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Fürths kreative Herberge für Künstler

In der Herberge von Ulrike Irrgang finden Musiker, Maler & Co. Inspiration und ein lauschiges Plätzchen für die Nacht.
Von Nikolas Pelke

Ulrike Irrgang im Innenhof ihrer Bogenhof-Künstler-Herberge
Ulrike Irrgang im Innenhof ihrer Bogenhof-Künstler-Herberge Foto: Nikolas Pelke/Nikolas Pelke

Fürth.Fürth Traumhaft schön und herrlich versteckt: Die Künstler-Herberge von Ulrike Irrgang ist nicht leicht zu finden. Hinter dem Alten Jüdischen Friedhof will das Refugium für kreative Köpfe in Fürth stattdessen von Besuchern entdeckt werden. Mit dem „Bogenhof“ hat Ulrike Irrgang für „Umherirrende, Fußreisende, Kunstnarren, Schatzsucher und Schlafbedürftige“ vor über zehn Jahren einen malerische Unterschlupf geschaffen.

Es schadet nicht, glücklich zu sein

Dass es nicht schaden kann, glücklich zu sein, steht schon am Eingang mit Kreide auf einer Schiefertafel in großen Lettern geschrieben. Auf dem roten Briefkasten wechseln sich die Namen ständig ab. „Im Moment wohnen ein Akkordeonist und ein Maler hier“, sagt Irrgang und zeigt auf den roten Briefkasten mit den aktuellen Namen der Herbergsbewohner.

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Hinter dem bunten Gartentor präsentiert sich der Garten der Künstler-Oase in seiner wilden Pracht. „Hier treffen sich die Bogenhof-Bewohner“, sagt Irrgang und zeigt auf einen kleinen Platz mit Feuerschale. Über drei kleine Stufen geht es zum Haupthaus der Herberge. „Das ist das alte Handwerkerhaus“, erzählt Irrgang und erinnert sich an den Anfang der Bogenhof-Geschichte zurück.

„Die Fotos habe ich beim Sanieren entdeckt“, berichtet Irrgang im Treppenhaus neben der grünen Eingangstür und zeigt auf alte Bilder an der Wand. Peu-à-peu sei aus dem verfallenen Anwesen ein kleines Paradies entstanden. „Erst habe ich in der kleinen Hütte gewohnt. Dann bin ich hier ins Handwerkerhaus eingezogen, wo jetzt ein Maler wohnt“, sagt Irrgang, während besagter Maler Reinhard Schlüter wie auf Kommando die Wohnungstür öffnet und zu einem kleinen Rundgang durch seine temporäre Künstlerklause einlädt.

Seit drei Jahren ein Gast

„Ich bin jetzt schon seit drei Jahren hier“, erzählt der Maler und berichtet, dass er im nächsten Jahr eine große Ausstellung mit 25 Werken aus seiner Bogenhof-Periode im Fürther Stadttheater plane. „Schön ist hier, dass sich im Bogenhof sehr viele unterschiedliche Künstler treffen. Dadurch ergibt sich immer ein schöner geistig-seelischer Austausch“, findet Schlüter und Irrgang nickt. „Wir nehmen zum Beispiel immer sehr viele Schauspieler vom Stadttheater auf.“ Mit einer Kommune oder einer Wohngemeinschaft habe der Bogenhof nichts zu tun. In der Künstler-Herberge könne jeder für sich bleiben und die Tür nach dem Motto „Alles kann, nichts muss“ hinter sich zumachen.

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„Man geht in den Hof hinaus und freut sich, dass man den Anderen trifft“, beschreibt Reinhard Schlüter das Bogenhof-Wohngefühl. Manche bleiben ein paar Wochen, andere ein paar Jahre. Die Preise sind ausgesprochen künstlerfreundlich. Wer mal kein Geld hat, kann auch mit kleinen Kunstwerken seine Rechnung begleichen. Der Akkordeonist habe beispielsweise versprochen, ein Lied für die Leiterin der Herberge komponieren zu wollen. Nach dem Schuppen und dem Haupthaus hat Irrgang erneut den blauen Arbeitsanzug übergezogen und das Seitengebäude mit Atelier und Werkstatt gebaut. „Gerade mache ich den Gewölbekeller fertig.“ Dort sollen nach der Corona-Krise kleine Konzerte stattfinden.

„Der Bogenhof ist niemals fertig.“

Ulrike Irrgang

„Der Bogenhof ist niemals fertig“, ist sich die gelernte Designerin sicher. Leben würde schließlich Wandel bedeuten. „Auch ich bin nur ein Gast dieses Hauses“, philosophiert Irrgang weiter und schwärmt von Joseph Beuys, der wie sie am Niederrhein geboren worden sei. „Das hier ist meine Soziale Plastik“, sagt Irrgang in Anlehnung an ihr großes Vorbild. „Der Bogenhof ist ein Geben und Nehmen.“

Über die Herberge hole sich Irrgang die Welt praktisch zu sich nach Hause. Dadurch würden nicht nur ständig neue Kontakte entstehen. Auch neue Projekte und Ideen würden so am laufenden Band das Licht der Welt erblicken. Auf diese Weise sei sie selbst in Fürth gestrandet und habe die Idee vom Bogenhof geboren. Die Herberge sei wie eine kleine Insel, auf der Inspiration und Muße groß geschrieben wird. „Davon haben am Ende alle etwas“, ist sich Irrgang sicher.

Weitere Nachrichten aus der Region können Sie hier nachlesen.

Der Bogenhof

  • Ort: In einem alten Handwerkerhaus in der Fürther Bogenstraße direkt beim Alten Jüdischen Friedhof ist ein kleines Kultur- und Kunstquartier mit Kräutergarten und privater Künstlerherberge entstanden.

  • Netz: Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.der-bogenhof.de.

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