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Veranstaltung

Geschichten vom Neumarkter Altstadtfest

Diese Menschen machen mit ihren Ideen und Talenten das Altstadtfest in Neumarkt zu einem ganz besonderen Wochenende.
Von Julia Weidner

An allen Ecken Neumarkts gab es beim Altstadtfest besondere Menschen zu entdecken. Foto: Johannes Heil
An allen Ecken Neumarkts gab es beim Altstadtfest besondere Menschen zu entdecken. Foto: Johannes Heil

Neumarkt.Akrobatische Sprünge, neue Getränke aus weit entfernten Ländern, ein Falkner mit einer besonderen Aufgabe: Auf dem Neumarkter Altstadtfest waren viele Menschen vertreten, die das Wochenende einzigartig machen. Wir stellen sie hier vor.

Diese Freunde verkaufen Schnaps von den Seychellen

Auf dem Neumarkter Altstadtfest gibt es viele Stände mit typischen „Neimaker“ Gerichten und Getränken. Da muss es nicht noch einer mehr sein, dachte sich Benjamin Kratschmer. Er verkauft zusammen mit seinen Freunden in der Unteren Markstraße zwar auch das Blomenhof-Bier, seine Spezialität hat aber einen weiten Weg zurückgelegt: In seiner „SeyBar“ gibt es Rum von den Seychellen.

Bei der „SeyBar“ gibt es Schnaps von den Seychellen. Foto: Julia Weidner
Bei der „SeyBar“ gibt es Schnaps von den Seychellen. Foto: Julia Weidner

Als er der Mühlhausener 2013 zum ersten Mal dort Urlaub gemacht hat, hat ihn sein Freund Fabian Schreiner von dem typisch seychellischen Getränk Takamaka überzeugt – und zwar so sehr, dass es diesen Schnaps seit vergangenem Jahr auch auf dem Neumarkter Altstadtfest zu trinken gibt. „Takamaka ist auf den Seychellen wie bei uns das Bier“, sagt Benjamin Kratschmer. Überall am Strand gebe ist kleine Takamaka-Bars mit Cocktails.

Und so eine gibt es nun auch in Neumarkt: Die „SeyBar“ von Benjamin Kratschmer. Die hat Benjamin Kratschmer vor einiger Zeit selbst aus einem Wohnwagen zu einer fahrenden Bar umgebaut. „Das hat mich einige Zeit gekostet, aber jetzt kann sie sich sehen lassen“, findet der Mühlhausener. Die Bar ist aber nicht nur am Altstadtfest in Betrieb, sondern kann auch für Hochzeiten oder Firmenfeiern gemietet werden.

2020 will er seinen Schnaps aber nicht nur von seiner Bar aus an die Gäste ausgeben. Er plant einen eigenen Biergarten gegenüber in der Klostergasse.

Rückblick

Altstadtfest: Neumarkter erinnern sich

Seit 30 Jahren schreibt das Altstadtfest jedes Jahr besondere Geschichten. Einige Neumarkter lassen uns an ihren teilhaben.

Abseits vom Trubel des Altstadtfests leben die Wikinger

Thomas Bernauer wiegt die Axt in der Hand hin und her. Dann geht es schnell. Er holt über die Schulter aus, holt Schwung, lässt los. Bam. Die Axt steckt in der Zielscheibe, die etwa vier Meter entfernt steht.

Thomas Bernauer war mit seiner Lagertruppe auf dem Mittelalterfest im Stadtpark. Foto: Julia Weidner
Thomas Bernauer war mit seiner Lagertruppe auf dem Mittelalterfest im Stadtpark. Foto: Julia Weidner

Wer an Thomas Bernauer vorbei geht, hält erst einmal Sicherheitsabstand ein. Er ist der Jarl einer Wikingergruppe, die auch beim Mittelalterfest im Neumarkter Stadtpark ihre Zelte aufgeschlagen hat. Damit ist er sozusagen ihr Bürgermeister und Anführer.

Von Freitag bis Sonntag lebt seine Truppe in altertümlicher Kleidung, Essen überm Feuer und einem Zeltdach über dem Kopf in Neumarkt. Frieren muss aber keiner von ihnen. „Wir haben echte Schafsfelldecken, die halten warm“, erklärt Thomas Bernauer. Aber kalt werde es im Sommer sowieso nicht mehr in der Nacht. Anders sieht es da in den Wintermonaten aus: „Wir sind auch in einem Winterlager, da kann es schon mal minus fünf Grad haben.“

Darüber muss er sich zum Glück beim Altstadtfest keine Gedanken machen. Dafür können die Besucher einen Blick in ihre authentischen Zelte werfen, ein Pläuschen mit dem Druiden führen oder sich selbst im Axtwerfen versuchen.

Mehr Einblicke in das Lagerleben bekommen Sie hier.

Der Mittelaltermarkt in Neumarkt

Achim Häfner ist auch in Neumarkt der Falkner der Herzen

Wenn Achim Häfner im Stadtpark zu seiner Falkenshow lädt, dürfen die Besucher keine spektakuläre Flugshow erwarten. Denn der Falkner hat sich auf die Therapie mit Greifvögeln spezialisiert. „Ich arbeite viel mit Eulen und diese Tiere haben einen besonderen Bezug zu Menschen mit Behinderungen“, erklärt der Falkner.

Elias ist nur wegen Achim Häfner und seinen Therapie-Greifvögeln auf das Altstadtfest gekommen. Foto: Julia Weidner
Elias ist nur wegen Achim Häfner und seinen Therapie-Greifvögeln auf das Altstadtfest gekommen. Foto: Julia Weidner

Deswegen dürfen während seiner Show die Zuschauer seine Eulen auf den Arm nehmen, sie streicheln und einfach runterkommen. Danach kommt Elias aus Neumarkt zum Falkner. Er ist 13 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. „Wir sind nur wegen Achim Häfner zum Altstadtfest gekommen“, erzählen seine Eltern. Derweil bringt Achim Häfner Elias eine kleine Eule. „Das ist mein Job“, sagt der Falkner. „Nicht irgendwelche Flugshows, sondern das Arbeiten mit den Menschen, die mich und meine Vögel brauchen können.“

Insgesamt ist er acht Monate im Jahr unterwegs und besucht mit seinen 31 Greifvögeln die verschiedensten Einrichtungen in ganz Deutschland. Bei seinen Aufführungen sammelt er dann Spenden für das Sterntaler Kinderhospiz in Dudenhofen bei Heidelberg, für das er auch als Botschafter unterwegs ist.

Der Circusverein verblüfft die Zuschauer

Der Circusverein begeisterte die Zuschauer mit seinem Auftritt beim Altstadtfest in Neumarkt. Foto: Julia Weidner
Der Circusverein begeisterte die Zuschauer mit seinem Auftritt beim Altstadtfest in Neumarkt. Foto: Julia Weidner

Bei dem Auftritt des Circusvereins auf dem Residenzplatz müssen sich so manche Zuschauer die Hände vor die Augen halten: Die Kinder wirbeln in der Luft oder schwingen an einem Tuch in der Höhe. Der Höhepunkt des Auftritts ist die „Great Show“, eine Nummer mit den talentiertesten Artisten der Zirkusgruppe. Über zehn Minuten begeistern die Dominos, wie sich diese Truppe nennt, das Publikum. Diese Nummer führen sie fast jede Woche im Landkreis Neumarkt auf. Doch auch im Legoland treten die Neumarkter jedes Jahr auf – als einzige Gruppe aus ganz Deutschland, die nicht aus professionellen Tänzern besteht.

Dafür trainieren die meisten von ihnen bis zu drei Mal pro Woche. „Die Great Show haben wir fast drei Monate einstudiert“, erzählt Jannik Radek. Er ist Mitglied der Dominos und dualer Student beim Circusverein Neumarkt. Außerdem trainiert er einige der jüngeren Mitglieder.

Beim Tierheim kann man gewinnen und Gutes tun

Bei Waltraud Fuchs und ihrem Tierheim darf man am Glücksrad drehen. Foto: Julia Weidner
Bei Waltraud Fuchs und ihrem Tierheim darf man am Glücksrad drehen. Foto: Julia Weidner

Ein echtes Urgestein auf dem Neumarkter Altstadtfest ist Waltraud Fuchs. Sie leitet als Vorsitzende des Tierheims auch den Stand und das zugehörige Glücksrad. An dem dürfen die Besucher für 1,20 Euro drehen und ihr Glück versuchen. Sie können einen Trostpreis, einen Kleinpreis, einen Hauptpreis oder sogar einen Sonderpreis gewinnen. Und auch wer beim Drehen leer ausgeht, darf sich eine Kleinigkeit beim Stand ausschen – ein Trost-Trostpreis sozusagen.

Der Erlös aus dem Glücksrad kommt natürlich dem Tierheim zu Gute. In einem guten Jahr können das sogar über 2000 Euro sein, verrät Waltraud Fuchs. Das komme aber ganz auf die Besucher an, manche drehen gleich drei Mal am Rad, andere nur einmal, erklärt sie. „Wir sind auf großzügige Tierfreunde angewiesen.“

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