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Region Neumarkt
Donnerstag, 16. August 2018 27° 1

Technik

Hilfe für Väterchen Frost und Frau Holle

Der Klasse 7b aus Parsberg wurde gezeigt, wie die Beschneiungsanlage des Arber-Skigebiets funktioniert.
Von der Klasse 7b der Mittelschule Parsberg

Die auch mit Strom aus der Photovoltaikanlage betriebene Pumpstation ist das Herzstück der Beschneiungsanlage. Foto: Pöppl
Die auch mit Strom aus der Photovoltaikanlage betriebene Pumpstation ist das Herzstück der Beschneiungsanlage. Foto: Pöppl

Bayerisch Eisenstein.Das Arber-Gebiet ist eine Ganzjahres-Urlaubsregion. Der Winter – und damit der Wintersport – werden ganz großgeschrieben, womit der Schnee eine Hauptrolle übernimmt. Eine moderne Skiarena hat neben den Lieferungen von Frau Holle selbstverständlich schon längst weitere Versorger verpflichtet, in Form von Schneekanonen – so sagt man noch im Volksmund. Von „Elektranten“, die im Gegensatz zum Hydranten neben Wasser auch Strom haben, spricht der Fachmann.

„Väterchen Frost etwas unter die Arme greifen“ nennt die Südtiroler Firma Techno-Alpin fast poetisch den Einsatz ihrer vollautomatischen Beschneiungsanlage am Arber, die zu der natürlichen weißen Pracht von oben für Ergänzung sorgt.

Begriff „Kunstschnee“ ist verpönt

Die Bezeichnung „Kunstschnee“ ist inzwischen bei Fachleuten übrigens zu Recht verpönt, Maschinenschnee heißt korrekt das Produkt, das eben mithilfe von Maschinen nur aus Wasser und Strom ohne künstliche Zusätze erzeugt wird. Aus einem Kubikmeter Wasser werden zwei Kubikmeter Schnee. 14 000 Kubikmeter Wasser stehen in einem sogenannten Beschneiungsteich zur Verfügung, das reicht für vier Tage Betrieb. Das Wasser kommt übrigens aus natürlichen Quellen. Ab minus drei Grad Außentemperatur ist der Betrieb wirtschaftlich. Und auf Wirtschaftlichkeit wird am Arber sehr geachtet; ein Kubikmeter Maschinenschnee kostet immerhin gut drei Euro. Letzte Wintersaison war die Natur großzügig: Nur an zwei Tagen mussten die Schneekanonen in Aktion treten, um den Wintergenuss durchgehend zu ermöglichen. In einer Durchschnittssaison laufen sie 20 Tage.

Drei 300-KW-Motoren – mit deren Abwärme übrigens sogar die Bahnhöfe der Sesselbahnen und der Gondelbahn beheizt werden – befördern das Wasser den Berg hoch, in 50 Maschinen wird die weiße Pracht erzeugt. Das in feinste Partikel zerstäubte Wasser wird durch die kalte Umgebungsluft am Arber in erstklassigen Schnee verwandelt, wie es in einer Broschüre zum Beschneiungskonzept heißt, in der auch erklärt wird, dass dieser Prozess durch ein zentrales Leitsystem in der Talstation gesteuert wird - „von wo aus wir auch die Qualität der weißen Flocken festlegen können.“ „Alle Neune“ heißt es in diesem Fall, denn das Programm kann tatsächlich neun verschiedene Schneestufen liefern, von nass bis trocken.

Die Hersteller-Firma weist generell darauf hin, dass sie Marktführer auf dem Gebiet der technischen Schneeerzeugung ist und stellt besonders heraus, wie wenig der Maschinenschnee anfällig gegen kurze Regenschauer sei. Tausende Skifahrer, Snowboarder und Rodler profitieren jeden Winter davon, eben auch bei nicht optimalen Wetterbedingungen, ihren Sport treiben zu können. Ihnen dürfte es auch egal sein, wie sich die Schneekristalle von Naturschnee und Maschinenschnee unterscheiden.

Eigenkühlung im Schnee

Für Spezial-Interessenten hier dennoch ein kleiner Exkurs darüber. Also: Naturschnee kristallisiert stark aus auf dem Weg von den Wolken zum Boden und erzeugt eine Art Sechseck. Der Maschinenschnee bildet auf seiner kurzen Entstehungsstrecke ein rundes Eiskorn, hält aufgrund seines hohen Wassergehalts bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt länger, fabriziert im Schnee selbst eine Art Eigenkühlung.

Bleibt noch die Frage, die immer noch diskutiert wird, ob der Maschinenschnee nicht doch umweltschädlich sei. Fachmann Stefan Beywl hat das schon unzählige Male fast allen Besuchergruppen erläutert, „dass keinerlei Chemie verwendet wird, wie fälschlicherweise immer wieder angenommen wird. Auch besonders umweltbewusste Touristen können also guten Gewissens den Wintersport am Arber genießen“. Nebenbei erwähnte Beywl noch, dass die Schneeauflage auf den schönen Bergwiesen am Arber einen optimalen Schutz der gesamten Pflanzen und Vegetation bieten würde.

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  • Das Projekt:

    Seit 1986 bietet die Mittelbayerische Zeitung bereits das Medienprojekt „Zeitung in der Schule“ an. Kinder und Jugendliche aller Altersstufen und quer durch alle Schularten haben dabei die Möglichkeit, direkt im Klassenzimmer kostenlos Zeitung zu lesen – auf Papier oder online. Jedes Jahr nehmen mehr als 300 Klassen aus ganz Ostbayern an dem Medienprojekt teil. Auch im kommenden Schuljahr wird es wieder eine Neuauflage von „Zeitung in der Schule“ geben.

  • Anmeldung:

    Lehrer, die mit ihrer Klasse teilnehmen möchten, können sich bereits jetzt für das neue Projektjahr anmelden – zum Beispiel per E-Mail an: izop@izop.de. Für teilnehmende Lehrer gibt es zu Beginn des kommenden Schuljahres ein Vorbereitungsseminar rund um das Thema Medien. Außerdem erhalten Lehrkräfte umfangreiche Unterrichtsmaterialien. Jede Klasse hat außerdem die Möglichkeit, einen Artikel für die Zeitung zu schreiben.

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