiert seine Aktivitäten am Bienenstock genau, z. B. wiegt er den Stock im Herbst um festzustellen ob das Futter für das Bienenvolk über den Winter reicht. Fotos: Riel-Sommer
Xaver Fruth dokumentiert seine Aktivitäten am Bienenstock genau, z. B. wiegt er den Stock im Herbst um festzustellen ob das Futter für das Bienenvolk über den Winter reicht. Fotos: Riel-Sommer

Sie schmunzelt: „Als Kind waren die Bienen nicht immer nur eine Freude, denn wir hatten sie samt Einflugschneise direkt in unserem Garten in Wilfertshofen am Hof. Dabei wollten wir dort eigentlich lieber spielen und die vor dem Bienenloch befindlichen Erdbeeren essen.“ Die Leidenschaft für die staatenbildenden Insekten ereilte ihren heute 74-jährigen Gatten über Umwege. Nach dem Tod seines Schwiegervaters überlegte Xaver Fruth erst ein Jahr und begann dann mit der Imkerei. „Es war ja alles da. Zuerst habe ich Kästen übernommen und dann selbst welche nach dem System der Erlangener Magazinbeute gebaut,“ erklärt er die Wahl seiner Bienenwohnungen. Mit 19 Bienenvölkern ging er heuer in den Winter. „Alle überlebten, aber drei recht schwache Völker habe ich vor dem Bienenhaus ins Gras gekehrt. Die verteilten sich dann auf die anderen Völker“, so seine bemerkenswerte Bilanz.

„Seit meine Schwägerin vor acht Jahren bei Bioverum in Neumarkt anfing, nutze ich spezielle effektive Mikroorganismen (EM) für Bienen“, erklärt er sein Tun mit der Sprühpumpe und verteilt noch ein paar Spritzer in den Trinkteich der Insekten, welcher sich neben dem Bienenhaus befindet.

Hannelore Bogner ist überzeugt von der Wirksamkeit von Produkten mit Effektiven Mikroorganismen. Diese produzieren Antioxidantien und neutralisieren so freie Radikale. Fotos: Riel-Sommer
Hannelore Bogner ist überzeugt von der Wirksamkeit von Produkten mit Effektiven Mikroorganismen. Diese produzieren Antioxidantien und neutralisieren so freie Radikale. Fotos: Riel-Sommer

Was Mikroorganismen sind, erklärt seine Schwägerin Hannelore Bogner: „Das Konzept wurde in den 80iger Jahren bekannt gemacht.“ Hier wird die These vertreten, dass im Boden zwischen positiven (aufbauenden/regenerativen/fermentaktiven), negativen (abbauenden/degenerativen, fäulnisbildenden) sowie opportunistischen (neutralen) Mikroben unterschieden werden könne. Nach dem Dominanzprinzip könne, in einem Milieu bei dem regenerative Mikroorganismen vorherrschen die neutralen Organismen dem positiven Aufbauprozess folgen und Fäulnis verhindern.

„Mein Schwager gibt den Bienen ein – extra für Bienen zugelassenes – probiotisches Fermentprodukt,“ erklärt die 55-jährige Ernährungsberaterin. Was Fermentierung bedeutet, erläutert sie umgehend: Mit Fermentierung (lat. fermentum: Sauerteig) bezeichne man die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Bakterien-, Pilz- oder Zellkulturen oder aber den Zusatz von Enzymen (Fermenten). „Das beste Beispiel für Fermentation ist die Herstellung von Sauerkraut. Hier wird aus Vitamin-C armen Weißkohl eine Vitamin-C-reiche Nahrung hergestellt. Das bewirken fermentaktive Bakterien, in diesem Fall vor allem Milchsäurekulturen, „betont die Hauswirtschaftsleiterin und zertifizierte EM-Beraterin. Effektive Mikroorganismen produzieren Antioxidantien und seien daher in der Lage freie Radikale zu neutralisieren.

Bienen sind ruhiger und vitaler

Fleißig haben die Bienen schon in den Waben schon Honig eingetragen – hier ist auch die Keramikscheibe zur energetischen Unterstützung sichtbar.Fotos: Riel-Sommer
Fleißig haben die Bienen schon in den Waben schon Honig eingetragen – hier ist auch die Keramikscheibe zur energetischen Unterstützung sichtbar.Fotos: Riel-Sommer

„Ich habe den Eindruck, die Bienen sind ruhiger und vitaler. Und wenn ich einen Pumpstoß beim Öffnen in den Bienenstock gebe, reißen sich die Tiere regelrecht darum und verkriechen sich, um alles aufzunehmen“, so Xaver Fruth. „Die Bienen fühlen sich bei einem leicht säuerlicherem PH-Wert wohl, während die Varroamilbe dieses Klima nicht so mag“, fügt Hannelore Bogner hinzu. Die Unterstützung auf Milchsäurebakterienbasis und mit Hefen stärke den Mitteldarm der Insekten und damit das Immunsystem. So könne sich die Biene für ihr Volk vollständig einbringen, weil sie weniger mit Krankheiten beschäftigt sei.

Die Entwicklungen seiner Bienenstöcke dokumentiert der Lauterhofener schriftlich. In Klarsichtfolien sind sie auf dem zugehörigen Bienenstock angebracht. Xaver Fruth ist sich sicher: Beim Aufsitzen am Anflugloch und in der Umgebung des Bienenhauses, beim Trinken am Bienenteich kommen die Bienen mit den effektiven Mikroorganismen in Kontakt und verteilen diese so automatisch im ganzen Stock. „Ich habe den Eindruck, die Bienen sind gestärkt in ihren Abwehrkräften“, fasst er zusammen. Und deswegen legt er den Insekten auch Keramik-Scheiben zur energetischen Unterstützung in den Bienenkasten. „Denn, wenn die Bienen ein starkes Immunsystem haben, schleppen sie schon mal grundsätzlich weniger Krankheiten durch Viren, Bakterien oder Pilze ein“, betont der Imker.

Lesen Sie mehr:
Mehr Nachrichten aus der Region Neumarkt finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht