MyMz
Anzeige

Vorträge

Hilfe für Neumarkter Vereine

Finanzexperten informierten Vereinsvertreter darüber, was es bei Spenden, Steuern und Vergütungen zu beachten gibt.
Von Helmut Sturm

Vereine müssen sich nicht nur bei der Jugendarbeit auskennen – sondern auch im Regeldschungel der Finanzgesetze. Foto: Waltraud Grubitzsch
Vereine müssen sich nicht nur bei der Jugendarbeit auskennen – sondern auch im Regeldschungel der Finanzgesetze. Foto: Waltraud Grubitzsch

Neumarkt.Eines vorweg, vergnügungssteuerpflichtig war die 51. Informationsveranstaltung des Finanzministeriums unter der Leitung von Staatssekretär Albert Füracker am Dienstagabend in der Kleinen Jurahalle nicht. Dafür aber umso interessanter für die geladenen Gäste – Vereinsvorsitzende aus der Stadt und dem Landkreis. Mehr als 400 Verantwortliche nutzten die Gelegenheit, sich über die Vereinsbesteuerung und das Ehrenamt zu informieren.

In seinem Grußwort warb Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer als stellvertretender Landrat um Verständnis für die ehrenamtlichen Vereinsvorsitzenden bei den Finanzprofis.

Staatssekretär Albert Füracker sah dies bei seinen Beamten als gegeben und betonte weitergehend die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Vereinswesens, des bürgerlichen Engagements und seiner steuerlichen Förderung in unserem Staat.

Experten berieten die Vereinsvertreter in kniffligen Angelegenheiten. Foto: Helmut Sturm
Experten berieten die Vereinsvertreter in kniffligen Angelegenheiten. Foto: Helmut Sturm

Welche existenzbedrohenden Folgen es für einen Verein haben kann, wenn er seine Steuerprivilegien verliert, zeige sich eindrucksvoll am Beispiel des ADAC. Dessen gelbe Engel seien gewaltig ins Flattern geraten, als aufgrund von juristischen Unstimmigkeiten die steuerliche Gemeinnützigkeit in Frage gestellt wurde. Hochrangige Beamte des Ministeriums erläuterten den Vereinsvertretern, was sie beachten müssen, um die steuerlichen Privilegien nicht zu verlieren.

Im ersten Vortrag befasste sich Dr. Robert Hierl mit der Umsatzsteuerpflichtbei den unterschiedlichsten Aktivitäten der Vereine. Vor- und Nachteile des Vorsteuerabzugs kamen ebenso zur Sprache, wie die Bedingungen zu Steuerbefreiungen. Den Verein als Arbeitgeber beleuchtete der Beitrag von Ida Maschauer. Dabei ging die Referentin besonders ausführlich auf die Handhabung der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen ein.

Der Leiter des Körperschaftsreferates im Ministerium, Dr. Harald Brandl, brachte den Vereinsvorsitzenden die exakten Spielregeln im Umgang mit Spendenbescheinigungen nahe bzw. näher. Was sind Spenden aus steuerlicher Sicht und wie behandele ich einen „Verzicht auf einen wirksam eingeräumten Vergütungsanspruch?“, waren zwei der vielfältigen Facetten dieses Themas. Für Entspannung zwischen den Wortbeiträgen sorgte Armin Scharnagl mit der Bläsergruppe des Nürnberger Zollorchesters.

Wie Sie mehr über die Inhalte der Veranstaltung erfahren, lesen Sie hier:

Gut zu wissen

  • Zum Nachlesen:

    Alle Fachvorträge des Abends und noch zusätzliche Informationen sind unter: www.stmflh.bayern.de/steuern/
    vereine/ hinterlegt.

  • Information.

    Ausführliche Informationen und Hinweise gibt die bei allen Finanzämtern erhältliche Broschüre „Steuertipps für Vereine“. Sie steht auch als Download auf der oben aufgeführten Website zur Verfügung.

Die Komplexität der Steuergesetzgebungzeigte sich bei der anschließenden Diskussion. Es war die Rede von Belegvorhaltepflichten oder Belegaufbewahrungspflichten, von unangemeldeten Kassenschauen und davon, ob bei zustehenden Pauschalen unbedingt Geld fließen müsse. Jetzt waren auch die Leiter der Finanzämter Neumarkt und Amberg gefragt. Häufig ging es um die richtige Ausstellung von Spendenquittungen. Dabei zeigte sich, dass dies oftmals nicht erforderlich ist, da es sich bei den spendenden Firmen ohnehin um steuerlich wirksame Betriebsausgaben handele.

Das Gremium leicht ins Wanken brachte Marion Stiegler-Beer: Wie geht man mit der Spitze bei der Christbaumversteigerung spendentechnisch um? Zwischen der Vorsitzenden der Feuerwehr Markstetten und dem Ministerialrat einwickelte sich ein heiterer Dialog, dem sich die toughe Frau deutlich gewachsen zeigte. Kommentar des Deininger Bürgermeisters Alois Scherer: „Der da oben war noch nie auf einer Christbaumversteigerung.“

Weitere Berichte aus dem Landkreis Neumarkt finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht