MyMz
Anzeige

In Berg hat Teamarbeit Priorität

Christian Lehmeyer wurde mit großer Mehrheit zum 2. Bürgermeister gewählt. Norbert Nießlbeck komplettiert das Dreier-Team.
Von Hans Stepper

Der neue Berger Bürgermeister Peter Bergler (vorne, Mitte) nahm die Vereidigung der zehn neue Gemeinderäte vor,  Foto: HANS STEPPER
Der neue Berger Bürgermeister Peter Bergler (vorne, Mitte) nahm die Vereidigung der zehn neue Gemeinderäte vor, Foto: HANS STEPPER

BERG.Die Weichen für eine zukunftsorientierte Politik sind am Donnerstagabend bei der dreieinhalbstündigen konstituierenden Sitzung des Gemeinderates gestellt worden. Der öffentlichen Sitzung, die wegen der Corona-Pandemie in der neuen Turnhalle des Sport- und Kulturzentrums abgehalten wurde, wohnten auch viele Bürger bei, die auf der Tribüne Platz nahmen.

Bevor es zur Vereidigung der neuen Mandatsträger und den Wahlen der beiden Bürgermeister-Stellvertreter ging, richtete der neue Bürgermeister Peter Bergler nachdenkliche sowie viele positive Worte an seinen Gemeinderat und an die Zuhörer. „Das Bürgermeisteramt trete ich mit großem Respekt an. Ich möchte in den kommenden sechs Jahren eine gute und zukunftsorientierte Politik in Teamarbeit voranbringen.“ Dabei solle nicht die Partei-, sondern Sachpolitik im Vordergrund stehen.

Amt eine große Herausforderung

Bergler sprach von einem „sehr bunten Gemeinderat“, einer guten Mischung aus Frauen und Männern, aus Jung und Alt, mit unterschiedlichen Berufen. Er forderte die 20 vom Volk gewählten Gemeinderäte auf, ihr Mandat und die damit einhergehenden Aufgaben gerne, motiviert und vor allem gut informiert wahrzunehmen. „Das Gemeinwohl für unsere Schwarzachtal-Kommune muss stets Maßgabe allen Handelns und Entscheidungsgrundlage sein“, sagte Bergler.

Das verantwortungsvolle Amt sei eine große Herausforderung für ihn und er sei sich durchaus bewusst, dass er es nie allen werde recht machen können und er werde sicherlich in manchen Punkten einiges anders machen als sein Vorgänger Helmut Himmler, dem Bergler für dessen „hervorragende“ 24-jährige Arbeit als Gemeindeoberhaupt dankte.

Sein Dank galt auch Susanne Hierl, die sechs Jahre engagiert das Amt der zweiten Bürgermeisterin ausgeübt habe sowie den ausgeschiedenen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten. Diese werde man zu gegebener Zeit würdig verabschieden.

Gemeinderats-Splitter

  • Personalie:

    Eindeutig verlief die Wahl zum dritten Bürgermeister. Norbert Nießlbeck von der SPD war der einzige Kandidat. Er erhielt 17 Stimmen, zwei Stimmen entfielen auf Hans Bogner (FWG) und eine Stimme auf Stefan Haas, dem einzigen Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat. Eine Stimme war ungültig. Den Wahlen folgte formell die Vereidigung der beiden Bürgermeister-Stellvertreter.

  • Entschädigung:

    Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat die Satzung, die Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts regelt. Darin wird unter anderem die finanzielle Entschädigung der ehrenamtlichen Gemeinderäte in Höhe von 40 Euro pro Sitzung festgeschrieben. Für Vorbesprechungen im Vorfeld von Sitzungen sowie Ausschusssitzungen erhält jeder anwesende Kommunalpolitiker 25 Euro.

Für Bergler steht in den kommenden sechs Jahren die Förderung der Kinder und Jugendlichen mit ganz oben. „Deshalb ist investiertes Geld in den Bildungsbereich sehr sinnvoll und nachhaltig.“ Aber auch um die ältere Generation müsse man sich kümmern, und die Vereine, die hervorragende Jugendarbeit leisten, sollen wie bisher finanziell unterstützt werden.

Priorität habe zudem die Ausweisung von Bauland und Wohnraum für junge Familien – wobei jedoch der Flächenverbrauch im Auge behalten werden müsse. Wohnortnahe Arbeitsplätze, eine gute Verkehrsinfrastruktur und die Ansiedelung von Unternehmen zählte der neue Bürgermeister ebenfalls als wichtige Aufgaben auf.

Bürgermeister Peter Bergler mit seinen beiden Stellvertretern Christian Lehmeyer (l.) und Norbert Nießlbeck (r.).  Foto: HANS STEPPER
Bürgermeister Peter Bergler mit seinen beiden Stellvertretern Christian Lehmeyer (l.) und Norbert Nießlbeck (r.). Foto: HANS STEPPER

Bergler will mit seinem Gemeinderat auch eine solide Finanzpolitik machen. Zum Schluss seiner Ausführungen zitierte er sein politisches Vorbild, den bereits verstorbenen Sepp Daxenberger, der ebenso wie Bergler ein Bio-Bauer war und zwei Perioden die Gemeinde Waging am See führte: „Gemeindepolitik ist Politik von Menschen, mit Menschen und für Menschen“.

Danach nahm der 66-jährige Alois Braun als ältester Gemeinderat die förmliche Vereidigung des neuen ersten Bürgermeisters Peter Bergler vor. Er wünschte Bergler, der in Meilenhofen mit seiner großen Familie wohnt, für die Zukunft viel Kraft, Ausdauer und Weitsicht für seine verantwortungsvolle Aufgabe als „erster Mann in der Kommune“. Bergler war es vorbehalten, anschließend die zehn neuen Gemeinderäte aus der CSU, SPD, LBG und Die Grünen zu vereidigen.

Einen kleinen Paukenschlag gab es dann bei der Wahl des zweiten Bürgermeisters. Erna Späth, eine der drei weiblichen Gemeinderäte, schlug für den 55-jährigen Norbert Nießlbeck (SPD) vor, der bei den Gemeinderats-Wahlen im März stolze 4105 Stimmen erhalten hatte. Eine Überraschung war für viele Zuhörer der Vorschlag von Markus Mederer von den Christsozialen, der den 40-jährigen Christian Lehmeyer (CSU) vorschlug. Der stellvertretende gemeindliche Geschäftsstellenleiter Thomas Stepper, der zusammen mit dem früheren Gemeinderat und langjährigen Hausmeister der Schwarzachtal-Schule Berg, Gerhard Marx, die Wahl leitete, wartete nach der Auszählung der 21 abgegeben und auch gültigen Stimmzettel mit einer Überraschung auf: Der Pädagoge Lehmeyer bekam 14 Stimmen, der Polizeibeamte Nießlbeck erhielt dagegen nur sechs Stimmen. Eine Stimme entfiel auf Hans Bogner (FWG).

Rechnungsprüfer fehlt noch

Bei der Wahl zum Rechnungsprüfungsausschuss entstand ein Problem. Kein Gemeinderat wollte den Vorsitz übernehmen – trotz guten Zuredens durch Bürgermeister Bergler. Deshalb wird dieser Punkt nochmals auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung kommen. Bis dahin könnten sich die Fraktionen eine geeignete Person überlegen Mitglieder sind Susanne Hierl, Karin Zaschka, Johannes Hierl, Simon Lehmeyer, Dr. Florian Himmler, Johann Fürst und Alois Sichert.

Schneller ging es bei der Benennung für die Sitze im Sport- und Kulturausschuss, der von Bürgermeister Peter Bergler geleitet wird. Eine Stimme in diesem Gremium haben in Zukunft der Berger Schwarzachtal-Schulleiter Thomas Frauenknecht, Markus Mederer, Norbert Nießlbeck, Josef Geitner, Johann Fürst und Alois Sichert.

Referentin für die Schwarzachtal-Schule Berg und die Chunradus-Grundschule Sindlbach wurde Karin Zaschka. Zuständig für die Vorschuleinrichtung ist Thomas Frauenknecht. Gemeinderat Johannes Hierl besetzt den Posten für Jugendfragen und Manuel Pöhner ist künftig zuständig für den Jugendtreff in Sindlbach.

Alois Braun hat sich bereit erklärt, sich um den Bereich Senioren-Fragen sowie die Nachbarschaftshilfe zu kümmern und nahm auch noch das Amt des Partnerschafts-Referenten für Walce in Oberschlesien und Rohrbach-Berg in Oberösterreich an. Stefan Haas, einziger Grünen-Gemeinderat, ist zuständig für Landschafts- und Umwelt-Fragen. Die Doppelfunktion des Jugend-Beauftragten haben Norbert Nießlbeck und Manuel Pöhner inne. Kuratoriumsmitglieder in der Gemeinde-Bücherei sind Stefan Haas, Hans Bogner und Manfred Lutz.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht