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Freizeit

Gaudi mit Purzelbäumen statt Abtanzen

Junge Mistelbacher sorgen für Aufsehen. Bei Neumarkts Volksfest zeichnen sich schon Trends bei der Musik und der Kleidung ab.
Von Lothar Röhrl

Mal nicht beim Purzelbäume-machen, sondern nur beim Blödeln erwischt: die Neumarkt-Freunde aus Mistelbach. Fotos: Lothar Röhrl
Mal nicht beim Purzelbäume-machen, sondern nur beim Blödeln erwischt: die Neumarkt-Freunde aus Mistelbach. Fotos: Lothar Röhrl

Neumarkt.„Tanzen vor der Bühne? Langweilig! Dort ziehen wir eine eigene Show auf!“ – gesagt, getan. Und so kam es, dass am Freitagabend die „Neumarkt-Freunde“ aus Mistelbach vor der Bühne in der Großen Halle Bocksprünge und Purzelbäume hinlegten. Freilich: In Sachen Verrücktsein war das schon der Gipfel in den ersten Festtagen. Diese zeigten, wie es bei Musik und Bekleidung weitergehen könnte.

Natürlich wurden sie wieder mal in die Luft gelassen: die „99 Luftballons“ von Nena. Um 23.28 Uhr war es am Freitag in der Großen Jurahalle so weit, dass das schon seit vielen Jahren wohl am meisten beim Neumarkter Fest zu hörende Lied von der Pirker Blechmusi gespielt wurde.

Notizen vom Juravolksfest

  • Ständchen:

    Teilnehmer der Internationalen Musikakademie (derzeit in Neumarkt) schmetterten ihrem Berliner Sängerfreund Dennis Chmelensky (auf der Bühne) ein hochklassiges „Happy Birthday“. Dennis durfte an seinem 24. als Überraschungsgeschenk dazu dirigieren.

  • Spektakulär:

    So sah der „Engel“ Laura Wehner aus. Die hübsche Frontfrau der Band Klostergold befestigte sich Flügel an den Rücken und trat damit zum Lied „Engel“ auf. Das Original stammt von der deutschen Band Rammstein.

  • Ansehnlich:

    Globig sahen in den letzten Jahren die Hindernisse aus, die jenen im Weg stehen sollten, die mit einem Fahrzeug etwas Böses mit den Festbesuchern im Sinn hätten. Um das Ganze noch ansehnlicher zu machen, heuerte die MZ vier Seligenportnerinnen als Models an.

  • Zwölfer-Bob:

    In einen echten Bob passen maximal vier Mann. Vor der Bühne der Großen Halle legten sich am Samstag bei dem von den D‘ Reichenkirchnern gespielten „Bobfahrer“-Lied von Willy Michl bis zu zwölf Menschen in die Kurven. (lr)

Altes Journey-Lied top-aktuell

Die eigentliche Überraschung für den etwas ins Alter gekommenen Musikkenner war ein anderes Lied: „Don‘t stop believing“. Das Original stammt von der US-Rockband Journey und ist schon stolze 38 Jahre alt. Dass dieses wunderbare Gitarren-Rock-Stück heutzutage einen weiteren Musik-Frühling erlebt, liegt an der bei Teenagern beliebten Musical Serie „Glee“. Die amerikanische Kritikerin Kara Wright hatte „Don’t stop believing“ mit dem phänomenalen Keyboard-Intro einmal als „Wohlfühl-Song mit einer positiven Botschaft und einer unvergesslichen Melodie“ bezeichnet. Damit ist es also ideal für ein Volksfest, wie es die Neumarkter und ihre Gäste gerne mögen.

Bilder vom ersten Volksfestwochenende sehen Sie hier

Neumarkt: Das war das erste Volksfest-Wochenende

Im Vergleich dazu kommt die Musik der deutschen Formation „Rammstein“ – wie es schon der Name vermuten lässt – wie Dampfhammer rüber. Vielleicht gerade deshalb sind Titel wie „Engel“ so beliebt bei jungen Leuten zwischen 15 und 30. Das zeigte sich am Freitag in der Kleinen Halle. Zeitlich parallel zur Pirker Blechmusi – von den 21 Musikern sind allein zwölf im ‚Gebläse‘ tätig – gaben sich Klostergold aus Seligenporten wieder einmal an einem ersten Festtag die Ehre. Die fünf Herren und ihre Frontfrau Laura Wehner schafften es, die „Kleine“ bis weit in den späten Abend hinein voll zu halten. Der Moment des Abends kam kurz nach 23 Uhr, als eben „Engel“ von Ramstein gespielt wurde. Dabei stahl Sängerin Laura, die ohnehin schon viele Blicke auf sich zieht, allen jungen Damen in der Halle die Schau: Denn die Blondine fächerte passend zu Titel und Text des Liedes einen an ihrem Rücken befestigten, mit bunten LED-Lichtern besetzten Engelsflügel auf.

Von den Dirndln glitzert es wie nie

Wahrscheinlich wird dieser Accessoire-Gag der Klostergold-Sängerin keine Nachahmerinnen unter den Festbesucherinnen finden. Da bleiben die meisten doch lieber beim Dirndl oder dem guten, alten Jeans-Stil. Ein Modetrend heuer war am Freitag und Samstag wahrlich nicht zu übersehen. Egal, welches Alter: Mädchen und Damen kommen heuer ganz schön glamourös daher. Denn an vielen Dirndl und auch an Jeansjacken glitzert und funkelt es kräftig. Übrigens: In dieser Woche wird die Mittelbayerische im Rahmen der Volksfestberichterstattung noch speziell aufs passende und auch modische Outfit eingehen.

Die Höhepunkte des Volksfestzuges 2019 in Bildern

Neumarkt: Volksfestzug 2019

Hoffentlich wird es in dieser Woche bei ähnlich harmlosen Berichten der Neumarkter Polizeiinspektion bleiben wie in deren Bilanz der ersten beiden Festtage. Aber ein bisschen war leider schon los. So schlug am Sonntag gegen 0.45 Uhr ein 23-Jähriger mit beiden Fäusten auf die Motorhaube eines Pkw. Unter anderem ein privat anwesender Polizeibeamter beobachtete den Vorfall. Ein Atemalkoholtest ergab bei dem jungen Mann einen Wert von rund zwei Promille beim bekannten Täter. Dieser wurde im Anschluss wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Sachschaden wird auf gut 150 Euro geschätzt.

Polizei zog einen aus dem Verkehr

Kurz darauf beschädigten zwei Herren, Anfang der 30, einen Baumstamm am Festplatz, der als Wegbegrenzung dient. Offenbar waren die alkoholisierten Männer so stark gewippt, dass der Baumstamm brach.

Gegen 3 Uhr kam es im Bereich der Taxistände zu einer Körperverletzung infolge eines Streits zwischen einem 24-jährigen und 35-jährigen. Der deutlich alkoholisierte Jüngere schlug seinem Kontrahenten mit der Faust ins Gesicht.

Zu einer weiteren Sachbeschädigung eines Kraftfahrzeugs kam es gegen 3.40 Uhr. Auch hier konnten zwei Zeugen einen 30-jährigen Mann beobachten als dieser an einem Pkw vorbeilief. Sie hörten einen lauten Schlag. Der hatte er Folge, dass das Glas des rechten Außenspiegels heraushing. Ob ein Sachschaden entstanden ist, ist noch nicht bekannt.

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Live

Volksfest: Pferdeschau zum Abschluss

Das Jura-Volksfest geht am Montag mit der Pferde- und Fohlenschau zu Ende. Die Mittelbayerische ist vor Ort.

Um etwa 2.15 Uhr konnte ein 57-jähriger Mann schlafen im Gebüsch unweit des Festplatzes angetroffen werden. Er war stark alkoholisiert. Laut einem hinzugerufenen Notarzt war eine ärztliche Behandlung allerdings nicht erforderlich. Der Mann wurde durch ein Taxi nach Hause gefahren. Das hätte besser auch jener 30-Jährige getan, den eine Polizeistreife am Freitagabend in der Nähe des Festplatzes alkoholisiert am Steuer seines Wagens antraf. Laut Polizeibericht ist er nun zwangsweise ein Monat lediglich Fußgänger.

Auch zum Besuch an den ersten beiden Tagen machte die Polizei angaben. Auf rund 10 000 Besucher schätzte die Polizei den Besuch Freitag. Damit blieb er unter den Möglichkeiten, was aber am gegen 22.45 Uhr einsetzenden Regen lag. Für den Samstag für ein „sehr guter“ Besuch festgestellt.

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Lothars Volksfestschau Folge 2

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