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Essen

Hier dreht sich alles um die Nuss

Die Firma Eisblümerl stellt in Lauterhofen Bio-Aufstriche und Nougat-Cremes her. Die Rezepte setzen auf viel Nuss.
von Michael Sperger

In Dietmar Langners Job dreht sich alles um Nüsse. Foto: Michael Sperger
In Dietmar Langners Job dreht sich alles um Nüsse. Foto: Michael Sperger

Lauterhofen.Der Duft von gerösteten Nüssen dringt aus der Produktionshalle, als Dietmar Langner die Tür öffnet. „Für Menschen mit Nussallergie wird es hier drin unangenehm“, sagt er und schmunzelt. Langner ist einer der Geschäftsführer der Firma Eisblümerl, die seit 2017 in einem Gewerbegebiet bei Lauterhofen Aufstriche und Muse rund um Haselnuss, Erdnuss, Mandeln und vieles mehr herstellen. Mehrere Tausend Gläser fertigen die Mitarbeiter täglich.

Die Firma selbst gibt es seit 1998. Am Anfang wollte Eisblümerl veganes Bio-Eis herstellen. Über Nusseis kam die Firma bald zu den Nüssen, die heute mehr als 50 Mitarbeiter in Büro und Produktion beschäftigen. „Die Firma hat vor 20 Jahren mit kleinen Ständen bei Märkten angefangen und ist jetzt im Einzelhandel angekommen“, sagt Langner. Der Standort im Landkreis Neumarkt passe gut zu dem Unternehmen. „Wir fühlen uns hier wohl und freuen uns, auch in den Bio-Märkten Neumarkts gut aufgenommen zu werden.“

Den ersten Spatenstich für die neue Lagerhalle in Lauterhofen gab es im Juli 2017. Seit 1992 haben sich in der Hohen Birke, so heißt das Gewerbegebiet, mehr als 17 Betriebe mit über 100 Arbeitsplätzen niedergelassen.

Lauterhofen

Eisblümerl expandiert weiter im Gewerbegebiet

Der erste Spatenstich für eine neue Lagerhalle der Firma Eisblümerl erfolgte im Gewerbegebiet Hohe Birke.

Nüsse aus aller Welt

Die Nüsse für die Produkte von Eisblümerl kommen aus der ganzen Welt: Mandeln aus Sizilien und Kalifornien, Datteln aus Tunesien, Walnüsse aus Indien und Erdnüsse aus Ägypten. Dabei achtet die Firma Eisblümerl besonders auf biologischen Anbau. So rechtfertigt das Unternehmen den höheren Preis im Vergleich zu anderen Produkten im Handel. Ein 250-Gramm-Glas Nussmus kostet im Online-Shop zwischen drei und acht Euro. „Wir hoffen, dass der Verbraucher in Zukunft für gute Qualität etwas tiefer in die Tasche greift“, sagt Dietmar Langner. Etwa drei Millionen Gläser produziert die Firma aktuell pro Jahr. Verkauft werden diese zum Teil unter dem Label großer Supermärkte.

Die Nüsse werden dann in Lauterhofen in zwei großen Öfen fettfrei geröstet. Auch die Weiterverarbeitung zu Mus oder Aufstrich passiert dort. „Wir sind eine Mischung aus Handwerksbetrieb und Industrie“, sagt der Geschäftsführer. Denn viele Handgriffe, wie das Befüllen der Gläser und das Schließen der Deckel erledigen Menschen.

Sehen Sie hier Einblicke in die Produktion in Lauterhofen:

Die Produktion bei Eisblümerl

Nuss-Nougat-Rebellen

Eines der beliebtesten Produkte aus dem Sortiment von Eisblümerl ist wohl der hauseigene Nuss-Nougat-Aufstrich. Mit 70 Prozent Haselnüssen und 14 Prozent Zucker im Glas versucht Eisblümerl, ein Zeichen zu setzen. „Wir wollen auf den natürlichen Geschmack der Nüsse setzen“, sagt Langner. Das ist auf dem Markt derzeit nicht unbedingt üblich. Zum Vergleich: Das übermächtige Konkurrenzprodukt von Ferrero beinhaltet 13 Prozent Haselnüsse und 56 Prozent Zucker, dazu das umstrittene Palmöl, das gesundheitsschädlich sein soll. Die Europäische Lebensmittelbehörde (European Food Safety Authority, EFSA) hat im Mai 2016 sogar erklärt, dass das Öl Krebs verursachen könnte.

Eisblümerl verwendet außerdem keinen weißen Kristallzucker, um die Aufstriche zu süßen. Stattdessen benutzt die Firma nur natürlichen Rohrohzucker.

50 bis 60 verschiedene Produkte gibt es mittlerweile von Eisblümerl im Handel und im Online-Shop. Darunter sind zum Beispiel Erdnussbutter und verschiedene Varianten von Nougat-Cremes. Aber auch exotischere Varianten wie Studentenfutter als Aufstrich, Erdnuss-Hanf-Mus oder Mandel-Cranberry-Aufstrich stehen im Sortiment der Marke mit Eisbär und Blume. „Unser Anspruch ist es, vor allem gesunde Aufstriche produzieren“, sagt Langner. Aber auch der Geschmack sei sehr wichtig.

„Die Kinder haben sich an den süßen Geschmack der handelsüblichen Cremes gewöhnt.“

Dietmar Langner, Geschäftsführer

Und der Geschäftsführer hat noch nicht genug: „Wir experimentieren ständig an neuen Kreationen herum.“ Dafür ist in der Produktionshalle sogar eine eigene Ecke für Produktentwickler reserviert, die dort jeden Tag an neuen Rezepturen herumtüfteln. Denn das Sortiment soll auch in den kommenden Jahren noch weiter wachsen.

Anfang 2019 sollen zum Beispiel drei neue Schoko-Nuss-Aufstriche auf den Markt kommen. Die neue Rezeptur, an der die Produktentwickler noch basteln, soll etwas süßer und dadurch besonders kinderfreundlich, aber immer noch gesund sein. Es soll ein Kompromiss sein. „Die Kinder haben sich an den süßen Geschmack der handelsüblichen Cremes gewöhnt. Das nussige Aroma entspricht dann nicht ihren Gewohnheiten“, sagt Langner, der mit einem 11-jährigen Sohn aus Erfahrung spricht.

Rezepte zum Nachkochen finden Sie hier:

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