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Aktion

Gelten Herzchen an Bäumen als Plakate?

Naturschützer sind empört, dass die Symbole in den Hainbuchen des Neumarkter Stadtparks von der Stadt entfernt wurden.
Von Lothar Röhrl

Sigrid Schindler (2.v.r.) und drei Mitglieder des Bund Naturschutz haben diese Holzherzchen nach eigenen Angaben aus einem Müllsack „gerettet“.Foto: Alfons Greiner
Sigrid Schindler (2.v.r.) und drei Mitglieder des Bund Naturschutz haben diese Holzherzchen nach eigenen Angaben aus einem Müllsack „gerettet“.Foto: Alfons Greiner

Neumarkt.Knifflige Frage: Handelt es sich bei grünen Herzchen aus Holz mit Aufschriften wie „Wir sind eure Freunde“ oder „Wir schlucken euer CO“ um nicht genehmigtes Plakatieren? Oder sprechen diese Herzchen nur aus, „was uns die Bäume sagen wollen“. Zu letztgenannter Interpretation steht Sigrid Schindler, die stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe des BUND Naturschutz. Schindler und andere Naturschützer zeigten sich am Montagvormittag empört darüber, dass ein Teil der Holzherzen, die sie vergangene Woche in die Hainbuchenhecke des Stadtparks gehängt hatten, entfernt worden sind.

Schindler berichtete der Mittelbayerischen, dass die darüber informierten BN-Mitglieder gerade in dem Moment im Park eintrafen, als ein Mitarbeiter des Bauhofs die Herzchen in einen Abfallsack getan hatte.

Als Begründung sei ihnen gesagt worden, dass automatisch jede aufgehängte „Werbung“ entfernt werde. Dabei, so Schindler in einer am Nachmittag herausgegebenen Presseerklärung, sollten Aufschriften wie „Wir spenden Schatten“, „Wir sind Heimat für Vögel und Insekten“ oder „Wir gehören zum Stadtpark“ nur „aussprechen, was uns die Bäume sagen wollten“.

Schindler schob dazu zwei Fragen nach: „Wie kann man die Sprache der Bäume ignorieren?“ und „Passt dieses Vorgehen zum Image der ‚Nachhaltigkeitsstadt Neumarkt‘?“ Und sie ergänzte die rhetorische Frage: „Sind die Bäume im Stadtpark Dekoration oder dienen sie dem Klimaschutz und der Stadt-Ökologie?“

Mit einer passend zur aktuellen Woche satirisch gemeinten Warnung beendete Schindler ihre Stellungnahme: „Vorsicht: Jeder, der bunte Ostereier in einen Baum hängt, muss wohl auch damit rechnen, dass er damit nach Ansicht des Stadtoberhaupts illegal plakatiert.“

Die MZ bat am Montagnachmittag die Stadt um eine Begründung für die Abnahme der Herzchen. Bis zum Redaktionsschluss blieb diese aus.

Die Debatte um die Bedeutung der Hainbuchen läuft schon länger.

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