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Kultur

Gelungener Start in die Saison

Im Spitalstadl sorgte Michael Mathis für beste Unterhaltung – mit intelligentem Witz und kraftvollen Songs.
Von Heike Regnet

Michael Mathis begeisterte das Publikum. Foto: Heike Regnet
Michael Mathis begeisterte das Publikum. Foto: Heike Regnet

Freystadt.Michael Mathis eröffnete am Samstag die Herbst-/Wintersaison im Spitalstadl und machte den Besuchern mit seinem Gastspiel Lust auf mehr. An Themen mangelte es dem Musikkabarettisten nicht. Viele bekamen ihr Fett weg – von Donald Trump bis hin zum Otto Normalverbraucher.

„Nüchtern betrachtet hilft nur Alkohol“, stellte Mathis so manches Mal mit schelmischem Augenzwinkern fest. Bei Trumps monotonem „America first“ müsse er stets an das nimmermüde Duracell-Häschen denken. Doch auch deutsche Politiker liefern Stoff für Kabarett, wie Andreas Scheuer, der eine App auf den Markt bringen will, die meldet, wo kein Netz ist. „Das ist so hilfreich wie ein Gutschein für einen Rettungsring, wenn du untergehst.“

Auch zum Thema Gesundheit hatte sich der Musikkabarettist, der niedergelassener Hautarzt in Beilngries ist, seine Gedanken gemacht. „Gesundheit ist der Zustand des vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“, erläuterte Mathis und machte sich sofort auf die Suche nach seiner Zielgruppe. „Lehrer scheiden da schon mal aus wegen Burnout - Schüler wegen Learnout, Rentner wegen hirnout.“ Nach abgeschlossener Analyse blieb keiner übrig und so lautete das Fazit: Gesundheit ist ein Irrtum. Dies belege auch die Statistik, denn laut dieser „rennt der Deutsche 18 Mal im Jahr zum Arzt. Ihr seid‘s Weltmeister. Manche Menschen zeigen sich ihrem Arzt öfter nackt als ihrem Partner.“ Damit sei auch klar, dass es in Deutschland überhaupt keinen Ärztemangel gebe. „Wir ham einfach nur zuviel Deutsche.“ Und mit dem gelungenen Song „der Nächste bitte“ unterstrich der Kabarettist die von ihm aufgestellten Thesen.

Nicht schwierig gestaltete sich im Anschluss die Suche nach Krankheitsursachen. Amalgam, plastikkügelchenenthaltende Zahnpasta, Tattoos, Bier mit Glyphosat, Handystrahlung und aluminiumhaltiges Deo oder einfach eine Wasserader unterm Bett – „nüchtern betrachtet dapack ich diese Hysterie net“, stellte Mathis fest, ehe er nach einem kräftigen Schluck aus dem Weizenglas wieder in die Seiten griff.

Doch auch die Religion sei ein Fall für sich. „Religionen gibt‘s zum Saufüttern und jede hält sich für die Richtige.“ Aber gerade in den Jenseitsangeboten seien die Religionen sehr unterschiedlich. Fegefeuer bei den einen, 72 Jungfrauen bei den andern oder gar Recycling in Form von Wiedergeburt.

Immer schwerer nüchtern zu verkraften, sei mit dem Alter auch der Blick in den Spiegel. „Du merkst, dass du alt wirst, wenn du dich für Dinge interessierst, die du vorher gar nicht kanntest. So was wie Feuchtigkeitscreme zum Beispiel.“ Und immer öfter frage man sich im Alter: „Schlepp ich noch eine ab oder schlapp ich ab“, denn „alt wer’n is‘ kein Zuckerschlecken“. Und mit lautstarkem Beifall stimmten die begeisterten Gäste zu.

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