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Füracker: „Wir sollten durchschnaufen“

Finanzminister Albert Füracker blickte beim Gespräch in Pyrbaum vorsichtig optimistisch in die Zukunft.
Von Heike Regnet

Finanzminister Albert Füracker (Mitte) und Landrat Willibald Gailler (2.v.li.) informierten sich in Pyrbaum.
Finanzminister Albert Füracker (Mitte) und Landrat Willibald Gailler (2.v.li.) informierten sich in Pyrbaum. Foto: Regnet

Pyrbaum.In den nächsten Wochen wird Finanzminister Albert Füracker in den Gemeinden im Landkreis zu Gast sein, um mit Kommunalpolitikern vor Ort ins Gespräch zu kommen. Auftakt war am Freitag in Pyrbaum.

Ein idyllisches Ambiente

Im idyllischen Ambiente des Schlossgrabens hieß Bürgermeister Michael Langner Finanzminister und Landrat willkommen. Der Zeitpunkt sei passend, denn es stünden große Projekte an, die ohne Zuschüsse nicht möglich seien. Stichworte waren die Grundschulsanierung für rund 17 Millionen Euro oder auch die Sanierung der Wasserversorgung und das drohende Ende der RZWas-Förderung 2021.

Interview

Füracker: Für Krise fehlt ein Lehrbuch

Der Finanzminister ist ein wehrhafter Oberpfälzer. Pfeile treffen den SPD-Mann Olaf Scholz, aber auch den Rechnungshof.

Corona habe die politische Arbeit so stark verändert, wie es sich niemand vorstellen konnte, sagte Füracker. Medizinisch habe man die Krise in Bayern gut gehändelt, „aber wir wussten von Anfang an, dass es für die Wirtschaft ein großes Problem wird.“ Nicht alle Branchen seien gleich betroffen. Nun hoffe man auf baldige Normalität.

Verschwörungstheoretikern erteilte Füracker eine klare Absage. Bei allen Entscheidungen gehe es um das Wohl der Menschen. Nun gelte es, auch wirtschaftlich wieder voranzukommen. Steuerliche Erleichterungen und Soforthilfen waren erste Schritte. Die ausfallende Gewerbesteuer würden Freistaat und Bund zu je 50 Prozent übernehmen. Alle Förderprogramme bleiben bestehen, über die sicher notwendige RZWas werde der Landtag entscheiden. Wie es 2021/22 weitergehe, sei schwer zu sagen. „Wir sollten jetzt durchschnaufen und auf Sicht fahren“, sagte Füracker. Ohne Neuverschuldung gehe es nicht, aber man dürfe nicht zu schwarz sehen. Den Firmen empfahl er, alle finanziellen Hilfen wahrzunehmen.

Zitate der Redner

  • Landrat Willibald Gailler:

    „Der Landkreis Neumarkt ist glimpflich davongekommen. Das Klinikum hat die Krise gut gemeistert.“

Landrat Gailler zog für den wirtschaftlich gut aufgestellten Landkreis eine positive Bilanz, appellierte aber, sich auch weiterhin streng an geltende Regeln zu halten. Es habe sich bewährt, dass man in guten Zeiten streng gewirtschaftet habe. „Dann kann man sich auch in schwierigen Zeiten gut bewegen“, so Gailler. „Wir haben die Basis, diese schwere Zeit zu bewältigen.“

Xaver Pfister fragte zur Gastronomie nach. Füracker konnte hier wenig Hoffnung auf massive Lockerungen machen. „Wir haben einen Heidenrespekt vor dem, was passieren könnte. Wir bleiben auf einem vorsichtigen Kurs.“ Nachgefragt wurde zur Neuverschuldung. „Der wirtschaftliche Schaden ist da“, sagte Füracker. „Das wir uns jetzt mit Schulden behelfen, ist nicht schön, aber notwendig.“ Sorge bereite sicher auch die Geldmenge, die nun auf den Markt komme. Tanja Fiederer verwies auf Homeschooling und Kinder. „Die Schule war für uns ein Martyrium in der Handhabe“, sagte Füracker. „Im Bereich digitale Schule müssen wir besser werden.“ Sein Dank galt an erster Stelle den Eltern, die in der Krise Großartiges geleistet hätten.

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