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KULTUR

Futter für die Leseratten

Musik und Gesang, ein Spritzer Humor, spannende Lektüre und ein Saal voller Zuhörer –  das war der Parsberger Bücherabend.
Von Günter Treiber

Buchhändlerin Anna-Maria Wegerer (2.v.r.) verstand es einmal mehr, einen interessanten Leseabend auf die Beine zu stellen.  Foto: Günter Treiber
Buchhändlerin Anna-Maria Wegerer (2.v.r.) verstand es einmal mehr, einen interessanten Leseabend auf die Beine zu stellen. Foto: Günter Treiber

PARSBERG.Der Buchfink-Bücherabend war einmal mehr das Highlight im „Parsberger Herbst“ – und das nicht nur für Leseratten. Es war der elfte dieser Art in Folge. Was es Neues auf dem Büchermarkt gibt, wurde von Oliver Buhl vorgestellt, er ist in Parsberg längst kein Unbekannter mehr. Er hatte seinen Freund Wolfgang Otto Schwarz mitgebracht, der ihn bei der Vorstellung unterstützt hat.

Immer wieder gern gesehen und gehört ist „Saitenwexl“, die Gitarren-Formation Martin Höchbauer und Michael Prokisch sowie Sopran-Sängerin Miriam Heck. Auch wenn die beiden Gitarristen meinten, endlich einmal mit ihrem Gelaber aufzuhören, so hatten sie nicht mit dem Publikum gerechnet, das genau das hören wollte.

Die Begrüßung durch Anna-Maria Wegerer – sie hört allerdings lieber auf „Marianne“ – war kurz wie immer: „Es ist schön, dass ihr alle da seid“. Nun, das „Alle“ hieß, dass der Burgsaal vollbesetzt war. Die erste Stuhlreihe rückt alle Jahre um einige Zentimeter näher an die Bühne.

Frauen im Mittelpunkt

„Es ist ein spannendes Büchlein geworden“, stellte Oliver Buhl den Erstling von Ursula März vor: „Tante Martl“. Die Autorin hat „Tante Martl“ zur Hauptfigur ihres Buchs gemacht und erzählt mit Empathie von ihrer Patentante, eine Geschichte über die Generation vor der Emanzipation, vor der weiblichen Freiheit in den 50er Jahren.

„Mein Leben mir Martha“ - diesmal berichtete Buhl über eine dementkranke Frau, die in Martina Bergmanns Roman die Protagonistin ist. Zwei alte Menschen und eine junge Person leben zusammen. Der alte Mann stirbt, die alte und die junge Frau bleiben übrig und denken sich nichts dabei. Es ist aber nicht so einfach, wie sie beide meinen, denn die alte Frau ist dement.

Über ein Buch erzählen zu können und damit Neugier und Spannung zu erzeugen, das gelang sowohl Buhl, als auch Wolfgang Otto Schwarz, was der immer wieder aufbrandende Beifall bestätigt. Spannung konnten aber auch die drei Musiker erzeugen. Zwei brillant aufspielende Gitarristen, die erst kürzlich bewiesen haben, dass man mit zwei Gitarren einen ganzen Konzertabend meistern kann.

Und wenn dann Miriam Heck dazukommt, kennt der Jubel keine Grenzen mehr. Ihr Song „I‘m so happy“ führte auch gleich zu Schwarz mit seiner Romanvorstellung „Im Licht der Zeit“ von Edgar Rai.

Marlene Dietrich im Fokus

„Alle Welt“, so Wolfgang Schwarz, „redet nur noch vom Tonfilm, der in Amerika längst die Kino-Paläste erobert hat. Deutschland aber droht den Anschluss zu verlieren“. Ein Buch über den Wandel vom Stumm – zum Tonfilm und dabei das Leben in diesem Umbruch von Marlene Dietrich.

Na endlich, auch Krimis gab es. Buhl hatte „Messer“ im Gepäck, ein Roman von Jo Nesbo aus Norwegen. Es ist der zwölfte Band der Harry Hole-Reihe, aber, wie Buhl erklärte, durchaus ein abgeschlossener Roman. Wolfgang Schwarz konterte gleich mit zwei Ray Celestins. Beginnen sollte man mit „Höllenjazz“ und „Todesblues“.

Noch mehr Bücher

  • Fiktive Literatur:

    „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood“. Desfred, eine Magd, die ein Kind für eine unfruchtbare Frau austragen soll.

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