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Region Neumarkt
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Nachwuchsförderung

Hier profitiert ganz Möning

Beim FC Möning kümmert sich Leo Seitz bereits seit 13 Jahren als Trainer um die kleinsten Fußballer im Verein.
Von Heike Regnet

Auch wenn beim Spiel der jüngsten Nachwuchskicker im Verein noch nicht alle Fußballregeln gelten, ab und zu muss Trainer Leo das Match doch unterbrechen. Denn auch hier ist nicht alles erlaubt.
Auch wenn beim Spiel der jüngsten Nachwuchskicker im Verein noch nicht alle Fußballregeln gelten, ab und zu muss Trainer Leo das Match doch unterbrechen. Denn auch hier ist nicht alles erlaubt.

Möning.Zwei der vier Fähnchen, die sonst an den Ecken eines Fußballfeldes stehen, stecken am Montagnachmittag mitten auf dem Platz. Sie markieren das Kleinfeld, auf dem die G-Jugend des FC Möning gerade kickt. Die Jüngsten in der Fußballriege des Vereins sind mit Feuereifer bei der Sache. Kein Ball wird von den Nachwuchskickern verlorengegeben und bei den heißen Temperaturen kommen die Kleinen ganz schön ins schwitzen.

Am Rand des Spielfelds, immer auf Höhe des Geschehens, ist Betreuer und Trainer Leo Seitz, dem Matthias Rascher zur Seite steht. „Aufpassen!“, ruft er von draußen in Richtung Torwart, als Manuel an der Mittellinie den Ball übernimmt und losstürmt. Sekunden später schießt er auf das Tor und der Ball verfehlt nur knapp das Ziel. „Gut gemacht! Das war klasse! Weiter so! Der Nächste passt!“ ruft Trainer Leo dem Stürmer zu und schon geht es weiter.

Trainer der Kleinsten im Verein

Seit 2005 ist Leo Seitz Trainer der Jüngsten im Verein. „Ich hab‘ die Aufgabe übernommen, als mein Sohn Benni dabei war“, erzählt der 51-Jährige. „Zu meiner Zeit konnte man ja erst mit 14 Jahren zum Verein, denn da begann das Training erst mit der C-Jugend.“ Fußball stand für Leo Seitz schon immer an erster Stelle. Jede freie Minute verbrachte er auf dem Fußballplatz und so kickte er schließlich auch in der ersten Mannschaft.

Und nach der Trainingseinheit gibt Trainer Leo zur Besprechung noch eine Runde Salzbrezeln aus – da sagt keiner Nein. Fotos: Regnet
Und nach der Trainingseinheit gibt Trainer Leo zur Besprechung noch eine Runde Salzbrezeln aus – da sagt keiner Nein. Fotos: Regnet

Gunda ist die Frau an seiner Seite. Seit 1988 sind die beiden ein Paar. „Und für mich war ja schon damals klar, wenn ich meinen Mann treffen will, dann am besten auf dem Fußballplatz“, sagt sie und lacht. Dem aktiven Part als Spieler in der ersten Mannschaft folgte der Einsatz als Spielleiter und schließlich als Jugendtrainer.

15 Jungs kicken derzeit in der G-Jugend. Einmal in der Woche ist Training. „Dann geht‘s für mich meistens direkt von der Arbeit auf den Platz“, sagt Seitz. Einen Co-Trainer zu finden, sei in den letzten Jahren nicht mehr so schwierig gewesen. „Wenn einer die Konstante des Trainerteams ist, dann findest du leichter einen Partner.“ Auch eine Übungsleiterschulung hat „der Trainer“, wie ihn die Kids respektvoll nennen, absolviert. „Das Training soll ja kindgerecht sein. Und dafür brauchst du natürlich auch einen Plan“, sagt Seitz. So bereitet er sich auf die Trainingseinheiten mit den Vier- bis Siebenjährigen stets gut vor. „Das passiert dann meistens am Sonntagnachmittag.“

Auch einige der Eltern sind beim Training vor Ort, um ihrem Nachwuchs ein wenig zuzusehen. „Im Lauf der Zeit hat sich aber auch hier einiges verändert“, sagt Seitz. Da die Bambinis noch nicht in der Runde spielen, treten sie öfters im Jahr bei Turnieren an, um ihr Können zu zeigen. „Früher waren dann auch die meisten Eltern oder zumindest ein Elternteil dabei“, meint Seitz. „Heute drücken dir vor der Abfahrt am Treffpunkt viele nur noch den Kindersitz in die Hand und verschwinden wieder. Das ist eigentlich schade.“

So waren auch bei der Stadtmeisterschaft vor einigen Wochen nicht alle Eltern dabei, als sich ihre Kids zum dritten Mal in Folge den Meistertitel sicherten. „Und das haben wir natürlich entsprechend gefeiert“, sagt Seitz. „Wir haben ja auch auf den Erfolg hintrainiert.“ Der Spaß kommt beim Training nie zu kurz. Und als Trainer der Kleinsten geht es sowieso nicht nur um das Spiel. „Vom Schuhe zubinden oder mit aufs Klo gehen bis zum Mut zusprechen und trösten – da gehört eben alles dazu“, sagt Seitz.

Mehr über die Ehrenamtsförderung beim FC Möning erfahren Sie hier:

Ehrenamt beim FC Möning

  • Michael Zeller:

    Als Ehrenamtsbeauftragter schlägt Zeller, zugleich auch 2. Vorstand des FC Möning, langjährig engagierte Mitglieder beim BLSV zur Auszeichnung vor.

  • Besondere Auszeichnung:

    Für herausragende Leistung im Ehrenamt über Jahrzehnte hinweg erhielten den „Lebensoskar“ mit DFB-Uhr beim FC Möning bislang Josef Bauer, Hans Grad und Manfred Berthold. In diesem Jahr soll Josef Hess diese Ehrung erhalten.

Bereits mit vier Jahren können die Kids bei den Bambinis mitmachen. Regelmäßig lädt der FC Möning zum Schnuppertraining ein. So auch am 20.Juli ab 16 Uhr. Jeder kann hier vorbeikommen und mitmachen. „Beim Fußball können die Kinder viel lernen“, sagt Seitz. „Fairen Umgang miteinander, soziales Verhalten und auch Disziplin. Wenn man sich im Verein engagiert, dann profitiert das ganze Dorf.“

Helfer sind stets willkommen

Die Ideen gehen den Jungs nie aus: Warum Tore wegräumen, wenn man doch so schön drin spielen kann?
Die Ideen gehen den Jungs nie aus: Warum Tore wegräumen, wenn man doch so schön drin spielen kann?

Engagierte Mitarbeiter sind in jedem Verein gefragt. „620 Mitglieder haben wir derzeit im FC Möning“, sagt Vorsitzender Christian Muschaweck. „Neben Fußball bieten wir Tischtennis, Tennis, Damengymnastik und Kinderturnen an. Und dann haben wir noch die Skiabteilung. Überall werden Helfer, Betreuer oder Übungsleiter gebraucht.“ Doch nicht nur im sportlichen Bereich ist Engagement gefragt. Auch bei den Vereinsfesten sind Helfer gefragt, wie am Wochenende beim Stadttorfest. Hier war der FC Möning mit einem Pilsstand plus Zelt vor Ort. „45 Helfer waren in den zwei Tagen im Einsatz“, sagt 2. Vorsitzender Michael Zeller. „Bei der Fußballstadtmeisterschaft letztes Jahr waren es an die 200.“

„Wenn du dich ehrenamtlich engagierst, gibt dir das auch was“, sagt Seitz mit Blick auf die begeisterten Kids. „Fußball ist toll“, sind sich Ludwig und Noah beim Aufräumen nach dem Training einig. „Und jetzt gibt’s Brezeln“, sagen sie. Trainer Leo wartet schon zur Abschlussbesprechung auf dem Platz und als sich alle um ihn versammelt haben, darf sich jeder fünf Brezeln aus der Tüte nehmen. Denn nach dem Training schmecken die besonders gut.

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