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Trauer

Gluck-Experte Prof. Dr. Croll verstorben

In tiefer Betroffenheit nehmen die Internationalen Gluck-Festspiele Abschied von ihrem Mitbegründer Gerhard Croll.

Ein Blick zurück ins Jahr 2016: •Bürgermeister Ludwig Eisenreich (rechts) ehrte Prof. Gerhard Croll. Archivfoto: Rosenbeck
Ein Blick zurück ins Jahr 2016: •Bürgermeister Ludwig Eisenreich (rechts) ehrte Prof. Gerhard Croll. Archivfoto: Rosenbeck

Neumarkt.Trauer um den Musikwissenschaftler und Gluck-Experten Professor Dr. Gerhard Croll: In tiefer Betroffenheit nehmen die Internationalen Gluck-Festspiele Abschied von ihrem Mitbegründer Univ.-Prof. em. Dr. Gerhard Croll. Der international hoch angesehene Gluck-Forscher, Gründungsordinarius für Musikwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg, ist am 26. Oktober im Alter von 92 Jahren in seiner Wahlheimat Salzburg verstorben.

„Wir erinnern uns in großer Dankbarkeit seiner Expertise und seines außergewöhnlichen Engagements in der Erforschung und Verbreitung des Werkes Christoph Willibald Glucks. Sein Wirken und seine fortwährende Verbundenheit haben die Internationalen Gluck-Festspiele besonders geprägt“, würdigt Martin R. Handschuh, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele gGmbH, die Verdienste des Verstorbenen. „Die Früchte seiner wissenschaftlichen Arbeit haben die Rezeption Glucks weltweit gefördert; seine überzeugende Urteilskraft, sein ansteckender Enthusiasmus und seine aufgeschlossene, menschenfreundliche Zugewandtheit werden unvergessen bleiben“.

Studium der Musikwissenschaft

Gerhard Croll wurde am 25. Mai 1927 in Düsseldorf geboren, nach einem Dirigierstudium am Robert-SchumannKonservatorium dortselbst schloss er ein Studium der Musikwissenschaft bei Rudolf Gerber in Göttingen 1954 mit der Promotion ab. Es folgten 1961 Habilitation und Lehrtätigkeit in Münster/Westfalen, 1966 wurde Croll Gründungsordinarius des Instituts für Musikwissenschaft der Paris-Lodron-Universität Salzburg, das er bis 1993 leitete. Wesentliche Verdienste hat er sich um die Erforschung regional verwurzelter Komponisten wie Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart sowie um die Ansiedlung des Bernhard-Paumgartner-Archivs und des Derra-de-Moroda-Tanz-Archivs an der Salzburger Universität erworben.

Internationale Gluck-Gesellschaft

In weltweitem Kontext bedeutend sind seine Beiträge zur Gluck-Forschung, die nicht nur wegen seiner Tätigkeit als Editionsleiter der Gluck-Gesamtausgabe (1960–1990) sowie seines Engagements als Gründungsmitglied und Präsident der Internationalen Gluck-Gesellschaft (1986–2012, Ehrenpräsident 2012), ein Herzensanliegen waren. Croll war u.a. Ehrenmitglied der Internationalen Stiftung Mozarteum, Träger der Mozartmedaille der Mozartgemeinde Wien, Träger der Bürgermedaille der Stadt Berching sowie Gründungsmitglied des Rotary-Clubs Salzburg-Nord.

Renaissance von Gluck-Aufführungen

Die Internationalen Gluck-Festspiele Die Internationalen Gluck-Festspiele, 2005 auf Anregung des Aufsichtsratsvorsitzenden der NÜRNBERGER Versicherung, Hans-Peter Schmidt, des Gluckforschers Prof. Dr. Gerhard Croll und des Staatsintendanten Prof. Dr. Wulf Konold gegründet, wurden bis 2012 am Staatstheater Nürnberg veranstaltet. Seitdem haben die Festspiele durch vielbeachtete Auftritte internationaler Künstlerpersönlichkeiten wie Mireille Delunch, Michi Gaigg, Véronique Gens, Anne Sofie von Otter, Elina Garanca, Reinhard Göbel, Michael Hofstetter, Hervé Niquet, Marc Minkowski, Valer Sabadus oder Daniel Behle eine Renaissance von Gluck-Aufführungen initiiert. Seit 2013 wird das Festival von der Internationalen Gluck-Opern-Festspiele gGmbH veranstaltet, welche regional, national und international mit Künstlern und Institutionen verschiedenster Ausrichtung kooperiert.

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