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Region Neumarkt
Samstag, 21. Juli 2018 25° 8

Vortrag

Glück kommt nicht von allein

Wer gewisse Regeln befolgt, kann zufriedener werden, sagt Glücksforscher Prof. Ruckriegel. Sportdirektor Martin Bader vom 1. FCN stimmt ihm zu.

Prof. Dr. Elmar Forster (r.) mit Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (l.), Heinrich Mosler (2. v. l.) und der Moderatorin der Gesprächsrunde, Sylvia Kunert. Foto: Bischof & Broel

Nürnberg. „Was ist ’Glück? Was ist Erfolg?“ Diesen Fragen sind die rund hundert Besucher des Motivationsabend „Glück und Erfolg“ gemeinsam mit Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel, Glücksforscher, und Martin Bader, Sportdirektor beim 1. FC Nürnberg, auf den Grund gegangen. Veranstalter war die Handwerkskammer für Mittelfranken. „Statt Basel III und Betriebswirtschaft beschäftigen uns heute die ,Soft-Skills‘ im Alltagsgeschäft“, begrüßte Prof. Dr. Elmar Forster, Hauptgeschäftsführer der Kammer, seine Gäste. Zeigt sich die Definition im sportlichen Bereich noch recht einfach: „Glück ist, wenn der Ball das Tor und nicht die Latte trifft; Wohlbefinden ist, wenn die Siege kommen“, wie Martin Bader als Referent die Frage auf den Punkt brachte, holte Glücksforscher Ruckriegel für eine Antwort etwas weiter aus. Als Professor für Makro-Ökonomie an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg beschränkt er sich in seiner Forschung nach dem Glück, wobei Glück als Wohlbefinden definiert wird, nicht auf die Wirtschaftslehre. Der Glücksforscher unterscheidet zwischen zwei Arten der Lebensqualität: subjektiver und objektiver. Während die objektive Lebensqualität über materielle und immaterielle Indikatoren wie Einkommen, Arbeit oder Bildung relativ leicht zu bestimmen sei, sei die subjektive ein schwierigeres Feld.

Arbeit zum Glücklich-Sein

Quellen des Wohlbefindens sind laut Ruckriegel gelingende soziale Beziehungen, physische und psychische Gesundheit, Engagement und befriedigende Arbeit, persönliche Freiheit, innere Haltung und Lebensphilosophie: „,Born for shopping‘ ist keine befriedigende Lebenshaltung“, scherzte der Referent. Eine gute Nachricht hatte er für die Arbeitgeber im Gepäck: „Der Mensch will arbeiten. Er braucht seine Arbeit zum Glücklich-Sein.“ Das Arbeitsumfeld entsprechend glücksfördernd zu gestalten, sei Aufgabe der Arbeitgeber: „Ihre Mitarbeiter sind nicht Kostenstellen mit Ohren, sondern die Grundlage ihres Erfolges“, machte Ruckriegel deutlich. „Glückliche und zufriedene Mitarbeiter sind engagierter, erfolgreicher und innovativer, weniger oft krank und loyaler.“

Konkret bedeutet dies für Arbeitgeber: Zeigen Sie Interesse am Mitarbeiter, nehmen Sie ihn ernst. Investieren Sie in Weiterbildung, unterschätzen Sie nicht die Vorbildfunktion der Führungskräfte, gestehen Sie Entscheidungsfreiheit im Rahmen des übertragenen Aufgabengebietes zu, fördern Sie Teamwork und Arbeitsklima, achten Sie auf Fairness – und ganz wichtig: zeigen Sie Anerkennung. Arbeitnehmern rät Glücksforscher Ruckriegel: „Such Dir eine Arbeit, die du liebst – dann brauchst du keinen Tag im Leben mehr zu arbeiten“, zitierte er den chinesischen Gelehrten Konfuzius.

Auch beim 1. FC Nürnberg nimmt man die Sache mit dem Glück sehr ernst: „Wir hoffen natürlich auf Glück, aber wir arbeiten für unseren Erfolg“, erklärte Martin Bader. In seiner Präsentation über den Nürnberger Traditionsverein betonte der Sportökonom: „Wir haben 42000 Zuschauer pro Spiel – das heißt, dass wir jede Woche zumindest die Chance haben, tausende Menschen glücklich zu machen.“ Einen Rat des Glücksforschers beherzigt aber auch der Fußballverein: „Setze dir ehrgeizige, aber realistische Ziele.“

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