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Kommunalwahl

Grüne treten mit einer Rekord-Liste an

Mit so vielen Kandidaten wie nie zuvor wollen die Neumarkter Grünen auch so viele Stadtratssitze holen wie nie zuvor.
Wolfgang Endlein

Die Grünen haben ihre Kandidaten für die Neumarkter Stadtratswahl 2020 nominiert. Angeführt wird die Liste von Eva Borke-Thoma (vorne 2.v.l.). Foto: Haas
Die Grünen haben ihre Kandidaten für die Neumarkter Stadtratswahl 2020 nominiert. Angeführt wird die Liste von Eva Borke-Thoma (vorne 2.v.l.). Foto: Haas

Neumarkt.Neumarkt soll grüner werden. Beim Energieverbrauch, bei der Mobilität und auch im Stadtrat. Das haben sich die Grünen vorgenommen. Getragen vom generell positiven Trend der Partei in Deutschland wollen die Neumarkter Grünen bei der Stadtratswahl 2020 mehr als die bisherigen drei Stadträte stellen. Dafür schicken sie 40 Kandidaten ins Rennen. Ein Rekord.

Vor dem Namen von Eva Borke-Thoma steht auf der Liste die Nummer eins. Neben der Ortsvorsitzenden finden sich die Namen weiterer 20 Frauen auf der Liste, die die Mitglieder am Wochenende beschlossen haben. „Es war uns sehr wichtig, paritätisch zu nominieren“, sagt Borke-Thoma, die es zu einem der Wahlkampfthemen gemacht hat, mehr Frauen in die Neumarkter Stadtpolitik zu bringen. Gerade bei jungen Müttern sei das aber nicht leicht, sagt Borke-Thoma, die selbst junge Kinder hat. Viele hätten Respekt vor der Zeit, die das Amt einfordere. Diese Bedenken müsse man nehmen, beispielsweise durch familienfreundlichere Sitzungszeiten.

Eine Frau, die nicht mehr auf der Liste steht, ist Stadträtin Johanna Stehrenberg. Sie hatte schon vor längerem angekündigt, nicht mehr zu kandidieren.

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Neben der Gleichberechtigung spielen bei den Grünen traditionell vor allem Themen rund um die Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle. „Unser Ziel sollte eine klimaneutrale Kommune mit 100 Prozent erneuerbaren Strom sein“, erklärt die Listenführerin ein zentrales Ziel der Grünen für Neumarkt.

Eva Borke-Thoma ist seit 2017 die Ortsvorsitzende der Grünen in Neumarkt. Foto: Breu
Eva Borke-Thoma ist seit 2017 die Ortsvorsitzende der Grünen in Neumarkt. Foto: Breu

Um dies zu erreichen, schwebt Borke-Thoma eine Solaroffensive vor. Keine der erneuerbaren Energien sei so akzeptiert und etabliert in der Bevölkerung. Das städtische Förderprogramm „1000 Dächer“sei ein guter Anfang gewesen, es sei aber nicht mehr viel passiert.

Die Kandidaten

  • Die ersten 20:

    1. Eva Borke-Thoma, 2. Thomas Leykam, 3. Sigrid Steinbauer-Erler, 4. Thomas König, 5. Dr. Franziska Hutzler, 6. Manfred Herrmann, 7. Judith Schönberger, 8. Olaf Böttcher, 9. Kerstin Nickel-Bielaczek, 10. Bernhard Rasche-Remling, 11. Linda Schmidt, 12. Tim Walter, 13. Maria Meier, 14. Klaus Rohmann, 15. Rita Schmidt, 16. Michael Spies, 17. Silke Münz, 18. Moritz Meier, 19. Judith Pietsch, 20. Ferdinand Mann

  • Die zweite Hälfte:

    21. Josefine Schmidt, 22. Markus Rummel, 23. Petra Meier-Bakkar, 24. Matthias Thiele, 25. Teresa Häußinger, 26. Bernhard Hollweck, 27. Andrea Krebs, 28. Horst Wild, 29. Andrea Hollweck, 30. Andreas Münch, 31. Maria Anna Herrmann, 32. Matthias Krauser, 33. Regina Schübel, 34. Erwin Radschinsky, 35. Ursula Pantze, 36. Jens Schönberger, 37. Friederike Müller, 38. Agnes Gruber, 39. Kristina Vogel, 40. Gerhard Schmidt

Die Bürger soll eine umfangreiche Informationskampagne motivieren, mitzumachen. Zudem brauche es Vorbilder, allen voran die Stadt. „Die Stadt sollte voran gehen und auf allen geeigneten kommunalen Liegenschaften Fotovoltaik aufs Dach machen“, fordert Borke-Thoma ebenso wie, Fotovoltaik-Anlagen bei Neubauten verpflichtend zu machen.

Kritik am Busfahren in Neumarkt

Auch bei der Mobilität müsse sich in Neumarkt etwas ändern. „Busfahren am Wochenende kann man mal ganz vergessen, ganz zu schweigen davon, dass es viel zu teuer ist. Und Radfahren mit dem Kleinkind im Stadtgebiet ist lebensgefährlich“, analysiert Borke-Thoma. In der Stadt müsse ein attraktiveres Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel, sichere und komfortable Infrastruktur für Fahrräder und Pedelecs sowie Car-Sharing-Angebote geschaffen werden.

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Der Verkehr spielt auch in einen weiteren Punkt hinein, den Borke-Thoma zum Wahlkampfthema macht. Sie will den öffentlichen Raum in Neumarkt neu verteilen. Ihre Forderung: Mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, mehr Platz für schöne und artenreiche Grünflächen, saubere Luft, Verkehrssicherheit und Lärmschutz. Borke-Thoma: „Die Dominanz des motorisierten Verkehrs und der Parkplätze sollte zugunsten einer gerechteren und menschenfreundlicheren Aufteilung der Innenstadt zurückgedrängt werden“.

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