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Donnerstag, 26. April 2018 15° 2

Kabarett

Jeder bekam sein Fett weg

Django Asül knüpfte sich in Neumarkt das Jahr 2017 vor. Vor allem die Polit-Prominenz erntete dabei reichlich Spott.
Von Helmut Sturm

Django Asül bekundete seine Sympathie zur Oberpfalz. Foto: Sturm

Neumarkt.Am Dienstagabend blickte Django Asül in bekannter Manier auf das vergangene Jahr zurück. Dabei bekam jeder sein Fett weg. Nach einer kurzen Sympathiebekundung zur Oberpfalz stieg er ohne langes Vorgeplänkel in sein Programm „Rückspiegel 2017“ ein.

Seit sieben Jahren macht er das mittlerweile. Er stellte fest, dass die Erwartungen seines Publikums einer deutlichen Veränderung unterliegen. „Zuerst kamen die Menschen, weil sie keine Zeit zum Zeitunglesen hatten. Heute kommen sie, weil es für sie immer schwerer wird, zwischen all den Fake-News die Fakten zu erkennen. Dass sie heute hier sind, spricht für ihren Sachverstand.“

Dem angeblich durch die aktuelle Diskussion stark verunsicherten männlichen Teil des Publikums er-klärte er eingangs fix den Unterschied zwischen einem Kompliment und sexueller Belästigung. „Die Frisur einer Dame zu loben ist okay. Ihr dabei aber gleichzeitig an den Busen zu fassen, das nicht.“ Vollkommen überraschend erweckte er Frankens Weltfußballer, „den großen Philosophen Lothar Matthäus“, mit einer Auswahl an Zitaten wie wieder zum Leben, um dann endgültig in die großen Themen einzusteigen.

Hier finden Sie weitere Informationen:

Django Asül

  • Kindheit:

    Der Kabarettist Django Asül, ein Niederbayer mit türkischen Wurzeln, wurde in Deggendorf geboren und wuchs in Hengersberg auf.

  • Schule:

    Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann und packte als Autodidakt den Tennislehrer noch obendrauf.

  • Kabarett:

    Mitte der 90er-Jahre unternahm er erste Schritte in Richtung Kabarett. 1997 startete er sein erstes Bühnenprogramm „Hämokratie“. Berühmt berüchtigt bleibt seine Fastenrede auf dem Nockherberg 2007. (phs)

Den wegen seiner Mängel berüchtigten Berliner Flughafen habe der TÜV kürzlich als fertig bezeichnet – bedauerlicherweise nicht im Sinne von betriebsbereit. Die Bundeskanzlerin verglich er mit Heidi Klum und ihren Fernsehshows: „Sie bringt naive Männer in die CDU und macht sie dann zum Affen.“ Stutzig machte den Entertainer der seiner Meinung nach zu lange zeitliche Abstand zwischen den Lachern im Publikum. „Macht ruhig so weiter“, sagte Asül darauf im Scherz.

Schier aus dem Häuschen geriet das Publikum dann bei Django Asüls bildlicher Vorstellung der Jamaika-Koalition. „Horst Seehofer in Neoprenlederhose auf dem Surfbrett, daneben Angela Merkel im Bikini, Cem Özdemir als gefühlter Außenminister im Burkini und Christian Lindner mit Schwimmflügerl.“ Dem kurzweiligen Abend fehlte es beileibe nicht an Themen. Der unglaubliche Aufstieg und Fall des SPD-Chefs Martin Schulz, der G-20-Gipfel in Hamburg und Markus Söder, der persönlich eine Rolle Telefonkabel in Hengersberg vorbeibrachte, um sie dann nächtens mit dem Hammer zum Breitband zu klopfen. Alle waren Asüls Spott ausgesetzt.

Nicht zu kurz kamen in Asüls Ausführungen auch die wunderbare Freundschaft zwischen Söder und Seehofer nach dem Nürnberger Parteitag und der Rausschmiss Carlo Ancelottis beim FC Bayern. Es war insgesamt ein toller Abend für alle Freunde des „geschliffenen Spottes“.

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