MyMz
Anzeige

Literatur

„Grasmond“ lockte Besucher in Scharen an

Im ausverkauften Parsberger Rittersaal stellt Gerda Stauner ihren Erstlingsroman vor. Stefanie Polster sorgte für die Musik.
Von Günter Treiber

Autorin Gerda Stauner (l.) wurde bei ihrer Lesung von Stefanie Polster musikalisch unterstützt.
Autorin Gerda Stauner (l.) wurde bei ihrer Lesung von Stefanie Polster musikalisch unterstützt. Fotos: Treiber

PARSBERG. Nachdem der Rittersaal brechend voll war, musste die Veranstalterin, die Buchhändlerin Marianne Wegerer, feststellen: „So einen Abend darf man sich nicht entgehen lassen“. Die Neugier der Besucher zielte auf zwei Persönlichkeiten ab, die den Abend zu einem spannenden, interessanten und musikalisch untermaltem Event werden ließen.

Die eine, Gerda Stauner, Regensburgerin mit Wurzeln in Seubersdorf, wo noch heute ihre ganze Familie lebt, hat ihren ersten Roman „Grasmond“ dem Publikum an diesem Abend in kurzen Teilen vorgelesen.

Die andere, Stefanie Polster, ebenfalls in Regensburg lebend, hat ihre Wurzeln in Velburg, hat zusammen mit ihrem Freund Matthias Hamburger (E-Piano), dem Abend einen musikalischen Touch gegeben, der insbesondere deshalb beeindruckte, weil ihre eigenen Lieder sowohl textlich als auch in Noten zu den jeweiligen Texten passten.

Fiktiver Ort nahe Seubersdorf

Der fiktive Ort Fichtenried liegt natürlich nahe an Stauners Heimat Seubersdorf und die Charaktere der – ebenfalls – fiktiven Personen stammen eindeutig aus der Oberpfalz mit ihrer Dickschädlichkeit, aber auch ihrem natürlichen Charme.

So mancher der Zuhörer hatte ein „ach-ja-so-war-das-Erlebnis“. Das Ganze spielt in der Nachkriegszeit in Fichtenried sowie in den 70er Jahren in Regensburg, als 1973 das erste Bürgerfest in der Altstadt stattfand.

Beginnt man das Buch zu lesen, wird man von der Autorin ganz schnell in das Geschehen eingebunden. Man fühlt sich mittendrin. Also ein Meisterwerk der Schreibkunst im Stil eines Heimatkrimis. Die Spannung wächst nämlich von Zeile zu Zeile, denn der Leser sucht zweierlei. Einmal hinter ein großes Geheimnis zu kommen und zum anderen die Verbindung von Fichtenried nach Regensburg zu finden.

Diese Verbindung schafft Melchior, der heiß geliebte Enkel von Anderl, dem alten Bauern, der im Lauf der Jahre „geistig nimmer so recht beieinand“ zu sein scheint, und seiner Ehefrau Theres. Dazwischen mischt immer wieder Melchiors Mutter Walburga mit. Die Sprünge von Person zu Person und von damals, den letzten Tagen des Krieges, zum Bürgerfest 1973 in Regensburg gelingen der Autorin außerordentlich gut. Feinfühlig hat sie die einzelnen Charaktere gezeichnet, hat, meist im Oberpfälzer Idiom, die Personen von sich reden lassen.

Die Spannung bleibt

Um den Ablauf des Romans nicht schon bei der Lesung publik zu machen, hat Gerda Stauner die Kapitel aus der Reihenfolge genommen. Dazwischen tritt immer wieder Stefanie Polster in Aktion.

Ihre Lieder, sämtlich im Dialekt und im jazzigen Sound, passen zu den jeweiligen Kapiteln. Besonderen Applaus gibt es zu „Rengschburg“. Zuerst das Kapitel, das sich um Regensburg dreht, dann Steffis Lied.

Ja, und das große Geheimnis? Da wird nur so viel verraten, dass es sich um die Polin Olga dreht. Was gibt es noch im Roman? Man begegnet den Nazis Schmiedl, der später zum bayerischen Staatssekretär avanciert sowie dem Lehrer Röschl, der Fichtenried fast dem Erdboden gleich machen wollte.

Es gibt selbstverständlich auch ein (Happy)end. Nein zwei. Ein etwas trauriges und ein eher zufriedenes. Da geht es wieder um Olga. Der Dank am Ende der Lesung geht vor allem an die Familie Stauner, deren Geschichten um das Ende des 2. Weltkrieges die damals junge Gerda zugehört und die sie nun niedergeschrieben hat. Übrigens: „Grasmond“ haben die Bauern früher den Monat April genannt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht