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Bauen

Gymnasium in Parsberg wird zur Baustelle

Verkehrsüberwachung war Thema im Hauptverwaltungsausschuss, während sich der Bauausschuss mit Baumaßnahmen befasste.
Von Günter Treiber

Mit zweijähriger Bauzeit müssen Lehrer und Schüler rechnen, wenn das Gymnasium barrierefrei umgebaut und saniert wird.  Fotos: Günter Treiber
Mit zweijähriger Bauzeit müssen Lehrer und Schüler rechnen, wenn das Gymnasium barrierefrei umgebaut und saniert wird. Fotos: Günter Treiber

Parsberg.In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Dienstagabend ging es vor allem um Großbauten, die demnächst in angriff genommen werden. So wird das Gymnasium einem rigorosen Um- und Neubau unterzogen. Im Gewerbegebiet Hackenhofen II wird ein Investor ein sogenanntes Boardinghaus errichten. An gleicher Stelle wird eine Industriehalle zu einer Trampolinhalle mit Imbiss umgebaut.

Eine zweijährige Bauzeit ist für das Gymnasium seitens des Landkreises als Besitzer der schulischen Einrichtung vorgesehen. Wie Bürgermeister Josef Bauer erläutert, werde der Landkreis 32 Millionen Euro investieren. An der aktuellen Situation wurde festgestellt, dass bislang keinerlei Barrierefreiheit bestehe.

Die Kostenlage sieht folgendermaßen aus: Für den Abbruch bestimmter Bauwerke sind 1,345 Millionen Euro veranschlagt, für die Sanierung 13,62 Millionen, den Neubau 9,64 Millionen, allgemeine Arbeiten 357 000, für die Außenanlagen 1,5 Millionen und für Baunebenkosten 5,5 Millionen Euro.

Der Zugang zum Pausenhof sei nicht ideal, im ganzen Haus bestehe eine sehr komplizierte Orientierung. Das Raumangebot sei zu gering und außerdem sei das gesamte Gebäude energetisch problematisch anzusehen. Unzählige Bauteilanschlüsse machen das Ganze unübersichtlich.

Flachdach wird abgebaut

Vor der Sanierung steht der Abbruch diverser Bauten. So wird das Gebäude an der Bahnhofstraße völlig verschwinden, wie der Bürgermeister erklärte, und das Flachdach wird in ein Satteldach umgebaut werden. Das geringe Raumangebot wird in den Bereichen allgemeiner Unterricht, Naturwissenschaft, musischer Bereich durch neugestaltete Räumlichkeiten deutlich verbessert.

Ebenso werde die Informationstechnologie modernisiert, die Bibliothek, die Verwaltung und der Ganztagsbereich finden neue Räume. Vorgesehen sei, wie Josef Bauer berichtet, dass die Hauptarbeiten in den Ferien stattfinden sollen. Die Schulklassen, die während der Schulzeit betroffen seien, werden in das Förderzentrum umziehen müssen.

Das Ausschussgremium hat zwar einstimmig dem Bauvorhaben die gemeindliche Zustimmung erteilt, aber 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Hopf hat eine bessere Information gefordert. „Ich möchte wissen“, so Hopf, „wie der gesamte Ablauf der Baumaßnahme vor sich geht, wo gelagert wird, und ob der Fortgang der Unterrichte gewährleistet ist“. Bürgermeister Josef Bauer will deshalb die Architekten und Bauleiter zu einer Informationsstunde ins Rathaus bitten.

Im Gewerbegebiet Hackenhofen II will ein Bauherr ein sogenanntes Boardinghaus mit 51 Wohneinheiten errichten. Bürgermeister Josef Bauer und Bauamtleiter Wolfgang Erdinger erklärten auf Nachfrage den Begriff Boardinghaus und seinen Status. „Das Boardinghaus“, so Erdinger, „ist ein Beherbungsbetrieb, ein Zwischending von Mietwohnung und Hotel“.

Als Boardinghaus besteht die Möglichkeit, das Gebäude in einem Gewerbegebiet zu errichten, was mit einem Wohnhaus nicht möglich wäre. Im Boardinghaus können dann zum Beispiel Angestellte einer auswärtigen Firma, die für längere Zeit am Ort beschäftigt sind, für wenige Wochen oder Monate wohnen, was dann kostengünstiger komme, als in einem Hotel. Welcher Service dazu geboten werde, sei nicht bekannt.

Auf demselben Grundstück befindet sich eine Lagerhalle. Diese wird, zur Freude von kleinen und großen Sportlern in eine Trampolinhalle umgebaut. Ein Imbissstand komme noch dazu. Auch dafür hat der Ausschuss seine Zustimmung erteilt.

Verkehrsmoral verbessert

„Die Verkehrsmoral hat sich deutlich verbessert“, stellten die Mitglieder des Hauptverwaltungsausschusses fest. „Wir sollten die Kommunale Verkehrsüberwachung unbedingt weiterführen“, wurde gefordert. „Der Zweckverband führt die Leistungen im Auftrag der Stadt durch“, erklärte im Vorfeld der Berichterstattung Bürgermeister Josef Bauer. Die Stadt übernehme die anfallenden Kosten und erhält im Gegenzug die Buß- und Verwarnungsgelder. Nach positiven Ergebnissen an fast allen Messstellen gab es auch einen neuralgischen Punkt in Willenhofen, bei dem ständig zu schnell gefahren wird.

Zur „Rennbahn“ wurde die Staatsstraße in Willenhofen.
Zur „Rennbahn“ wurde die Staatsstraße in Willenhofen.

Die größte Überschreitung der Geschwindigkeit lag im Ortsteil Willenhofen in der Seer Straße auf Höhe der Dorfstraße. Hier kam es am 29. Oktober 2019 zwischen 9.45 Uhr und 13.15 Uhr bei insgesamt 113 gemessenen Fahrzeugen zu 44 Überschreitungen, das entspreche knapp 39 Prozent. Bei drei Fahrzeugen wurde der Führerschein entzogen. Dass diese Überwachung keine Abzocke sei, hielt der Bürgermeister fest, sondern sie gehöre vielmehr zur Verkehrserziehung.

Der 2. Bürgermeister Jakob Wittmann ist im Ortsteil Willenhofen beheimatet und weiß um diese Probleme. Er will Konsequenzen daraus ziehen und bittet die Verwaltung etwas zu unternehmen, was die Geschwindigkeit reduziert.

Man sollte dabei, so Bürgermeister Bauer, mit dem Landkreis und dem Staatlichen Straßenbauamt reden, ob und wie man den Verkehr verlangsamen könne, beispielsweise mit baulichen Veränderungen im Straßenverlauf.

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