MyMz
Anzeige

Immobilien

Investoren fürchten die Kosten

Die Wohnungssuche in Velburg ist nicht einfach. Die Auflagen bei der Sanierung der Häuser schrecken ab.
Von Andreas Friedl

Investoren scheuen sich davor, Häuser in der Velburger Innenstadt zu sanieren und somit Wohnraum für Singles oder kinderlose Ehepaare zu schaffen. Die baulichen Auflagen schrecken sie ab. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Investoren scheuen sich davor, Häuser in der Velburger Innenstadt zu sanieren und somit Wohnraum für Singles oder kinderlose Ehepaare zu schaffen. Die baulichen Auflagen schrecken sie ab. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Velburg.Fehlende Wohnungen oder viel zu teure Wohnungen, das sind Themen, über die in der Gesellschaft diskutiert wird, so auch in Velburg. Nun hat sich das Tagblatt im Bereich der Stadt einmal umgehört, wie es hier um diese Thematik steht.

Oft hört man in Velburg, dass durch die Wohnungsanmietung der amerikanischen Streitkräfte in Velburg die Angebote zu wenig und die Mieten dadurch relativ hoch seien, da hier jeder Preis bezahlt werde. Diese Annahme gehöre jedoch ins Reich der Fabel, so das Wohnungsamt der amerikanischen Streitkräfte in Hohenfels: „Unsere Armeeangehörigen wohnen in der Regel in sogenannten geleasten Häusern, die dem deutschen Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung stehen und so für Wohnungsknappheit oder hohe Mietpreise absolut keine Rolle spielen.“ Auch in der Stadtverwaltung werde vereinzelt nach anmietbaren Wohnungen gefragt. Aber nicht von Angehörigen der US-Army, wie Velburgs Bürgermeister Bernhard Kraus betont. Die Stadt verfüge über zwei dementsprechende Objekte, das Spital an der Alten Seubersdorfer Straße und das ehemalige Lehrerhaus in Oberwiesenacker. „Wir verweisen die Wohnungssuchenden an die in Velburg ansässigen Vermieter. Im Übrigen sind diese beiden Objekte, Spital und ehemaliges Lehrerhaus in Oberwiesenacker nur für einkommensschwache und obdachlose Personen“, sagt Kraus.

Erhalt des Ensembles wichtig

Erst in den vergangen sieben bis acht Jahren habe sich der Bedarf an Mietwohnungen geändert. „Früher haben sich die Leute Wohneigentum geschaffen. Daher war die Nachfrage nach Mietwohnungen relativ gering“, sagt Kraus. Jetzt hätten aber vor allem Alleinstehende oder kinderlose Ehepaare Interesse an Mietobjekten.

Seit ein paar Jahren ist Richard Stigler jun. aus Velburg als Investor auf dem Wohnungsmarkt aktiv. „Ich bekomme viele Anfragen, vor allem von Alleinstehenden oder jungen Pärchen, die eine Mietwohnung suchen.“ Was vielleicht nicht nur ihn, sondern auch andere Investoren vom Bau von Mietwohnungen in der Velburger Innenstadt abhält, sind die baulichen Auflagen bei der Sanierung der Häuser. Ein anderer, möglicher Investor für Mietwohnungen im Innenstadtbereich äußerste sich ähnlich: „Selbst die Zuschüsse der Stadt decken die hohen Mehrausgaben für die Sanierung im Innenstadtbereich nur ansatzweise.“

Neuer Wohnraum

  • Förderung:

    Bei besonderen Angelegenheiten oder Vorhaben kann der Stadtrat darüber entscheiden, ob ein höherer Fördersatz möglich sei.

  • Wohnungen:

    Bürgermeister Kraus deutete an, dass im Areal Am Ring, im ehemaligen Wohnhaus der Familie Schön, möglicherweise eine oder zwei Wohnungen neu entstehen könnten. Die Stadt hat das Gelände erworben.

Dieser Aussage entgegnete Bürgermeister Kraus: „Die Stadt Velburg hat so eine schöne Innenstadt, die man als Ensemble erhalten muss, denn uns ist der Erhalt der historischen Altstadt sehr wichtig.“ Wenn jemand ein älteres Haus für sich oder zum Vermieten sanieren möchte, sollte er vor der Maßnahme mit der Stadtverwaltung sprechen. Er bekomme hier eine kostenlose Beratung durch einen Architekten. Zudem würden ihm die durch die Auflagen entstandenen Mehrkosten zu großen Teilen aus dem Programm der Städtebauförderung erstattet. Der Zuschuss sei allerdings auf maximal 12 500 Euro begrenzt.

Förderung als Anreiz

Bei der Bezuschussung werde jeder Einzelfall geprüft und die Zuwendungen festgelegt: „Die finanzielle Förderung soll für die Hauseigentümer in der Altstadt, sprich innerhalb der ehemaligen Stadtmauer, auch Anreiz für Investitionen, nicht nur für selbst genutzten, sondern auch für zu vermietenden Wohnraum, sein“, sagt Kraus.

Natürlich fragt ein Wohnungssuchender auch nach den Kosten für sein mögliches Zuhause. „Je nach Ausstattung, Alter und Lage der Wohnung verlange ich für einen Quadratmeter Wohnfläche etwa 6,30 Euro Kaltmiete, was ich für angemessen halte“, so Stigler. Wie das Tagblatt von zuverlässiger Seite erfuhr, ist dieser Mietzins ebenfalls für Wohnungen zu bezahlen, die sich als Mietobjekt in einem vom Eigentümer bewohnten Haus befinden.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht