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Vortrag

Glücklich sein stärkt das Immunsystem

Positive Gefühle können so viel bewirken. Sie lassen uns sogar länger leben, sagte Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel im Neumarkter Johanneszentrum.
Von Florian Lange

Optimismus ist der Antrieb der Volkswirtschaft, sagt Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel. Foto: Lange

Neumarkt. „Bin ich glücklich?“ oder auch „Wie werde ich glücklicher?“ – Fragen, die sich wohl jeder schon einmal gestellt hat. Ein echter Glücks-Profi ist Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel von der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg, der sich neben Volkswirtschaft und Makroökonomie auch mit der Glücksforschung auseinandersetzt. Da das Thema wirklich jeden betrifft, war das Johanneszentrum am Donnerstagabend auch gut gefüllt, als Ruckriegel unter dem Titel „Neues aus der Glücksforschung – worauf es wirklich ankommt“ ins Johanneszentrum einlud.

Bürgermeisterin Ruth Dorner begrüßte Ruckriegel zunächst im Rahmen des städtischen Projektes „Stadt.Land.Klima“, bei dem es um den ökologischen Fußabdruck geht, dann ging es aber erst einmal ums Glück. Ruckriegels Vortrag bewegte sich im weiten Feld zwischen Ökonomie und Glück. Mit einigen Definitionen führte er ans Thema heran und beschrieb die Glücks-Ökonomie folgendermaßen: „Man muss das knappe Gut Zeit so nutzen, dass man möglichst glücklich ist.“

Zunächst ging es dabei um die westlichen Konsumgesellschaften, in denen materiell gesehen kaum etwas fehlt und trotzdem das Glück teilweise auf der Strecke bleibt. Für Ruckriegel lässt sich grundsätzlich festhalten: „Mit Geld kann man Glück nicht kaufen.“ In seinem sehr zitatreichen Vortrag stellte Karlheinz Ruckriegel unterschiedlichste Glücksforschungen und Erhebungen vor, um dem Glück auf die Spur zu kommen.

Das lohnt sich, denn glücklich sein stärkt das Immunsystem, macht uns kreativer, produktiver und lässt uns sogar länger leben. Im Großen und Ganzen sollte man deswegen versuchen, sein Wohlbefinden über Freiheit, sein eigenes Können und Zugehörigkeit zu finden und weniger über Geld, Aussehen oder Beliebtheit. Und auch negative Gefühle sind nicht immer negativ, wenn man es schafft, sie zum Anlass zu nehmen und Dinge zu ändern. Die Glücksforschung hat dabei schon Einiges über uns herausgefunden. So gibt es Glücksquotienten, Glücksfaktoren und verschiedene Formen des Wohlbefindens. Und für unsere Wirtschaft ist das Glück ebenfalls wichtig. Denn Optimismus ist – wie Ruckriegel in seinem Vortrag erwähnt – der Antrieb unserer Volkswirtschaft.

Ruckriegel gelingt es, ein für viele unbekanntes Wissenschaftsfeld in kurzer Zeit umfassend darzustellen. Als angenehmer Redner mit einigen Anekdoten bringt er sein Thema gut und unterhaltsam rüber. So bleibt nach dem Vortrag auch noch Zeit für eine Fragerunde, bei der Ruckriegel unter anderem seine Lieblingsfrage beantwortet: Was ist der Unterschied zwischen „Verliebtsein“ und Liebe? Kurz gesagt: „Verliebtsein“ ist nur Chemie im Kopf, Liebe ist von Dauer – und macht natürlich auch dauerhaft glücklich.

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