MyMz
Anzeige

Gemeinde

Funkloch soll endlich verschwinden

Das geplante Baugebiet in Zell hat eine weitere Hürde genommen. Die Firma Vodafone will das Ottmaringer Tal abdecken.
von Johann Grad

Die Firma Vodafone will oberhalb des Freibades einen Mobilfunkmast aufstellen zur Netzabdeckung von Töging, Ottmaring und Mallerstetten. Foto: Grad
Die Firma Vodafone will oberhalb des Freibades einen Mobilfunkmast aufstellen zur Netzabdeckung von Töging, Ottmaring und Mallerstetten. Foto: Grad

Dietfurt. Für das geplante Baugebiet „Zell-Süd“ wurde der Bebauungsplan bereits öffentlich ausgelegt. Der Stadtrat hat nun Einwände und Stellungnahmen von privater Seite und von den Trägern öffentlicher Belange behandelt. Sie wurden von Jochen Krind von der EBB vorgetragen.

Viele Fachstellen waren mit der vorgelegten Planung einverstanden, gegen einige Einwände regte sich Widerstand. So sollten in Privatgärten Kiesflächen nur bis zu einer Fläche von zehn Quadratmeter möglich sein.

Karl Ferstl (CSU) sprach sich entschieden gegen Vorschriften aus, in denen geregelt wird, wie Privatgärten zu gestalten sind. Karl Böhm (FW) erinnerte an das Volksbegehren „Rettet die Bienen“, bei dem seiner Meinung nach „die Bauern drangsaliert wurden“. Er wollte das Verbot von solchen Steingärten in den Vorgaben sehen, wie man es in einer Sitzung schon beschlossen hatte. Bürgermeisterin Carolin Braun fragte, wer das kontrollieren solle. Ilse Werner (CSU) wollte ebenfalls keine Gängelung und keine Verordnung. Mit einer Stimme Mehrheit wurde der Vorschlag abgelehnt, es gibt also keine Beschränkung.

Der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Neumarkt, übte Kritik an dem beschleunigten Verfahren für den Bebauungsplan, wie es laut Baugesetzbuch möglich ist. Danach braucht es keine Umweltprüfung. Es wurde angezweifelt, dass auf dem Areal kein Artenschwund eintritt. Der Bund Naturschutz forderte die Stadt auf, freiwillig die Umweltprüfung machen zu lassen. Er behält sich vor, eine solche Prüfung zu verlangen. Bürgermeisterin Braun sieht dafür keine Veranlassung, denn es handele sich um einen Acker und keine blühende Wiese. Einstimmig hielt das Gremium die Umweltprüfung für nicht notwendig.

Drei Meter sind zu schmal

Die Tennet bleibt mit der neuen 380 KV-Leitung laut der Vorschriften weit genug von der neuen Siedlung entfernt. Eine kurze Stichstraße mit drei Metern Breite sei zu schmal für einen Rettungswagen und das Müllauto, so das Landratsamt Neumarkt. Andreas Porschert (CWU) legte einen Alternativplan vor. Der sei auch später noch machbar, so Braun. Oberamtsrat Ernst Dietlmeier erinnerte daran, dass dann das ganze Verfahren noch einmal aufgerollt werden müsse.

Fast alle schüttelten ihren Kopf, weil das Gesundheitsamt auf mögliche Geruchsbelästigung hinwies und dazu aufforderte, Abfallbehälter erst am Abholtag hinauszustellen. Das Tiefbauamt schlug vor, die Einfahrt in die Kreisstraße als Einbahnstraße zu bauen. Ansonsten bräuchte man eine Abbiegespur auf der Kreisstraße.

Von privater Seite wurde befürchtet, dass bei Starkregen ihrem Grundstück Wasser aus den Nachbargrundstücken drohe. Allgemein gelte die Regel, so Bürgermeisterin Braun, dass ein Neubau so zu gestalten ist, dass Grundstück anderer nicht von Wasser betroffen werden. Johann Gietl (FW) wollte dies schärfer in den Bestimmungen sehen. Karl Ferstl (CSU) wies darauf hin, dass Wasser in die vorgeschrieben Zisternen leiten ist und im Bedarfsfall durch den Überlauf in die Straßenentwässerung fließen kann. Ilse Werner (CSU) verlangte entschieden, die Entwässerung der Bauplätze sorgfältiger zu planen. Im Bebauungsplan sei das nicht eingearbeitet. Bei einer Gegenstimme wurde der Einwand eines Anliegers nicht anerkannt.

In Töging, Ottmaring und Mallerstetten soll es endlich ein gutes Funknetz geben, wofür die Firma Vodafone einen geeigneten Standort für einen 30 Meter hohen Mobilfunkmast sucht, so Ernst Dietlmeier. Ein Platz bei der Schleuse scheiterte wegen möglicher Beeinträchtigung des Funkverkehrs mit den Schiffen und die Tennet will auf den alten Strommasten wegen statischer Probleme keinen Masten aufsetzen lassen.

30 Meter Masthöhe reichen aus

Oberhalb des Freibades tut sich eine Möglichkeit auf, die 30 Meter Masthöhe reicht aus. Johannes Seelus (FW) schlug dagegen vor, auf dem Wildensteiner Berg eine Antenne zu installieren. Dann wäre zusätzlich in Mühlbach, Wildenstein und in Eutenhofen guter Empfang möglich.

Braun brachte gesundheitliche Bedenken vor und war gegen das staatliche Förderprogramm. Sie schlug dann dennoch vor, laut Vorlage abzustimmen und bei Vodafone die Alternative Wildensteiner Berg vorzubringen. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Kurz & knapp

Personalie: Dr. Matthias Haslbauer wurde zum stellvertretenden Verbandsrat der Wassergruppe Jachenhausen bestellt.

Tourismus: Statt als Gebietsausschuss soll der Naturpark Altmühltal die touristische Arbeit in neuer Rechtsform fortsetzen.

Spielplatz: Am Sonntag, 2. Juni 2019, wird in Ottmaring der neue Spielplatz gesegnet.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht