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Justiz

Insolvenz bringt Trio auf Anklagebank

Die Insolvenz einer Firma aus dem südlichen Landkreis Neumarkt beschäftigt das Landgericht. Es geht um Betrug in 16 Fällen.

Drei Bewohner aus dem Landkreis Neumarkt müssen sich vor Gericht verantworten. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Drei Bewohner aus dem Landkreis Neumarkt müssen sich vor Gericht verantworten. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Neumarkt.Nürnberg. Ein 54-jähriger ehemaliger Unternehmer aus dem südlichen Landkreis Neumarkt muss sich seit gestern gemeinsam mit zwei 50-jährigen Frauen vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Der Vorwurf lautet auf vorsätzliche Insolvenzverschleppung. Zudem wird den Angeklagten Betrug in 16 Fällen zur Last gelegt. Laut Anklageschrift beläuft sich die Schadenssumme hierbei auf über 63 000 Euro.

Konkret geht es um eine im Südosten des Landkreises ansässige Baufirma, der der Angeklagte als Geschäftsführer vorstand. Dies tat er offenbar allerdings mehr oder weniger nur auf dem Papier. Denn tatsächlich war das Unternehmen aber von den beiden Mitangeklagten – der Ehefrau des Mannes und seiner Schwägerin – als faktische Geschäftsführerinnen geleitet worden. So hieß es in der Anklageschrift, die von Staatsanwalt Michael Deinhard verlesen wurde. Die Rolle der Schwägerin sollte aber noch diskutiert werden.

Vorsitzende Richterin Andrea Uehlein unterbrach nach rund einer Stunde die Verhandlung. In einem Verständigungsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung wurde für den Geschäftsführer und seine Frau anschließend ein Strafrahmen von neun bis 15 respektive zwölf bis 18 Monaten, jeweils auf Bewährung, ausgehandelt. Im Gegenzug legten zwei der Angeklagten – der 54-Jährige und seine Frau – ein Geständnis ab. Im Falle der Schwägerin blieb eine Verständigung allerdings aus.

Die Baufirma des Angeklagten war 2004 gegründet worden. Der 54-Jährige kümmerte sich um die Arbeit auf den Baustellen, seine 50-jährige Frau erledigte das Administrative. Die Geschäfte waren dann lange Zeit gut gelaufen. 2012 aber geriet die Firma allmählich in finanzielle Schieflage, die sich 2013 noch verschlimmerte. Im Juli dieses Jahres war die Firma dann schließlich nicht mehr in der Lage, ihre Rechnungen zu bezahlen. Allerdings führte das Ehepaar den laufenden Betrieb fort, ohne für Waren oder Dienstleistungen bezahlen zu können – schließlich habe auf den laufenden Baustellen weitergearbeitet werden müssen, so die Angeklagten. Im November 2013 wurde schließlich erst das Insolvenzverfahren eröffnet. Aus dem Zeitraum von Juli bis November 2013 stammen jene 16 Betrugsfälle, die nun am Landgericht zur Verhandlung kommen.

Am meisten Diskussion erregte am ersten Verhandlungstag die Rolle der Schwägerin. Sie soll – laut der Einlassungen der Angeklagten und ihres Verteidiger – nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben und nicht als faktische Geschäftsführerin aufgetreten sein. Sie habe lediglich ihrer Schwester zugearbeitet und vom Ausmaß der Schwierigkeiten der Firma nicht gewusst. Dies bestätigten auch die beiden anderen Angeklagten. Was ihre eigene Schuld betraf, zeigte sich das Ehepaar einsichtig. „Wir haben in der Zeit ab Juli noch versucht, das Ruder herumzureißen. Die Firma war unser Leben.“ Am Nachmittag des ersten Verhandlungstages wurden dann noch Zeugen gehört. Die Fortsetzung ist für 25. April vorgesehen.

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