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Initiative

In Berngau essen Alt und Jung gemeinsam

Einmal in der Woche essen Senioren und Schüler zusammen in der Schule. Ziel ist, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Von Michael Schrafl

Ein generationenübergreifendes Projekt, das Schule macht: „Gemeinsamer Mittagstisch für Schüler und Senioren“ in Berngau Fotos: Michael Schrafl
Ein generationenübergreifendes Projekt, das Schule macht: „Gemeinsamer Mittagstisch für Schüler und Senioren“ in Berngau Fotos: Michael Schrafl

Neumarkt.„In der Gemeinschaft schmeckt das Mittagessen gleich doppelt gut. Man sitzt nicht wie zu Hause allein am Tisch. Hier in der Schule gibt es gute Unterhaltung mit den Kindern und Jugendlichen.“ Darin waren sich alle sieben Senioren einig, die am Donnerstag zum ersten gemeinsamen Mittagessen in die Schule gekommen waren.

Schnell kamen die Schüler der Grund- und Mittelschule mit den Senioren ins Gespräch und plauderten über „Gott und die Welt“. „Wie war’s denn heute in der Schule?“, wollte eine Seniorin wissen. Und ein Jugendlicher erkundigte sich: „Was macht denn jemand den ganzen langen Tag, wenn er in Rente ist?“

Das Projekt „GE(H)MIT – Gemeinsamer Mittagstisch für Schüler und Senioren“ ist ein Baustein des Programms „Soziale Dorfentwicklung“. Dessen Ziel ist es, das soziale Miteinander im Dorf zu stärken.

„GE(H)MIT wird in Berngau gut angenommen

Einschätzung: Generationenmanagerin Christine Häring und Bürgermeister Wolfgang Wild freuen sich, dass der gemeinsame Mittagstisch schon am ersten Tag so gut angenommen wird. Beeindruckt sind sie auch von der familiären Atmosphäre. Foto: Schrafl
Einschätzung: Generationenmanagerin Christine Häring und Bürgermeister Wolfgang Wild freuen sich, dass der gemeinsame Mittagstisch schon am ersten Tag so gut angenommen wird. Beeindruckt sind sie auch von der familiären Atmosphäre. Foto: Schrafl

Bürgermeister Wolfgang Wild, Generationenmanagerin Christine Häring, Dr. Klaus Zeitler (SIREG), sowie Schulleiterin Maria Gebhardt zeigten sich erfreut darüber, dass das Angebot schon beim Start so gut angenommen wurde. Sie sind überzeugt, dass sich die Aktion schnell herumspricht und der Zuspruch weiter steigt.

Die Kinder hießen die Senioren mit einem fröhlichen „Hallo“ in der Schule willkommen. Schulleiterin Maria Gebhardt ergänzte: „Wir freuen uns, dass ihr da seid!“

Wie Bürgermeister Wolfgang Wild sagte, soll das gemeinsame Mittagessen – einmal in der Woche – die verschiedenen Generationen zusammenführen, sie ins Gespräch bringen und so das gegenseitige Verständnis der Generationen für- und untereinander fördern. Kinder, Jugendliche und die Senioren können von sich und über ihre Erlebnisse erzählen.

Das Essen werde von Köchin Manuela Groth täglich frisch zubereitet, berichtete der Bürgermeister. Unterstützt werde sie dabei von Resi Heßlinger.

Das Gericht: „Was gibt es denn heute?“ fragen die Schüler, die nach dem anstrengenden Schulunterricht in die Mensa kommen. „Leberkäse mit Kartoffelsalat und gemischten Salat“, erklärt ihnen Köchin Manuela Groth und füllt mit Resi Heßlinger die Teller. Foto: Schrafl
Das Gericht: „Was gibt es denn heute?“ fragen die Schüler, die nach dem anstrengenden Schulunterricht in die Mensa kommen. „Leberkäse mit Kartoffelsalat und gemischten Salat“, erklärt ihnen Köchin Manuela Groth und füllt mit Resi Heßlinger die Teller. Foto: Schrafl

Am ersten gemeinsamen Mittagstisch gab es Leberkäse mit Kartoffel-/ Nudelsalat, Beilagensalat und eine süße Nachspeise, dazu Getränke und Obst. Wie Wild sagte, bereite Manuela Groth täglich 60 bis 80 Mittagessen zu.

„Das ist ein weiterer Baustein im Generationennetzwerk der Gemeinde.“

Generationenmanagerin Christine Häring

Generationenmanagerin Christine Häring, maßgeblich beteiligt an diesem Projekt, freute sich, dass das Projekt gleich am ersten Tag von den Senioren so gut angenommen wurde. „Das ist ein weiterer Baustein im Generationennetzwerk der Gemeinde.“

Schulleiterin Maria Gebhardt sagte: „Das Projekt ist eine gute Sache. Hier lernen sich die verschiedenen Generationen näher kennen und auch einander wertschätzen. Viele Kinder wachsen heute oft ohne Oma und Opa auf. Gerade für sie ist der Kontakt zu den Senioren wichtig.“

Generationen: Die Jungs der Klasse M 10 (r.) kamen schnell ins Gespräch mit den Senioren. Diese freuten sich, Neues zu erfahren: über die Schule und darüber, was Schüler in ihrer Freizeit unternehmen. Gern hörten die Jungs den Senioren zu. Foto: Schrafl
Generationen: Die Jungs der Klasse M 10 (r.) kamen schnell ins Gespräch mit den Senioren. Diese freuten sich, Neues zu erfahren: über die Schule und darüber, was Schüler in ihrer Freizeit unternehmen. Gern hörten die Jungs den Senioren zu. Foto: Schrafl

Weiter ist Maria Gebhardt überzeugt: „Für die Schüler sind Gespräche mit älteren Leuten – oft Menschen mit großer Lebenserfahrung – nützlich. Sie erfahren, wie wertvoll und wichtig doch alte Menschen sind.“ Der Schulleiterin ist sehr daran gelegen, dass die Schule als Einrichtung gut mit dem Dorf und ihren Einrichtungen vernetzt ist.

Gemeinsames Mittagessen findet einmal in der Woche in der Schule Berngau statt

„Für mich als Generationenmanagerin ist es wichtig, alle Generationen gleichermaßen im Blick zu haben und Möglichkeiten zu schaffen, sie zusammenzubringen. Das gemeinsame Mittagessen ist eine gute Möglichkeit. Alle sollen das Gefühl haben, dazuzugehören. So entsteht eine echte Dorfgemeinschaft“, sagte Häring weiter.

Eine Seniorin meinte: „Der ältere Mensch ist oftmals in den Augen der Jungen wenig wert.“ Das gemeinsame Mittagessen sei eine gute Möglichkeit, diesem Denken entgegenzuwirken.

Anna Huber (85 Jahre) meinte: „Schön ist es hier, a richtige Gaudi und nicht so leise, wie wenn ich daheim alleine esse.“ „Hier ist mal was los. Es ist schön, Kindern zuzuschauen. Das Essen schmeckt“, ergänzte Roswitha Münch.

Roswitha Münch: „Hier ist ja wirklich was los. Die vielen Kinder: Alle wollen jetzt essen. Und da sind heute wir Senioren auch noch da. Ich kann nur sagen: Das Essen schmeckt vorzüglich! Die beiden Nachbarinnen bestätigen diese Aussage. Foto: Schrafl
Roswitha Münch: „Hier ist ja wirklich was los. Die vielen Kinder: Alle wollen jetzt essen. Und da sind heute wir Senioren auch noch da. Ich kann nur sagen: Das Essen schmeckt vorzüglich! Die beiden Nachbarinnen bestätigen diese Aussage. Foto: Schrafl

Gertraud Deß: „Da brauch ich nicht allein kochen und auch nicht allein essen. In der Gemeinschaft schmeckt es doch einfach besser.“ Und die Schüler selbst: „Es ist schön, sich mit älteren Leuten zu unterhalten“, „Sie sind alle recht nett“ und „einfach cool!“

Das gemeinsame Mittagessen findet einmal in der Woche – aktuell donnerstags – um 12.15 Uhr im Mehrzweckraum der Schule statt. Die Anmeldung zum Mittagessen erfolgt direkt bei Frau Groth im Schülercafé oder telefonisch (Tel. 09181/4069848 oder 0160/5518893). Das Essensgeld in Höhe von drei Euro wird beim Essen bezahlt.

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