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Kultur

Ja sauber: Thumann dichtet in Mundart

Der Oberpfälzer Dialekt hat es dem 53-jährigen Hausheimer angetan. Sein Bühnenjubiläum feiert er am 1. April in Gnadenberg.
Von Hans Stepper

Sein Jubiläum als Oberpfälzer Mundartdichter, Moderator, Sänger und Buchautor feiert Stefan Thumann aus Hausheim.
Sein Jubiläum als Oberpfälzer Mundartdichter, Moderator, Sänger und Buchautor feiert Stefan Thumann aus Hausheim. Foto: Stepper

Hausheim.Er ist seit 20 Jahren Oberpfälzer Mundartdichter, Moderator, Buchautor und Sänger – nun feiert der 53-jährige Stefan Thumann aus Hausheim sein Bühnenjubiläum, und zwar am 1. April um 19.30 Uhr im historischen Saal des Gasthauses „Zum Kloster“ in Gnadenberg. Motto des Abends, der wegen der vielen Verpflichtungen im zurückliegenden Herbst und in der Weihnachtszeit mit etwas Verspätung stattfindet: „‘s Lebn is a Väicherei“.

Gratulanten und musikalische Begleiter bei diesem Künstler-Jubiläum sind die Kaltenbachsänger aus Hausheim, deren Chef Thumann selber ist und das befreundete Trio „Blecherne Sait’n“, bestehend aus dem Ehepaar Ingrid und Franz Gericke aus Schnaittenbach und Sepp Donhauser aus Etzelwang im Landkreis Amberg. Der Eintritt kostet zehn Euro, Tickets gibt es vorab bei Marianne Haas im Gasthaus „Zum Kloster“ in Gnadenberg, Telefon (0 91 87) 55 10.

Immer ein skurriler Blickwinkel

Als Stefan Thumann im Oktober 1996 sein erstes Gedicht in Oberpfälzer Mundart schrieb, war nicht abzusehen, dass er damit den Meilenstein für sein 20-jähriges Wirken gelegt hatte. Thumann ist kein Kind von Traurigkeit. Mit seinen Ansichten, Versen und Gedichten in Oberpfälzer Mundart ist es ihm bei seinen vielen Auftritten immer wieder gelungen, seinem Publikum den Spiegel vorzuhalten, das Alltägliche anzuprangern und menschliche Verhaltensweisen aus seinem ganz speziellen und skurrilen Blickwinkel zu betrachten.

Politisch ist er dabei nie geworden, dafür aber spitzfindig und hintersinnig, gerne auch bewusst überzogen, aber niemals unverschämt oder gar verletzend. Ob als Sprecher bei Volksmusikveranstaltungen, Leiter der Kaltenbachsänger oder als humorvoller und feinfühliger Mundartdichter, Stefan Thumann ist seit 20 Jahren ein Garant für heitere Geselligkeit und amüsante Unterhaltung.

Neben dem Singen und Moderieren – Thumann baute auch gute oberpfälzisch-fränkische Beziehungen mit Musikern und Künstlern auf und festigte diese in den zurückliegenden 20 Jahren – hat es dem Hausheimer besonders das Dichten in Oberpfälzer Mundart angetan.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten entstanden aus seiner Feder die fünf Bücher „Vo nix kummt nix“, „Bläid daher red’n kann i sölba“, „Des halt i für a Gerücht“, „Wer häid denn des denkt“ und „Aafg‘schnappt und zammag‘reimt“, die die Oberpfälzer Mundart in einer ausgeprägten Form einzigartig widerspiegeln. 28 Episoden sind auf der im Jahr 2011 erschienenen CD von Thumann in Oberpfälzer Mundart zu hören, die den Titel „‘s Lebn is a Väicherei“ trägt.

Der frühe Tod der Mutter prägte ihn

Thumann, eigentlich Sparkassen-Betriebswirt bei der Sparkasse Neumarkt ist, erzählt im Gespräch mit unserem Medienhaus von seinen ersten Jahre als Künstler – denn die brachten in seinem persönlichen Umfeld Höhen und Tiefen mit sich. Der völlig unerwartete frühe Tod seiner Mutter im Oktober 2004 traf den sonst so humorvollen und bekannten Hausheimer sehr.

Er zog sich zurück und dachte viel nach. Dabei wurde ihm klar, „dass es der Geist ist, der den Körper dazu beflügelt, Schmerzen zu überwinden und neue Kraft zu schöpfen. Jener Geist hat mich auch angespornt, da anzuknüpfen, wo ich den Faden verloren hatte.“ Straßen und Plätze, Schulen und kulturelle Einrichtungen werden seit eh und je nach verdienten Persönlichkeiten benannt – er widmete sein erstes Buch seiner „lieben Mutter, der ich sehr viel zu verdanken habe und die mir stets in lieber und guter Erinnerung bleiben wird“.

Immer wieder wird Thumann gefragt, aus welchen Quellen er seine neuen Ideen schöpft. Diese Frage lässt sich mit dem Titel seines letzten Buches „Aafg’schnappt und zammag’reimt“ beantworten. Das menschliche Verhalten in Gesellschaft und Privatleben lieferte auch für diesen fünften Band einen reichhaltigen Nährboden für seine skurrilen Betrachtungen. In gleichem Maße spielten aber auch persönliche Eindrücke und Erfahrungen eine wichtige Rolle. Heiteres und Nachdenkliches beherbergen allerdings auch die vier Bände, die zuvor entstanden sind.

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