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Kultur

Habgier und falsche Freunde

Bei den Parsberger Burgspielen steht Stefan Zweigs Komödie „Volpone“ auf dem Programm. Auch der Regisseur speilt mit.
Von Vera Gabler

  • Ein Blick in eine Probe auf der Bühne im Burggarten, bei der Regisseur Bernhard Hübl (5. von links) noch viele Tipps gibt. Fotos: Gabler
  • Marlies Dobner (links) passt die Kostüme an, Sabine Wittl assistiert.

Parsberg.Mit Stefan Zweigs „Volpone“ präsentiert sich das Burgspiel-Ensemble Parsberg in diesem Jahr gemäß dem Motto „Das Geld, das Geld vernarrt die Welt ...“. Nach der Verteilung der Rollen und den Sprechproben haben nunmehr die Proben „open air“ begonnen. „Die Aufführungen finden heuer wieder im Burggarten statt“, freut sich Regisseur Bernhard Hübl.

Während die diesjährigen Laienschauspieler Florian Reisinger, Mihriban Aggül (Mimi), Simon Staudigl, Holger Ramburger, Gregor Danil, Christiane Bücherl, Hans Lang, Emre Aggül und Marléne Danil-Loré einen Blick auf ihre Texte legen, bespricht Hübl noch die Kleiderordnung mit Marlies Dobner.

Kostüme müssen passen

Seit Jahren ist es ihre Aufgabe, zusammen mit ihrem Mann Karl-Heinz dafür zu sorgen, dass die Kostüme passen und die Utensilien bereitstehen. An ihre Seite hat sich nunmehr Sabine Wittl gesellt, die ihr in diesem Jahr nicht nur über die Schulter blickt, sondern auch das eine oder andere Kleidungsstück umändert.

„Wir dürfen nichts wegschneiden“, betont Dobner, denn die ausgeliehenen Kostüme müssen für den nächsten Schauspieler auch wieder passend zugenäht werden. Im Säulensaal der Burg Parsberg ist die Umkleide schon gut bestückt, so dass die Eheleute Dobner und Sabine Wittl noch jede Menge zu tun haben.

Als vor zwei Jahren Hübl den langjährigen Regisseur Manfred Janikulla bei den Burgspielen abgelöst hat, hat sich auch die Besetzung der Laienschauspieler gewandelt, angefangen vom Spielleiter Simon Staudigl, der wie sein Vorgänger Anton Spangler in diesem Jahr auch als Schauspieler aktiv in das Stück eingebunden ist. Die Regieassistenz liegt in diesem Jahr in den Händen von Stefanie Koller. Nach ihrer Hauptrolle im vergangenen Jahr als Magdalena verzichtet sie nach der Geburt ihres dritten Kindes in diesem Jahr auf die Bühne.

„Volpone“ ist eine Komödie in drei Akten, in der es um Habgier, Erbschleicherei und falsche Freunde geht. „Es geht aber nicht ganz so gut aus, wie ich mir das vorstelle“ verrät Florian Reisinger, der in diesem Jahr den reichen Levantiner namens Volpone spielt.

Die Namen, so Hübl, sind italienische Tiernamen, die auch die Charaktere ausdrücken. Volpone für den Fuchs, Mosca als Schmarotzer von Volpione – gespielt von Mimi – ist die Schmeißfliege und Notar Votore (Simon Staudigl) ist ein Geier. Und wo es ums Geld geht, da darf ein Wucherer namens Corbaccio als Krähe nicht fehlen, die vom Regisseur Hübl gespielt wird. Als Rabe wird Ramburger in der Rolle des Kaufmanns Corvino gesehen und eine Taube ist Gregor Danil in der Rolle des Leone, Sohn des Wucherers.

Der Spaß am Stück und an den Proben springt auf die „Zaungäste“ über. Da ist es kein Problem, wenn man im Text noch hängen bleibt oder wenn das Zusammenspiel von Text und Gesten nochmals geübt werden muss.

Hübl springt wieder dazwischen, um dabei zu helfen, die Wirkung der Worte mit Händen zu verstärken.

Bernhard Hübl hat rund 50 Theaterstücke inszeniert und mindestens 40Rollen selbst gespielt. Seine schönste Rolle war nach eigenen Worten der Boandlkramer im Stück „Der Brandner Kaspar“, das im Jahr 2004 anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des Kallmünzer Kolpingtheaters aufgeführt wurde.

Regisseur als Steuermann

Außerdem spielt Hübl gerne Werke von Karl Valentin. Unter anderem wurden hier schon Stücke auf der Kallmünzer und der Wolfsegger Burg aufgeführt. Auch das Stück „Volpone“ ist ihm nicht neu, er hat das Stück schon früher begleitet. „Eine Theatergruppe ohne Regisseur ist wie ein Schiff ohne Steuermann. Jeder muss seine Funktion erfüllen, sonst funktioniert so etwas nicht richtig“ erklärt Hübl abschließend die Aufgabe eines Regisseurs. Aber gerade das reize ihn, so dass er noch viele Wege gehen und Ziele verfolgen werden.

Nachdem aber nicht wirklich täglich Laienschauspieler an die Tür klopfen, um mitspielen zu dürfen, hat sich das Burgspiel-Ensemble etwas Besonderes ausgedacht. „Wir veranstalten am 8. Juni von 18 bis 19 Uhr eine öffentliche Probe im Burggarten“, so Staudigl. Nach einem Blick auf die verborgene Probenarbeit traut sich vielleicht der eine oder andere, die Bühne einmal selbst auszuprobieren.

Es sei keine Verpflichtung wenn man Interesse zeige, aber oft fehle ja nur ein kleiner Schritt auf die „Bühne“ und man gehöre zu dem Burgspiel-Ensemble wie zu einer Familie. Auch Hübl unterstützt diese Aktion, blickt er doch auf das vergangene Jahr zurück, als man zu „Magdalena“ noch das Kinderstück „Räuber Hotzenplotz“ aufführte. Das gehe aber nur mit genügend Schauspielern.

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