MyMz
Anzeige

Leben

Ja zu Edeka und Kinderkrippe

Im Osten Dietfurts kann ein neuer Supermarkt gebaut werden. Beim Kindergarten Töging entsteht ein neues Gebäude.
Von Johann Grad

Auf dem Spielplatz neben dem Kindergarten und in den Hang hinein wird ein Bau für zwei Gruppen zur Kleinkindbetreuung entstehen. Foto: Grad
Auf dem Spielplatz neben dem Kindergarten und in den Hang hinein wird ein Bau für zwei Gruppen zur Kleinkindbetreuung entstehen. Foto: Grad

Dietfurt.Die Tagesordnungspunkte „Stellungnahme der Stadt zur Juraleitung“ und der geplante Neubau des Edeka-Marktes haben so viele Leute in den Sitzungssaal gelockt, dass er bei der Sitzung des Stadtrats brechend voll war. In Sachen neuer Edeka führte Braun aus, dass am geplanten Standort wegen der zwei Straßen und den nicht vorhandenen Abstandsflächen keine Wohnbebauung erlaubt sei. Gewerbliche Nutzung habe Vorrang.

Investor Wolfgang Pelzl hatte mit allen Fraktionen Gespräche geführt und bemerkt, dass die Dorfbevölkerung den neuen Markt wolle, Dietfurtern erschien die Konzentration an einem Standort nicht sinnvoll. Man könne fünf Millionen Euro, die woanders ausgegeben werden, wieder zurückholen, was auch gut für die Innenstadt sei. Es seien an die 1000 Arbeitsplätze entstanden, dazu kämmen neue Wohngebiete, entsprechend müsse auch der Handel leistungsfähig wachsen. Zum Standort gebe es keine Alternative, der neue Markt sei eine gute Weichenstellung für die Zukunft. „Was wird aus der alten Halle?“, fragte Johann Gietl (FW). Das sei Sache des Eigentümers. Die Stadt habe keinen Zugriff und könne keine Auflagen machen, so Braun.

Ilse Werner (CSU) äußerte sich entschieden gegen das Projekt angesichts „der vielen Fehlentwicklungen“, die es gegeben habe, wie neuer Netto oder Fabriken. Für Martin Schmidt (CWU) ist es „gute Sache“. Er hoffe, dass der Stadteingang vernünftig gestaltet werde.

Chance für die Innenstadt

Laut Bernd Mayr (FW) ist die Bevölkerung gegen den Neubau, weil „die Leute durch die Stadt müssen“. Dem widersprach die Bürgermeisterin, denn die Hälfte der Bewohner fahre ohnehin zu Netto. Karl Ferstl (CSU) sah Chancen auch für die Geschäfte der Innenstadt und Andreas Porschert (CWU) befürchtet einen großen Verlust, falls Edeka Dietfurt verlasse, für ihn sei er „zukunftsentscheidend“.

Nach Christian Siebenwurst (CSU) soll wegen der neuen Wohngebiete der jetzige Standort bleiben. Andreas Keckl (CWU) wolle nicht als Buhmann dastehen, wenn er jetzt die Sache ablehne und es später keinen Edeka-Markt mehr gebe. Nach der intensiven Aussprache gab es mit zehn zu acht Stimmen eine Mehrheit für die Verwirklichung des Projektes. Dafür wird jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt.

Der Bedarf an Kindergartenplätzen ist in der Gemeinde mit den Einrichtungen „Am Kreuzberg“, „St. Bartholomäus Töging“, „Waldkinderkarten Dietfurt und Umgebung“ und der Großtagespflege „Pusteblume“ ziemlich gesichert. Bei den Kleinkindplätzen ist die Situation anders. Im Krippenbereich in Dietfurt stehen 24 Plätze und zwei Notplätze zur Verfügung. Im Kindergarten Töging gibt es keine dieser Plätze, obwohl Kinder unter drei Jahren aufgenommen sind. Gerade für diese Kinder braucht die Gemeinde Betreuungsplätze. Einstimmig stellte der Stadtrat den Bedarf fest. Ursula Hollweck, Kindergartenaufsicht im Landkreis Neumarkt, erklärte, dass Dietfurt an seine Grenzen stoße und es auch in Töging bald soweit sei.

Förderung von 85 Prozent

Nach mehreren Besprechungen, auch bei der Regierung, fasste man den Plan, beim Töginger Kindergarten einen eigenständigen Bau für zwei Kleinkindgruppen zu errichten. Hierfür gibt es eine Förderung von 85 Prozent. Der Bau könnte auf der freien Fläche und in den Hang hinein errichtet werden. Im Erdgeschoss gibt es Platz für eine Gruppe, ebenso im Obergeschoss mit Eingang von der Straße her, die Gesamtfläche beträgt laut Architektin Margot Domes 325 Quadratmeter.

Karl Böhm (FW) fand es schade, dass die gute Spielfläche verloren gehe, die Parkplätze weniger würden und die Straße viel zu eng sei. Ilse Werner (CSU) gefiel die Lösung, Johann Gietl (FW) fand es nicht gut, den Platz zu überplanen, man solle gleich auf der grünen Wiese bauen. Braun sah einen Vorteil, da die Eltern ihre Kinder mit einer Fahrt bringen können. Zum alten Gebäude meinte Hollweck, dass man es sanieren müsse und dann gleich eine weitere Gruppe einbauen könne. Der Stadtrat stimmte einstimmig dem Vorhaben zu.

Kurz & knapp

Flächennutzungsplan: Im Ortsteil Stetterhof mit 30 Einwohnern sollen einige Flächen in einen Innenbereich einbezogen werden, um für nachgeborene Kinder Bauplätze zu schaffen.

Neuer Straßenname: Der ausgebaute öffentliche Feld- und Waldweg der Gemarkung Dietfurt wird unter dem Namen „Am Wittl-Hammer“ als Ortsstraße gewidmet.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht