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Region Neumarkt
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Politik

Grünes Licht für den Rekordhaushalt 2018

Das neue Berger Baugebiet „Richtheim-Straßfeld“ hat eine Größe von 141000 Quadratmetern. Drei Gemeinderäte stimmten dagegen.
von Hans Stepper

Gemeinderäte und Richtheimer Bürger diskutierten über das große Baugebiet. Foto: Stepper
Gemeinderäte und Richtheimer Bürger diskutierten über das große Baugebiet. Foto: Stepper

Berg. BERG. Unter dem Motto „40 Jahre Gemeinde Berg – Verantwortung heute und für die Zukunft durch solide und verlässliche Finanzpolitik: Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit“ ist der Gemeindehaushalt 2018 einstimmig genehmigt worden.

„Das Haushaltsjahr 2018 ist wiederum gekennzeichnet von kräftigen Investitionen in die technische und soziale Infrastruktur unseres Gemeinwesens“. Dies hat am Donnerstag bei der öffentlichen Sitzung Bürgermeister Helmut Himmler bei der Vorstellung des Haushalts 2018 sowie des Finanz- und Stellenplanes gesagt.

„Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der Kommunalpolitik in Berg können nur durch eine solide und strikte Finanzpolitik, die wir bereits in den letzten Jahren betrieben, erreicht werden“, meinte der Bürgermeister.

Leitplanke Sparsamkeit

Diese Kernaussage von Himmler stand hinter dem aktuellen Gemeindehaushalt, der sich in Einnahmen und Ausgaben auf die Rekord-Summe von 32,2 Millionen Euro beläuft und nun dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt wurde. Der Verwaltungshaushalt steht mit 13,8 Millionen Euro zu Buche und der Vermögenshaushalt mit 18,4 Millionen Euro.

Als „klassische Leitplanken“ verantwortungsbewusster und damit nachhaltiger Finanz- und Haushaltspolitik bezeichnete Himmler die sparsame Bewirtschaftung der Haushaltsmittel einerseits und die bestmögliche Sicherung von Einnahmen und Zuschüssen andererseits.

Nachdem die Fraktionssprecher Hans Bogner (FWG), Elisabeth Kienlein (SPD), Richard Kreuzer (LBG) und Markus Mederer (CSU) wegen des nachhaltigen Haushalts 2018 dem Bürgermeister sowie „Zahlenwerk-Macher“ Otmar Donhauser, die Geschäftsleitung und die Verwaltung mit Lob bedachten, sagte Himmler: „Berg verfügt über sehr gute Voraussetzungen für eine sinnvolle, nachhaltige und zukunftsfähige Gemeindeentwicklung“.

Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt betrage heuer über vier Millionen Euro. Als Rückgrat der Einnahmen bezeichnete Himmler den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, die um nahezu 400000 Euro höher liege, als im Jahr 2017.

Platz für Gewerbe

Mit ein wichtiger Punkt, beim dem es um die bauliche Entwicklung des westlichen Bereichs von Richtheim für die Zukunft ging, war die Vorstellung des 141000 Quadratmeter großen Baugebietes für Handel, Gewerbe und Wohnen in „Richtheim-Straßfeld“ durch den Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Guido Bauernschmitt vom „Team4“ aus Nürnberg. Dort sollen 101 Bauplätze in Größen von etwa 550 bis 800 Quadratmeter entstehen. Entstehen könnten auf dem wohl größten ausgewiesenen Bauland-Areal in der Geschichte der Gemeinde Berg zwei Verbrauchermärkte (REWE und ALDI) sowie eine Autowerkstätte mit Tankstelle. Zwei Überlaufbecken, ein Spielplatz in der Mitte des zukünftigen Wohnbau-Gebietes und viel Grün sollen nach den Vorstellungen des Architekturbüros das Ganze aufwerten und attraktiv machen. Auch für die Sicherheit von Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern wurde einiges in die Planungs-Variante drei mit aufgenommen. Im Zuge der Erschließung des Baugebietes Richtheim-Straßfeld, das ein Gemeinderat als zukünftigen 35. Ortsteil der Gemeinde Berg bezeichnete, soll ein Kreisverkehr an der jetzigen Kreuzung gebaut werden sowie eine kombinierte Unterführung für Radfahrer und Fußgänger.

Den Flächenverbrauch kritisiert

Viele Gemeinderäte lobten die vorgestellte Variante, einige hatten ihre Zweifel. „Ich hätte mir eine bauliche Entwicklung lieber im Süden von Berg, im Anschluss an die Ortschaft gewünscht“, sagte der dritte Bürgermeister Peter Bergler. Als Vertreter des Bauernstandes kritisierte er den zu großen Landverbrauch. Auch Hans Bogner, Fraktionssprecher der Freien Wähler, sah den jetzigen Standort für das Baugebiet für Wohnen, Handel und Gewerbe nicht als optimal an. Hierzu ein etwas verärgerter Bürgermeister: „Wenn wir das nicht wollen, gibt es keine weitere Gemeindeentwicklung und keine günstigen Bauplätze im Rahmen des Berger Familienmodells für junge Leute, die sich in unserer Gemeinde ansiedeln wollen“.

Markus Mederer, Sprecher der Christ-Sozialen, gab die Bitte an Bürgermeister Himmler weiter, auch im nördlichen Bereich der Kommune bauliche Flächen in Zukunft zu erwerben. CSU-Gemeinderat Alois Braun forderte einen Fahrrad- und Gehweg entlang der auf 7,50 Meter Breite auszubauenden Beckenhofener Straße. Nach Aussage von Bauernschmitt will man im Juli ins Verfahren gehen. Die Erschließung könnte 2019 und 2020. erfolgen. Drei Räte lehnten ab.

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Der Haushalt

  • Zahlen:

    Zu zahlende Kreisumlage an Landkreis Neumarkt: 2,27 Millionen Euro; Schlüsselzuweisungen für Kommune: 11,7 Millionen Euro; Gemeindeanteil an Einkommensteuer: 5 Millionen Euro, Abführung von Gewerbesteuer-Umlage: 473000 Euro.

  • Investitionen:

    Allgemeine Verwaltung 195 000 Euro; Brandschutz 159 000 Euro; Schulen 7 Millionen Euro; kulturelle Angelegenheiten 150 000 Euro; Förderung von vollstationären Pflegeeinrichtungen 148 000 Euro; Einrichtungen der Jugendhilfe 133 0000 Euro; Wohnungsbauförderung 324 5000 Euro; Gemeindestraßen mit Bauhof 1280000 Euro; Abwasserbeseitigung 565 000 Euro; Förderung der Breitbandversorgung 160 000 Euro; Wasserversorgung 266 000 Euro.

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