MyMz
Anzeige

Gesundheit

Hubschrauber-Landeplatz auf dem Klinikum

Bisher landen in Neumarkt Rettungshubschrauber auf dem Flugplatz – Helfer und Patienten müssen mit dem Sanka gefahren werden.
Von Katrin Böhm

Schon die Visualisierung aus dem Jahr 2014 für den sechsten Bauabschnitt zeigt einen Hubschrauber am Himmel: Der Landeplatz wird auf dem hohen Gebäude rechts gebaut – auf dem höchstmöglichen Platz, das ist aus Sicherheitsgründen notwendig. Visualisierung: Sander Hofrichter Architekten
Schon die Visualisierung aus dem Jahr 2014 für den sechsten Bauabschnitt zeigt einen Hubschrauber am Himmel: Der Landeplatz wird auf dem hohen Gebäude rechts gebaut – auf dem höchstmöglichen Platz, das ist aus Sicherheitsgründen notwendig. Visualisierung: Sander Hofrichter Architekten

Neumarkt.Etwa 100 Mal im Jahr kreist über dem Neumarkter Klinikum ein Rettungshubschrauber – kann dort aber nicht landen. Bis vor wenigen Jahren landeten die Hubschrauber noch direkt neben dem Klinikum. Den Landeplatz gibt es allerdings nicht mehr, weil dort derzeit ein Gebäude für die neue Akutgeriatrie gebaut wird, die vom Parsberger Krankenhaus nach Neumarkt umgesiedelt werden soll.

Rettungshubschrauber können ab Herbst 2020 direkt auf dem Klinikum landen. Foto: Böhm
Rettungshubschrauber können ab Herbst 2020 direkt auf dem Klinikum landen. Foto: Böhm

Die Lösung für die Hubschrauber: Sie müssen auf dem Flugplatz landen – schräg gegenüber des Klinikums auf der anderen Seite der Nürnberger Straße. Für die Rettungsteams viel zu weit entfernt, um schnell zu Fuß zu einem Patienten zu gelangen. Und viel zu weit weg, um einen Patienten, der in eine andere Klinik verlegt werden muss, mal eben auf einer Liege zum Hubschrauber zu bringen – schließlich sind die Patienten, die per Helikopter transportiert werden, schwer krank oder verletzt.

Anflug ab Herbst 2020 möglich

Das bedeutet: Es ist ein Zwischentransport nötig. Rettungsteams werden nach der Landung von einem Krankenwagen abgeholt – und mit dem Patienten an Bord wieder zurück zum Hubschrauber gefahren.

Das soll sich im Herbst 2020 ändern: Bis dahin wird ein neuer Hubschrauber-Landeplatz auf dem Dach des Kopfbaus im Norden, in dem sich unter anderem die Notaufnahme befindet, gebaut, bestätigt Oliver Schwindl, der beim Klinikum für die Bauprojekte zuständig ist.

„Am komfortabelsten ist es für uns natürlich auf dem Dach.“

Alexander Schuricht

Für die Rettungsflieger ist das eine Erleichterung, sagt Alexander Schuricht, Leitender Notfallsanitäter bei der DRF Luftrettung in Nürnberg, deren Intensivtransport-Hubschrauber „Christoph Nürnberg“ regelmäßig in Neumarkt landet, um schwerkranke Patienten zur Verlegung abzuholen. „Das ist nicht ungewöhnlich, dass wir nicht direkt auf oder an einer Klinik landen können und es funktioniert eigentlich auch ganz gut – aber am komfortabelsten ist es für uns natürlich auf dem Dach. Dann brauchen wir keine zusätzlichen Ressourcen wie den Rettungswagen“, so Schuricht.

Weiterer Vorteil: Künftig liegen die für die Rettungsflieger wichtigen Stationen – die Intensivstation, der Zentral-OP und die Notaufnahme – nah am Landeplatz des Hubschraubers. Konkret mit dem Bau des Landesplatzes begonnen werden soll laut Schwindl im Sommer oder frühen Herbst 2020, vorbereitende Maßnahmen sollen bereits in etwa einem Jahr beginnen. Die Planungen laufen bereits jetzt, aktuell werden etwa die Baugenehmigung und die luftfahrtrechtliche Genehmigung eingeholt.

Wie arbeiten die DRF Rettungsflieger? Unsere Reporterin war vor Ort:

Video: Katrin Böhm

Bevor die eigentliche Lande-Plattform auf das Dach gehoben wird, werden in dem Gebäude das bestehende Treppenhaus und der Aufzug verlängert, so dass Patienten direkt vom Aufzug in den Hubschrauber gebracht werden können. Außerdem müssen Entwässerung, Beleuchtung und Beheizung geregelt, Brandschutz-Regelungen umgesetzt und ein Kerosinabscheider eingebaut werden. Anschließend wird auf das Dach eine quadratische Plattform aus einer Stahl- und Aluminiumkonstruktion aufgesetzt, auf der die Hubschrauber landen können.

So sehen die Pläne für den Landeplatz aus. Darstellung: Sander Hofrichter Architekten
So sehen die Pläne für den Landeplatz aus. Darstellung: Sander Hofrichter Architekten

Da die Konstruktion zum Großteil schon im Werk gefertigt wird, rechnet Schwindl damit, dass die Montage vor Ort nur etwa acht bis zehn Wochen dauern wird.

Statisch muss an dem Gebäude nichts verändert werden – es trägt die Hubschrauber auch ohne zusätzliche Versteifungen, so Schwindl. Nur schwere gepanzerte Militär-Hubschrauber wie die Black Hawks können dort nicht landen – das sei aber auch nicht nötig.

Vier Millionen Euro Kosten

Alles in allem kostet der Landeplatz vier Millionen Euro – die Finanzierung steht bereits, der Landeplatz wurde im Sommer 2018 ins bayerische Krankenhausprogramm für 2019 aufgenommen. Die gesamten Kosten werden aus Fördermitteln bezahlt, so Schwindl.

Spätestens am 31. Dezember 2020 muss der Landeplatz betriebsbereit sein – denn dann erlischt der Pachtvertrag der Stadt mit dem Flugsportverein Neumarkt und damit auch der Vertrag des Klinikums mit dem Flugsportverein. Die Stadt plant, auf dem Flugfeld Wohngebäude und Gewerbeflächen zu schaffen und hat darum den Pachtvertrag mit dem Flugsportverein nicht länger verlängert. Wegen der vielen verschiedenen Grundstücksbesitzer gestaltet sich das Vorhaben jedoch als schwierig.

Weitere Nachrichten aus Neumarkt lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht