MyMz
Anzeige

Umwelt

Harte Arbeit, um Natur zu erhalten

Manuel Zachmeier ist Landschaftspfleger. Unter anderem mäht er das Schilf im Deusmauerer Moor – was nicht einfach ist.
von Christine Riel-Sommer

Häufig muss Partnerin Susanne helfen. Mit dem Körpergewicht wird der Mäher gesteuert. Foto: Riel-Sommer
Häufig muss Partnerin Susanne helfen. Mit dem Körpergewicht wird der Mäher gesteuert. Foto: Riel-Sommer

Deusmauer.Manuel Zachmeier ist gelernter Schäfer und Landschaftspfleger. Mit seinen Geräten übernimmt er in einem Teilstück des Deusmaurer Moors den jährlichen Schilfschnitt, damit es sich nicht zu sehr ausbreitet. Er trägt so dazu bei, dass bayernweit gefährdete Pflanzen wie das Sumpf-Herzblatt im Landkreis Neumarkt erhalten werden.

„Die Wasserlöcher sind gefährlich, da kann man schnell einsinken“, erklärt Manuel Zachmeier und startet seinen Brielmaier. Das ist ein Spezialmäher – allerdings ohne Luxusausstattung. Ähnlich wie bei einem konventionellen Rasenmäher geht der 27-Jährige hinter dem Gerät her, steuert es durch das eigene Körpergewicht und mäht die erste Reihe Schilf. „Das kann vor allem bei Hitze anstrengend sein“, sagt er. Der Schweiß rinnt ihm jetzt schon von der Stirn. Aber damit könne er „effizient Landschaftspflege in Hanglagen oder in moorigen und damit schwer zugänglichen Bereichen übernehmen.“ Vor der Anschaffung des Geräts habe er mit der Motorsense geschnitten. Das sei erheblich aufwendiger gewesen.

Partnerin Susanne Humel ist dabei

Zachmeier bei der Schilf-Mahd im Deusmaurer Moor: Wasserlöcher sind dort immer wieder.  Foto: Riel-Sommer
Zachmeier bei der Schilf-Mahd im Deusmaurer Moor: Wasserlöcher sind dort immer wieder. Foto: Riel-Sommer

Bei der dritten Reihe wird der heurige Wasserstand im Moor offensichtlich. Flächen von einigen Metern sind eine zusammenhängende Einheit: Wasserdichte hohe Arbeitsschuhe sind schon allein deswegen ein absolutes Muss. Aus Sicherheitsgründen ist bei risikoreichen Mäharbeiten immer Partnerin Susanne Humel dabei. Sie ist auch beruflich bei Bedarf an Zachmeiers Seite. Humel steuert meist das zweite Gerät.

Heute sind ein Heuschieber und Schwader im Einsatz. Auch beim Schwader geht man zu Fuß und steuert mit dem Körper während das Schilf gebündelt wird, um es dann mit dem Heuschieber abzutransportieren. Doch soweit kommt es erst mal nicht. Denn schon zehn Minuten nach Arbeitsbeginn muss die 32-jährige Zachmeier zur Hilfe eilen: Im Notfall – wie jetzt – ziehen beide mit ganzer Kraft das Mähwerk aus einem Wasserloch. Und das wird heute nicht das einzige Mal bleiben.

Zachmeier hat auch Schafe, die er zur Landschaftspflege auf dem Dillberg einsetzt.  Foto: Riel-Sommer
Zachmeier hat auch Schafe, die er zur Landschaftspflege auf dem Dillberg einsetzt. Foto: Riel-Sommer

Die Auftraggeber von Manuel Zachmeier sind vielfältig. Es sind zum Beispiel Privatpersonen, denen er im Frühjahr die Obstbäume schneidet. Er fällt problematische Bäume und pflegt Gärten oder Betriebsgelände. Seine Kunden sind aber auch Städte oder Naturschutzbehörden, für die er Entbuschungen, Trockenmagerrasen-, Heckenpflege und Pflanzaktionen übernimmt. Dass er auch Schafe zur Landschaftspflege am Dillberg einsetzt, um Flächen kurz zu halten, passt ins Konzept.

Mahd, um Pflanzen zu erhalten

Heute ist Zachmeiers Kunde der Landschaftspflegeverband Neumarkt. Wieso man das Schilf kurz halten lässt, erklärt Agnes Hofmann: „Für manche bayernweit gefährdete Pflanzenarten braucht es die jährliche Mahd. Der Bestand des Sumpf-Herzblattes, der Sumpf-Stendelwurz und des fleischfarbenen Knabenkrauts verschwindet, wenn das Schilf zu weit vordringt.“ Die Mahd ist schwere körperliche Arbeit. Nicht ohne Grund suchen die Behörden immer wieder per Ausschreibung und Bewerbungsverfahren Landwirte oder Fachpersonal wie Zachmeier, das die Pflege von Abschnitten übernimmt.

Mit dem Heuschieber und Frontlader wird das Gras aufgeladen und per Anhänger abtransportiert.  Foto: Riel-Sommer
Mit dem Heuschieber und Frontlader wird das Gras aufgeladen und per Anhänger abtransportiert. Foto: Riel-Sommer

Zachmeier hat inzwischen das Schilf gemäht und ist dabei, es mit dem Schwader zu bündeln und dann per Heuschieber ins Trockene zu bringen. Dort lädt Humel das Gut mit einem Frontlader auf einen Anhänger. Auffällig ist am Traktor die breite Bereifung. Humel erklärt: „Diese Terrabereifung reduziert den Bodendruck, verhindert das Einsinken und erlaubt bodenschonendes Arbeiten.“

Zachmeier möchte sich weiter entwickeln. Neben Weiterbildungen sind ihm deshalb auch Investitionen wichtig, zum Beispiel in Zwillingsbereifung. Ihn freut diese Fuhrparkerweiterung – er berichtet aber auch vom „Nachteil“ im Alltag: Mit den Spezialreifen kann man nicht auf der Straße fahren. Man müsse den Traktor entweder transportieren oder die Reifen vor und nach dem Einsatz wechseln – eine zeitaufwendige Sache.

Auch bei Regen und Hitze gibt es genug Aufgaben. Zachmeier erzählt: Vor zwei Jahren habe es viele und so aggressive Wespen gegeben – und im vergangenen und diesem Jahr seien wegen des vielen Regens die zu mähenden Gebiete kaum zugänglich gewesen. Da es für die Spezialgeräte keine Werkstätten gebe, repariere er alles selbst.

Zachmeier sagt, ihm gefalle, was er tut. Er wolle mit niemandem tauschen. Der Deininger sagt, er wolle nichts anderes machen und genieße die Arbeit in der Natur. Auch wenn ihm bewusst sei, dass er das körperlich wohl nicht bis zur Rente durchhalten könne. „Aber bis dahin ist es ja noch lange“, sagt er und ölt die Spezialgeräte zum dritten Mal, bevor er sie wieder auf den Hänger schiebt.

Er beendet den Arbeitstag mit dem Abtransport des Schilfes. Das dient in Stücke geschnitten seinen Schafen im Winter als Einstreu – ein echter Kreislauf.

Weitere Nachrichten aus den Gemeinden der Region Neumarkt finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht