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Projekt

Grünkohl-Smoothie beim Gärtnern entdeckt

Sie legten Beete an, pflanzten Sträucher und Gemüse: Jetzt ernteten die Schüler in Neumarkt einen Preis dafür.
Von Doris Distler

Die fleißigen Gärtner mit ihrem gärtnerischen Leiter Stefan Igelhaut Foto: Distler
Die fleißigen Gärtner mit ihrem gärtnerischen Leiter Stefan Igelhaut Foto: Distler

Neumarkt.Etwas aufgeregt waren die Kinder schon, als sie die Dame von der VR-Bank vor sich hatten, die von ihnen eine Führung durch den Schulgarten erhalten sollte. Aber sie meisterten ihre Erläuterungen hervorragend, so wie sie das auch immer tun, wenn andere Schulklassen kommen und die Kinder ihre Arbeit und die Beeren- und Gemüsesorten erklären. Das war der Einstieg in die Preisvergabe an die Mittelschule West in der Woffenbacher Straße. „Es ist schön, dass das auch von außen gesehen und sogar mit einem Preis gewürdigt wird," sagt Schulleiter Martin Krämer. Er hatte die Idee zu dem Projekt, die er Stefan Igelhaut vorschlug und mit ihm gemeinsam plante: Ein Schulgarten sollte entstehen, der als Projekt in die Schule eingebunden wird.

Unbürokratische Hilfe

Mit Hilfe des Amtes für Nachhaltigkeit in Neumarkt und der VR-Bank Niederbayern-Oberpfalz, die solche Schulprojekte unbürokratisch unterstützt, konnten die Klassenlehrer mit ihren Schülern umsetzen, was der Schulleiter und der Jugendsozialarbeiter Stefan Igelhaut ausgearbeitet hatten. Sie legten Beete an, pflanzten Sträucher und Gemüse – „vorwiegend alte Sorten", wie Krämer erläuterte und dann pflegten die Schüler der fünften Klassen den angelegten Garten. „Sie sind verantwortlich für den Garten, von der Pflege bis zur Weiterverarbeitung der Ernte," so der Schulleiter. Die eine Hälfte der Klasse macht jeweils die praktische Arbeit, die andere Hälfte die theoretische.

Alexandra Mauff-Grotrian von der VR-Bank übergibt den Preis an Jugendsozialarbeiter Stefan Igelhaut und die fleißigen Gärtner. Foto: Distler
Alexandra Mauff-Grotrian von der VR-Bank übergibt den Preis an Jugendsozialarbeiter Stefan Igelhaut und die fleißigen Gärtner. Foto: Distler

Gegenseitig vermitteln sie sich ihr neues Wissen. Zwei Stunden pro Woche sind für die fünften Klassen nun offiziell die Gartenarbeit als Ergänzung zu Biologie-Chemie-Physik. Martin Krämer ist zufrieden mit dieser Entscheidung, denn bei der Gartenarbeit kann Multitaltent Stefan Igelhaut, der noch mit einer halben Stelle als Landschaftsgärtner arbeitet, sein psychologisches Wissen in die Arbeit mit den jungen Leuten einfließen lassen. Deshalb werden Konfliktlösungs-Fälle auch gerne in die Gartenarbeit eingeplant. „Wenn man zusammen arbeitet und sich gegenseitig helfen muss, bleibt kein Platz mehr für Konflikte," ist die Erfahrung von Stefan Igelhaut.

Extra-Wissen: Grünkohl-Smoothie entdeckt

Und nebenbei lernen die Kinder Dinge, die sie bis dahin oft noch nicht kannten: Dass es rote, schwarze und weiße Johannisbeeren gibt, zum Beispiel. Oder wie man einen Grünkohl-Smoothie macht. Und nicht nur das Kennenlernen der Obst- und Gemüsesorten, sondern auch das gesamte Leben und Erleben um die Gartenarbeit seien die Schätze dieses Konzepts, sagt der Pädagoge mit biologischem Hintergrund, der so ganz nebenbei auch noch Erfahrung als Demeter-Erzeuger und als Referent im Haus am Habsberg hat. Da liegt es nahe, dass Schulleiter Martin Krämer diesen Ausnahme-Mitarbeiter noch öfter einsetzen will. Und das ist auch geplant, denn das Gartenprojekt soll noch ausgebaut werden: Im Herbst wird die Schulgartenanlage um eine Streuobstwiese erweitert und im Frühjahr 2019 soll es mit Imkerei losgehen. Natürlich werden die notwendigen Arbeiten dann auch alle von den Schülerinnen und Schülern durchgeführt.

Unterstützung durch VR-Bank

So viel Umwelt-Orientierung und Nachhaltigkeits-Gedanken möchte die VR-Bank unterstützen, wie Marketing-Mitarbeiterin Alexandra Mauff-Grotrian erklärte. An der Ausschreibung können alle Schulen mit nachhaltigen Umwelt-Projekten teilnehmen, die im Verbreitungsgebiet der Mittelbayerischen Zeitung liegen, denn das Medienhaus beteiligt sich ebenfalls an der Förderung. Eine Jury beurteilt dann die Projekte und vergibt die Zusagen für die Förderung. Zu Schuljahresbeginn erhält die ausgewählte Schule dann 1000 Euro Unterstützung. „Das klingt nicht nach viel, aber Projekte können damit angestoßen werden," so Alexandra Mauff-Grotrian.

Schulleiter Krämer würdigt Unterstützung

Schulleiter Krämer bestätigt dies. „Wenn wir das nicht gehabt hätten und dazu die Unterstützung der Stadt Neumarkt, hätten wir mit dem Projekt ein Problem gehabt." So aber habe die Schule alles anschaffen können, was nötig war, um zu beginnen: Gartengeräte, Pflanzen und alles drumherum. „Und die Beete hier werden jahrelang von Schülern bepflanzt und gepflegt, es ist also nachhaltig."

Die Kinder geben in ihrem Garten Führungen. Foto: Distler
Die Kinder geben in ihrem Garten Führungen. Foto: Distler

Derzeit fördern VR-Bank und Mittelbayerische Zeitung zehn Schulen. Alexandra Mauff-Grotrian überreichte schließlich an Stefan Igelhaut den Preis „Die grüne Hand“. Ein Symbol für die Umweltaktivität der Woffenbacher Mittelschule, das in der Aula seinen Platz finden wird. Als alles vorbei ist, streichen die Kinder erneut durch den Garten und betrachten die Beerensträucher und Gemüsepflanzen nachdenklich - aber sehr entspannt.

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