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Tiere

Im Jura-Zoo ist einiges in Bewegung

Neue Gehege, Förderverein und mehr: Beim Neumarkter Zoo tut sich derzeit sehr viel. Einige Tiere werden indes abgegeben.
Von Johannes Heil

Dieter Pelech, der Betreiber des Jura-Zoos mit dem 20 Jahre alten Gibbon Joschi Foto: Heil
Dieter Pelech, der Betreiber des Jura-Zoos mit dem 20 Jahre alten Gibbon Joschi Foto: Heil

Neumarkt.Nachdem seit Ende Juli teils massive Kritik auf den Neumarkter Jura-Zoo eingeprasselt war, ergreift der Zoo jetzt die Initiative. Es wird viel gearbeitet, neue Ideen eingebracht und das Erscheinungsbild – sowohl in der greifbaren als auch in der virtuellen Welt – aufgehübscht.

Allerdings gibt der Zoo auch einige Tiere ab. Ein Storch wurde an den Tierpark in Lohberg übergeben. Ein Waschbär wird in zwei Wochen in Mainz ein neues Zuhause finden. Und auch fünf Kapuzineräffchen werden den Zoo verlassen. „Hier ist es aber noch in der Schwebe, wo die Tiere hinkommen“, sagt Dieter Pelech, der Betreiber des Jura-Zoos. Der Grund: Die Pflege dieser Tiere sei schlicht zu arbeitsaufwendig. In direkter Verbindung mit der Kritik der vergangenen Wochen stünde das Handeln nicht: „Das hatten wir schon länger geplant“, sagt Pelech.

Freude bei den Tierrechtlern

Federführend bei der Kritik am Jura-Zoo waren die Tierrechtler der Aktionsgruppe Tierrechte Bayern. Simon Fischer tritt in der Öffentlichkeit als der Sprecher der Gruppe auf. Er freut sich über die aktuellen Entwicklungen. „Ich bin vor allem darüber glücklich, dass die Kapuzineräffchen eine neue Heimat finden werden“, sagt er. Es gehe jetzt in die richtige Richtung beim Neumarkter Zoo.

Die Tierrechtler hatten das Fass Ende Juli ins Rollen gebracht. Mit einem Video, das auf Facebook gehörig Aufmerksamkeit erregte. Im Zentrum der Vorwürfe war gestanden, dass der Jura-Zoo an vielen Stellen die rechtlichen Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren nicht erfülle. Nach einem Besuch im Zoo, hatten die Tierrechtler von „verletzten Vögeln, verhaltensgestörten Affen, verdreckten Gehegen, nackten Betonboden und stinkenden Wasserkloaken“ gesprochen. Der Fall hatte danach überregional für Schlagzeilen gesorgt.

Besitzer Dieter Pelech hatte sich umgehend gegen die Vorwürfe der Tierrechtler gewehrt und diese als falsch deklariert. Das Veterinäramt hatte den Zoo trotzdem überprüfen lassen. Bei dieser Überprüfung kamen nach Angaben der Behörde „kleinere Mängel“ zum Vorschein. Dennoch wurde in den Wochen danach schließlich angeordnet, dass das Gibbongehege bis März 2018 neu gebaut werden müsse.

Beim Jura-Zoo reibt man sich indes vor allem an der Person Simon Fischer. „Fischer geht es nicht wirklich um die Tiere, sondern darum, für seine Sache Werbung zu machen“, sagt Pelech. Fischer kontert: „Wenn das die Meinung des Betreibers ist, dann soll er das behaupten. Ich finde es unseriös, so etwas zu behaupten.“ Doch bei allem verbalen Hin und Her: Beim Jura-Zoo werden derzeit nicht nur Tiere abgegeben, es wird auch an der Verbesserung der Situation gearbeitet. Aktuell befinde sich der Zoo in einer Umbauplanungsphase, um den Tieren eine artgerechte Haltung zu bieten, heißt es in einem Facebook-Beitrag des Jura-Zoos.

Hier finden Sie weitere Informationen:

Der Jura-Zoo

  • Eröffnung:

    Der Jura-Zoo in Neumarkt ist momentan der einzige Zoo in der Oberpfalz. Er wurde im Jahr 1989 eröffnet und befindet sich seither in Familienbesitz. 2007 starb Fritz Pelech, der Gründer des Zoos.

  • Tiere:

    Der Jura-Zoo beheimatet aktuell Säugetiere, Vögel und Reptilien. Auf ungefähr 7000 Quadratmetern leben nach Angaben des Betreibers derzeit rund 200 Tiere.

  • Öffnungszeiten:

    Geöffnet ist der Zoo von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr (von April bis September) bzw. von 10 bis 16 Uhr (März, Oktober und November). Von Dezember bis Februar hat der Jura-Zoo geschlossen.

  • Förderverein:

    Die Gründung eines Fördervereins ist aktuell in der Umsetzung. Jeder, der den Zoo unterstützen und dem Verein beitreten möchte, kann sich weitere Infos im Jura Zoo einholen.

Förderverein entsteht

Die Kapuzineräffchen sollen abgegeben werden. Foto: Heil
Die Kapuzineräffchen sollen abgegeben werden. Foto: Heil

Diese Arbeit werde von dem sich gerade in der Gründung befindlichen Förderverein unterstützt. „Sieben Leute haben sich zusammengeschlossen, und wollen mit dem Förderverein dem Zoo helfen“, sagt Pelech. Vor allem auf die Initiative von Oliver Schmöe sei die Gründung erfolgt. Aktuell sei man dabei, den Verein eintragen zu lassen, sagt Pelech.

An der Anlage selbst wurde auch angepackt: Das Flamingo-Gehege bekam ein neues Dach, die Känguruanlage wurde deutlich erweitert. Außerdem kümmern sich seit einigen Wochen zwei Pfleger vier Stunden pro Tag um die Sauberkeit im Zoo. Weitere Veränderungen sind geplant.

Auch auf Facebook ist der Zoo nun sehr aktiv. Seit 28. August werden dort fast täglich Updates über das Geschehen im Zoo gepostet. Ein Bekannter kümmere sich um den Facebook-Auftritt, sagt Pelech. „Diese Seite soll in Zukunft für alle Zoo-Besucher eine Informations- und Kommunikations-Plattform sein“, heißt es auf der Seite. Auch das Erscheinungsbild der Homepage wurde erneuert.

Über die Facebook-Seite organisierten sich zudem Arbeitsgruppen, die bei den Arbeiten im Jura-Zoo mit anpacken. In einem anderen Facebook-Post stimmt der Betreiber aber auch gegenüber den Tierrechtlern versöhnliche Töne an: „Danke, dass Sie uns die Augen geöffnet haben, damit wir nun unseren Zoo wieder auf Vordermann bringen. Dank vieler Helfer, denen das Wohl der Tiere und des Zoos am Herzen liegt, werden wir das schaffen.“

Hier finden Sie weitere Informationen aus Neumarkt und Umgebung.

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