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In Berching entstehen neue Treffpunkte

Die Dorfhäuser in Wallnsdorf und Rappersdorf nehmen langsam Formen an. Die Dorfbewohner packen kräftig mit an.
Von Franz Guttenberger

Moritz Fürbacher (links) und Ortssprecherin Erna Fitz freuen sich mit Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich, dass in Wallnsdorf der Rohbau des Dorfhauses steht  Foto: Franz Guttenberger
Moritz Fürbacher (links) und Ortssprecherin Erna Fitz freuen sich mit Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich, dass in Wallnsdorf der Rohbau des Dorfhauses steht Foto: Franz Guttenberger

Berching.Immer mehr Wirtshäuser haben in den vergangenen Jahren zugesperrt. Für viele waren und sind Wirtshäuser wie ein zweites Wohnzimmer. Das Wirtshaussterben ist ein Grund, warum in den Orten immer mehr Dorfhäuser errichtet werden, damit die Bevölkerung einen Treffpunkt hat. In der Gemeinde Berching sprießen Dorfhäuser wie Pilze aus dem Boden. Nachdem in Jettingsdorf, Wirbertshofen, Sollngriesbach, Hermannsberg und zuletzt in Staufersbuch Dorfhäuser errichtet worden sind, werden nächstes Jahr in Wallnsdorf und in Rappersdorf zwei neue Dorfhäuser eingeweiht. In Raitenbuch soll ein weiteres Dorfhaus entstehen.

In Wirbertshofen gab es einst das Gasthaus Seemeier, in Jettingsdorf war es die Gastwirtschaft Ramsauer, in Hermannsberg das Gasthaus Rehm und in Staufersbuch das Gasthaus Aurbach. In Wallnsdorf und in Rappersdorf laufen die Dorfhausbauten auf Hochtouren. Der Spatenstich erfolgte in Rappersdorf und Wallnsdorf Anfang März. Die Rohbauten stehen bereits.

Jugendraum und Grillplatz

In Wallnsdorf wird über die einfache Dorferneuerung das Vorhaben realisiert. Ortssprecherin Erna Fitz hat kräftig angeschoben, dass das Dorfhaus gebaut wird. Dieses Haus stand in Wallnsdorf ganz oben auf der Wunschliste. Aus diesem Grund hatte man in Wallnsdorf letztes Jahr den Verein Dorfgemeinschaft Wallnsdorf e.V. gegründet, der die einzelnen Projekte der Dorferneuerung, allen voran das Dorfhaus, angehen soll. Zum 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung Moritz Fürbacher. Erna Fitz ist die 2. Vorsitzende. Sie zeigt sich erfreut, dass die Bauarbeiten bislang so zügig über die Bühne gingen und bereits vor einigen Tagen Zimmerermeister Josef Leidl den Dachstuhl errichten konnte. Josef Heim hatte die Bauleitung für das Gemeinschaftshaus inne, das von Architekt Ludwig Englmann geplant worden ist. Beheizt wird das Haus mit Hackschnitzel.

Dorfhäuser in der Gemeinde

  • Rückblick:

    In der Gemeinde Berching wurden in den vergangenen Jahren in Jettingsdorf, Wirbertshofen, Sollngriesbach, Hermannsberg und Staufersbuch Dorfhäuser errichtet. Die Eigenleistungen der Dorfbewohner waren bei allen Projekten enorm.

  • Aktuell:

    Derzeit werden in Rappersdorf und Wallnsdorf zwei neue Dorfhäuser gebaut. Die Bewohner packen kräftig mit an. Ein weiteres Dorfhaus ist schon in der Planung. Es soll in Raitenbuch entstehen. (ugu)

Das Dorfhaus ist an das Feuerwehrhaus angebaut und so kann man bei Bedarf auch die Räume des FFW-Hauses nutzen. Oben wird ein Jugendraum eingerichtet, sagte Fürbacher. Bürgermeister Ludwig Eisenreich sprach von einer sinnvollen Lösung in Wallnsdorf. Für den Jugendraum gewährt der Landkreis einen Zuschuss, teilte Eisenreich mit. Zudem entsteht auch ein Grillplatz vor dem Haus und ein Zugang zum Spielplatz. Nachdem in Wallnsdorf das Gasthaus Hiendl geschlossen hatte und es keinen Raum für die Öffentlichkeit gab, war man seit zwei Jahren bemüht, über die Dorferneuerung ein Dorfhaus zu bauen. Das Feuerwehrgerätehaus ist schlichtweg zu klein für öffentliche Anlässe, für Veranstaltungen der Vereine und des Dorfes.

In Rappersdorf erklärte Ortssprecher und Stadtrat Erhard Wolfrum (l.) Bauamtsleiter Thomas Lindner(Mitte) und Bürgermeister Ludwig Eisenreich den Baufortschritt. Foto: Guttenberger
In Rappersdorf erklärte Ortssprecher und Stadtrat Erhard Wolfrum (l.) Bauamtsleiter Thomas Lindner(Mitte) und Bürgermeister Ludwig Eisenreich den Baufortschritt. Foto: Guttenberger

Das Dorfhaus hat eine Größe von zehn mal 7,5 Meter. 50 Prozent der Baukosten in Höhe von rund 280 000 Euro werden über das Programm Dorferneuerung abgedeckt. Die Stadt Berching steuert 60 000 Euro bei und der Landkreis 12 700 Euro. Weitere 20 000 Euro sollen aus dem Windfonds gedeckt werden, so dass bei der Dorfgemeinschaft ein Eigenanteil von rund 50 000 Euro verbleibt. Bereits 500 Arbeitsstunden haben die Dorfbewohner schon geleistet, sagte Fitz.

In Rappersdorf wird in rund zwei Wochen der Dachstuhl durch die Zimmerei Leidl errichtet, teilt Ortssprecher Erhard Wolfrum mit. Er ist froh, dass immer Helferinnen und Helfer vor Ort sind und inzwischen schon fast 500 Arbeitsstunden geleistet haben. Bürgermeister Ludwig Eisenreich inspizierte mit Ortssprecher Wolfrum und Bauamtsleiter Thomas Lindner das Gebäude.

Richtfeste werden nachgeholt

Wegen Corona wird es zwar wie in Wallnsdorf kein Richtfest geben, aber diese Feste werden in beiden Orten zu gegebener Zeit nachgeholt, sagte der Bürgermeister und zollte den fleißigen Helferinnen und Helfern schon jetzt ein dickes Lob. Der Bürgermeister teilte mit, dass der Stadtrat vor genau zwei Jahren den Beschluss für ein Dorfhaus in Rappersdorf gefasst hatte. Über die einfache Dorferneuerung wurde eine Förderung von 50 Prozent erreicht. Daher dankte der Bürgermeister dem Amt für ländliche Entwicklung und dem Landkreis für die Unterstützung des Bauvorhabens.

Um das Projekt stemmen und verwirklichen zu können, wurde letztes Jahr ein Verein „Dorfgemeinschaft Rappersdorf“ gegründet. 40 Bürger fanden sich damals zur Gründungsversammlung ein. Inzwischen sind es schon 150 Mitglieder. Nachdem in Rappersdorf die Gastwirtschaft Breindl vor gut zwei Jahren ihre Tore geschlossen hatte, steht in Rapperdorf kein Raum mehr für eine Zusammenkunft zur Verfügung. Daher beschäftigten sich einige Ortsbürger mit Erhard Wolfrum seit zwei Jahren mit dem Gedanken, ein Gemeinschaftshaus zu errichten.

Rund 300 000 Euro teuer

Dieses Haus entsteht unterhalb des Spielplatzes in Rappersdorf. Das Grundstück gehört der Stadt. Das Haus hat eine Länge von 15 Metern und ist elf Meter breit. Das Haus ist veranschlagt mit Kosten von rund 300 000 Euro. Vom Amt für Ländliche Entwicklung fließen 150 000 Euro, von der Stadt 60 000 Euro und vom Landkreis 10 000 Euro. Den Rest muss die Dorfgemeinschaft aufbringen. „Das schaffen wir“, zeigt sich Wolfrum optimistisch. Die Dorfgemeinschaft hatte bereits einige Aktivitäten, die Geld in die Kasse brachte.

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