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Neumarkt

Geld vom Konto der Mutter abgehoben

Ganze 19 000 Euro buchte ein 58-Jähriger um. Dies wurde vor dem Neumarkter Amtsgericht als Untreue geahndet.
Von Luis Münch

Der Mann wurde vor dem Amtsgericht Neumarkt verurteilt. Foto: Heil
Der Mann wurde vor dem Amtsgericht Neumarkt verurteilt. Foto: Heil

Neumarkt.Insgesamt 19 000 Euro soll ein 58-Jähriger von dem Konto seiner Mutter auf das seine gebucht haben. „Im Großen und Ganzen stimmt das“, antwortete der Mann auf die Frage von Richter Rainer Würth, ob das richtig sei, was die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft. Der Angeklagte musste sich am Donnerstagnachmittag vor dem Neumarkter Amtsgericht verantworten.

Eines musste der 58-Jähriger allerdings richtigstellen. Das sei ihm ein Anliegen. Er habe das Geld nämlich auch für Börseninvestitionen genutzt. „Ein Totalverlust der eingesetzten Gelder ist daher nicht entstanden“, erklärte der Angeklagte. Einen Teil des Geldes habe er aber auch für die normale Lebensführung verbraucht.

Der Angeklagte begründete sein Vergehen damit, dass sein persönliches Vermögen zu Ende gewesen sei. „Ich habe ein schlechtes Gewissen gehabt. Ich bin aber immer davon ausgegangen, dass ich das Geld wieder zurückgeben kann“, erklärte er. Insgesamt 23 Mal hob der Mann Geld von dem Konto seiner Mutter ab.

Meistens handelte es sich um einen Betrag in Höhe von 1000 Euro. Weil es sich dabei aber um eine fortlaufende Einnahmequelle handelte, liege ein gewerbsmäßiges Begehen vor, erklärte Richter Rainer Würth.

Staatsanwältin Svenja Ottmann bewertete zugunsten des 58-Jährigen, dass dieser den Sachverhalt eingeräumt hatte. Der Zeitraum von Ende März 2015 bis Ende Mai 2017 sei allerdings relativ lang und es stecke eine Planung dahinter.

„Da hat sich schon jemand überlegt, was er macht“, sagte die Staatsanwältin. Auch wenn der 58-Jährige bereits 3875 Euro wieder gutgemacht habe, forderte sie eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die Strafe sei hoch, liege aber noch am unteren Ende des Strafrahmens.

„Er möchte den Schaden wieder gut machen und hatte sich geschämt, zum Jobcenter zu gehen.“

Anwältin Gabriele Peukert

Rechtsanwältin Gabriele Peukert forderte aufgrund der günstigen Sozialprognose eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. „Er möchte den Schaden wieder gut machen und hatte sich geschämt, zum Jobcenter zu gehen“, erklärte die Rechtsanwältin das Vorgehen ihres Mandanten.

Richter Rainer Würth verurteilte den Mann zur einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung, bei einer Bewährungszeit von drei Jahren. Außerdem muss der Mann zur Wiedergutmachung 150 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.

Der Angeklagte versuche, wirtschaftlich wieder auf eigene Beine zu kommen. Die finanzielle Situation sei nicht gut gewesen.

Auch dass bisher noch nichts vorgefallen ist, spreche laut dem Richter für den 58-Jährigen. „Es war aber klipp und klar, was da passiert ist“, meinte der Richter.

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