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Konzertreihe

Fünf Musiker boten elf Instrumente auf

Izabella Effenberg lud bei der Eröffnung des Jazz-Weekends zu einem entschleunigten Hörerlebnis ein.
Von Lothar Röhrl

  • Izsabella Effenberg am Klangwunder einer Arrey Mbira. Foto: Röhrl
  • Gleich mit vier Klöppeln bespielte Izabella Effenberg das Vibrafon.

Neumarkt.Jazzer aus Polen und aus Dresden – aus dem Osten halt. Sie verkörperten heuer das Motto des Jazz-Weekends im Gewölbekeller der Residenz. Programmmacher Wolfgang Fuchs hatte ein Paket geschnürt, das jede Jazz-Vorliebe bediente. Entschleunigt-impressionistisch, energieladen-improvisatorisch und atmosphärisch-dicht: So kennzeichneten sich die drei Konzerte am Freitag- und Samstagabend sowie am Sonntagvormittag.

Schon das Auftaktkonzert am Freitag stand für die spezielle Art, welches dieses Festival auszeichnet. Ganz nahe als Zuhörer dran an den Musikern, dank der Raumakustik kaum eine Verstärkung der Töne nötig und ein mit viel Detailliebe darum-herum durch den Verein der Freunde der städtischen Musikschule gebotenes Catering. Das waren auch dieses Mal die Gründe für Jazz-Freunde, das Angebot zu nutzen.

Ebenso spektakulär: Izabella Effenberg brachte eine Glas-Harfe, die auch Engel-Orgel genannt wird, zum Klingen.  Foto: Röhrl
Ebenso spektakulär: Izabella Effenberg brachte eine Glas-Harfe, die auch Engel-Orgel genannt wird, zum Klingen. Foto: Röhrl

„Impressionen“ war das Eröffnungskonzert betitelt. Vibrafon-As Izabella Effenberg aus Polen hatte ihre Stammbesetzung an Begleitern mit in den Gewölbekeller gebracht. So ihren Ehemann Norbert Emminger, der gleich drei blas- und holzinstrumentale Schätze (Bariton- und Sopransaxofon sowie Bassklarinette) spielte. Mit dabei am Piano und an einem Synthesizer war Jochen Pfister – sowie als klangliches Pendant zu Effenbergs Vibrafon passend der Harfenist (auch Saxofonist) Anton Mangold.

Die „Chefin“ selbst erwies sich auch als Experimentalistin. Sie präsentierte mit einer „Engel-Orgel“ genannten Glas-Harfe (30 mundgeblasene, nicht mit Wasser gefüllte cognacschwenker-ähnliche Gebilde) ein spannendes Klangerlebnis. Das stand gar noch akustisch und vor allem optisch im Schatten eines elektronischen Gerätes: Array Mbira. Array wie die Firma eines innovativen amerikanischen Instrumentebastlers heißt. Mbira ist der Name für ein Tasteninstrument, das optisch an ein Stachelschwein erinnert und wie ein mittelalterliches Spinett klingt. 150 Lammellen aus Metall, von Effenberg angeschlagen wie ein Glockenspiel, erzeugten seltene Töne.

Yumi Ito (l.) verwandelte ihre Stimme beim Scat-Gesang in ein Begleitinstrument.  Foto: Röhrl
Yumi Ito (l.) verwandelte ihre Stimme beim Scat-Gesang in ein Begleitinstrument. Foto: Röhrl

Für das elfte Instrument an diesem Abend sorgte die Stimme von Yumi Ito, einer deutsch-japanischen Sängerin. Die multilinguale Künstlerin sei für sie eine „Herzschwester“, sagte Izabella Effenberg. Mit dem für Jazz typischen Scat-Gesang begleitete Ito das Spiel der Vibrafon-Virtuosin Effenberg in einer sphärischen Weise.

Wer an diesem Abend zuhörte, sah sich an Bilder aus der „Impressionismus“ genannten Malrichtung erinnert. Das ist jene Phase der Malerei aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als vorwiegend französische Maler wie Claude Monet und Auguste Renoir die Reflexion des Lichtes und die Spektralfarben betonten.

Zuhören und dabei Bilder im Kopf entstehen lassen: Die Fantasie bekam ordentlich Nahrung an diesem Freitag im Gewölbekeller der Residenz. Ein ebenso entschleunigender wie erfüllender Abend war das für die rund 50 Gekommenen.

Rund um Jazz

  • Klangraum:

    So heißt die Veranstaltungsreihe, die zusätzlich zum Jazz-Festival noch in der Residenz (Gewölbekeller und Festsaal) bis einschließlich 17. April stattfinden wird.

  • Nächste Termine

    in der Residenz sind am 9. November (15 Uhr) das Gastspiel des Kinder-Mitmach-Theaters Lila Lindwurm und am 29. November (20 Uhr) das Konzert mit den Blues-Musikern Tommy Gedon und Wolfgang Bernreuther.

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