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Region Neumarkt
Montag, 20. August 2018 28° 2

Natur

Heimat der Vögel in Neumarkt in Gefahr

Der Landesbund für Vogelschutz kritisiert die „erschreckende“ Zerstörung von Hecken im Landkreis Neumarkt.

Diese Hecken bei St. Coloman im Gemeindegebiet Velburg wurden stark zurückgeschnitten. Fotos: G. Knipfer
Diese Hecken bei St. Coloman im Gemeindegebiet Velburg wurden stark zurückgeschnitten. Fotos: G. Knipfer

Neumarkt.In diesen Wochen kehren viele Zugvögel aus ihren Winterquartieren zurück. Mancher Vogel wird seinen angestammten Lebensraum aber nicht mehr finden, denn viele Hecken in der Kulturlandschaft sind durch einen unsachgemäßen Rückschnitt beschädigt oder zerstört worden.

In den vergangenen Monaten wurde bereits über eine Heckenrodung bei Pavelsbach ausführlich berichtet. Leider war dieser Vorfall kein Einzelfall, wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) im Kreis Neumarkt in einer Pressemitteilung erklärt. Schon seit längerem beobachte der LBV, dass Hecken entlang von Straßen und Wegen rücksichtslos und ohne Einhaltung der guten fachlichen Praxis zurückgeschnitten werden. manche von ihnen würden gar „totgepflegt“, heißt es.

„Hecken müssen gepflegt werden, damit sie als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten bleiben. Abschnittsweise kann eine Hecke durchaus auf den Stock gesetzt werden. Wenn aber Sträucher einfach durch technische Geräte „zerfleddert“ werden, oder wenn sie auf halber Höhe gestutzt werden, können Pilze und Schädlinge die Schnittstellen befallen. Die Sträucher sterben dann oftmals ab“, stellt der LBV in seiner Erklärung fest.

Selbst wenn die Hecke wieder austreibt, brauche es Jahre, bis sie erneut als Lebensraum für die Vögel, Insekten, Eidechsen und Igel dienen kann, die dort vorher ihren Unterschlupf und Brutmöglichkeiten gefunden haben.

Der LBV fordert aus diesem Grund alle Verantwortlichen auf, diesem Frevel an der Natur Einhalt zu gebieten. „Wir appellieren vor allem an das Landratsamt Neumarkt und die Gemeinden, mehr für eine sachgemäße Pflege der Hecken zu unternehmen“, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: „Wir brauchen einheitliche fachliche Standards für die Heckenpflege, die von allen Beteiligten (Gemeinden, Jagdgenossenschaften, Grundstückseigentümer) anerkannt und eingehalten werden. Die Kulturlandschaft sei durch die Intensivierung der Landwirtschaft ohnehin in vielen Bereichen verarmt. „Wenn auch noch die Hecken nach und nach verloren gehen, sieht es für Flora und Fauna, aber auch für das Landschaftsbild unserer Heimat düster aus“, sagt der LBV.

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