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Band-Premiere

J+B: Zwei Haudegen legen als Duo los

Die Neumarkter Musiker-Institutionen Jürgen Matusche und Bernhard Lehmeier zeigen am 21. September, was sie noch drauf haben.
Von Lothar Röhrl

Jürgen Matusche (l.) und Bernhard Lehmeier bei einer ihrer Proben im Keller von Bernhard Lehmeier. Um deren Equipment dürften beide sehr von anderen Musikern beneidet werden.
Jürgen Matusche (l.) und Bernhard Lehmeier bei einer ihrer Proben im Keller von Bernhard Lehmeier. Um deren Equipment dürften beide sehr von anderen Musikern beneidet werden.

Neumarkt.J+B lieben Rock‘n‘Roll, R&B – und vor allem handgemachte Musik. J+B sind Jürgen Matusche und Bernhard Lehmeier. Jemanden als „alten Haudegen“ zu bezeichnen, schmeichelt nicht jedem. Bei J+B ist das anders. Bis weit in die 70er-Jahre reichen die Ursprünge der Karrieren beider Neumarkter Musiker zurück. Umso erstaunlicher ist es, dass sie trotz der Übersichtlichkeit der Neumarkter Musikerszene und vor allem trotz gemeinsamer Vorlieben erst jetzt zum Duo zusammengefunden haben. „J+B“, wie beide ihre Zusammenarbeit betiteln, feiern am 21. September aus einem besonderen Anlass ihre Premiere.

„Ich schätze ihn sehr. Wir beiden haben so vieles, was uns verbindet“: Egal, wen von beiden die Mittelbayerische fragte, der rote Faden in den Antworten darauf hörte sich bei beiden in der gleichen Weise an.

Freilich: Nuancen gab es schon. „Es ist super, mit Bernhard zusammenzuspielen. Wir sind beide so lange schon Musiker, da hängt keiner mehr einer Illusion nach. Wir machen jetzt, was uns Spaß macht und hoffen, dass das auch dem Publikum gefällt“, sagte Jürgen Matusche dazu.

J für B „ein Glücksfall“

Für Bernhard Lehmeier ist die Zusammenarbeit mit Jürgen Matusche ein „absoluter Glücksfall“. Anders als in der Vergangenheit mit Bands mit bis zu fünf Mitgliedern müssten nicht mehr viele Interessen unter einen Hut gebracht werden. Mit „J“ verstehe er sich als „B“ auch in der Konzeption. „Wir wollen keine Tanzband-Schiene besetzen. Es wird von uns auch keine große Konkurrenz zu bestehenden Bands geben, denn wir bieten uns nicht für öffentliche Auftritte an.“

In der Besetzung Keyboard/Gesang werden J+B am 21. September auftreten. Lehmeiers großes Schlagzeug wäre in dem engen See-Cafe zuviel des Guten.
In der Besetzung Keyboard/Gesang werden J+B am 21. September auftreten. Lehmeiers großes Schlagzeug wäre in dem engen See-Cafe zuviel des Guten.

Private Feiern wie etwa Auftritte auf Geburtstags- und Hochzeitsfesten sollen das Ding von „J+B“ werden. Und irgendwann mal was in den wenigen noch verbliebenen öffentlichen Auftrittsorten? „Das lassen wir auf uns zukommen“, stellte Bernhard Lehmeier fest.

Vorerst nur ein Termin

Vorerst steht nur der Termin 21. September ab 20 Uhr im See-Cafe fest. Zu dessen 20. Geburtstag treten beide ab 20 Uhr auf. Bei freiem Eintritt und auf Spendenbasis zugunsten des vom Verein „Die Brücke“ ebenfalls betriebenen Indoor-Spielplatzes „Wölpi“ wird das sein. Im Gepäck haben die beiden alten Haudegen eine Menge Songs aus ihrer jeweils getrennt voneinander praktizierten Musikervergangenheit.

Jürgen Matusche am Keyboard: Aus diesem Instrument holt der Sound-Bastler alles an Möglichkeiten heraus.
Jürgen Matusche am Keyboard: Aus diesem Instrument holt der Sound-Bastler alles an Möglichkeiten heraus.

Bei Jürgen Matusche, den viele Neumarkter mit der Band „Escords“ verbinden, begann diese Vergangenheit im Alter von 17 Jahren in Nürnberg. So um 1970 stand er auf progressiven Rock, der Bands wie Jethro Tull, The Moody Blues und vor allem Pink Floyd hervorgebracht hat. 1975 wechselte Matusche Wohnort und Arbeitsplatz von Nürnberg nach Neumarkt.

Mit Reinhard Fick baute er den „Musikmarkt“ auf, ein Fachgeschäft für Instrumente und Zubehör jenseits der Klassik. Beide spielten in der ziemlich bald nach dem Wechsel gegründeten Formation „You and We“. Matusche wirkte bis 1980 mit. 1983 überredete ihn Hans Werner Gloßner, genannt „Bronsch“, von den Escords, bei dieser 1968 gegründeten Tanz-Combo am Keyboard mitzumachen.

Noch immer auch ein „Escord“

Mit den „Escords“ erlebte Matusche auch die Glanzzeiten der Tanzsäle in Neumarkt noch mit: Auftritte im Sammüller-Saal (sonntags in Neumarkt-Schafhof), im Straubmeier-Saal zu Heng und immer wieder samstags im Knör-Saal zu Berg. Bis heute hat sich die Dreier-Besetzung aus Matusche, Walter Zeug an der Gitarre und Rudi Kollmann an der Trompete gehalten.

Rund um das Duo J+B

  • Lieblingssong von „J“:

    Bei Jürgen Matusche ist es „Have you ever seen the rain?“ von Creedence Clearwater Revival (CCR). Der Grund ist so profan wie einleuchtend: „Das ist das einzige der von den Escords gespielten Lieder, in dem keine Orgel vorkommt. Damit ist es folgerichtig die einzige Gelegenheit an solch einem Abend, zu der ich mit meiner Frau Regina tanzen kann“, verriet er der Mittelbayerischen. Übrigens: Deren Ehe dauert heuer schon seit 45 Jahren.

  • Lieblingssong von „B“:

    Wie der von Duo-Partner Matusche ist auch das Lieblingslied von Bernhard Lehmeier auf der Setlist von „J+B“ zu finden: „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Das sei für ihn ein „absolut wichtiges Lied, das absolut Wahres aussage“, begründete Bernhard Lehmeier. Ansonsten spiegelt sich in der Lied-Auswahl wieder, dass Lehmeier ein Fan der Eagles sei.

  • Setlist:

    Nicht nur von den Eagles und den Beatles sind darauf gleich mehrere Lieder zu finden, sondern auch von Howard Carpendale finden sich mehrere Titel. Eine Besonderheit war während des Besuchs der Mittelbayerischen bei einer Probe der beiden zu hören: Bernhard Lehmeier gab den „Monaco Franze“. Denn er stellte „Spatzl“ vor. Das ist der Einzige, von Hauptdarsteller Helmut Fischer gesungene Hit, den die zehnteilige Serie nebenbei produziert hat.

Wie Jürgen Matusche war auch Bernhard Lehmeier bei „You and We“ – aber halt zu einer ganz anderen Zeit. Schon immer war Lehmeier dem Schlagzeug verbunden. Dabei hatte ihm einst ein Dirigent der Blaskapelle Parsberg prophezeit, dass aus dem jungen Trommler nie ein Schlagzeuger werden würde.

Bernhard Lehmeier hat für uns den "Monaco Franze" gegeben: Das Lied vom "Spatzl", dem der "Stenz" mal wieder seine ewige Treue vor einem Rendezvous mit einer Anderen schwört, ist Teil des Repertoires von J+B.
Bernhard Lehmeier hat für uns den "Monaco Franze" gegeben: Das Lied vom "Spatzl", dem der "Stenz" mal wieder seine ewige Treue vor einem Rendezvous mit einer Anderen schwört, ist Teil des Repertoires von J+B.

Doch der Mann sollte irren: Denn er kannte nicht den Ehrgeiz von Bernhard Lehmeier. Der übte und übte und war dann schließlich am Schlagzeug so fit, dass er 1975 mit den „Black Points“ aus dem Raum Deusmauer/Seubersdorf in seine erste Band eintrat. Bis nach Beilngries und Greding kam Lehmeier mit dieser Formation. Die Auftrittsmöglichkeiten im Neumarkter Raum lernte er dann besser als Mitglied von „Nacht-Express“ kennen. Hans Schuster und Bernhard Kubis, die viele mehr aus deren Zeit in der Parsberger Band „Conclusion“ kennen dürften, traten etwa gerne im Knör auf. Zu „You and We“ kam Bernhard Lehmeier, nachdem er von Max Gmelch abgeworben worden war.

25 Jahre bei der „Kombo“

Und ab 1983 folgten exakt 25 Jahre beim Quintett „Die Kombo“. Zusammen mit den Lang-Brüdern Josef und Hans, mit Helmut Habel und Oskar Reithmeier gab es auch weite Anreisen zu Konzerten in Bregenz und Stuttgart-Degerloch.

Und nun die nächste musikalische Station zusammen mit Jürgen Matusche. Beide stellten im Gespräch mit der MZ fest, dass zwischen ihnen die Chemie stimme. „Zwischen uns beiden gibt es sicher nicht mehr die Kindereien wie in den frühen Bands“, erwarteten sie. Das soll auch das Publikum bei der Premiere am 21. September spüren können.

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