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Region Neumarkt
Sonntag, 22. Juli 2018 23° 6

Natur

Jedes Bienenjahr ist anders

Sabine und Markus Bösl sind Imker aus Leidenschaft. Diese Passion gibt er als Imkerpate an andere Menschen weiter.
Von Christine Riel-Sommer

Markus Bösl erklärt den Jungimkern die unterschiedlichen Beutesysteme bei Bienenkästen. Fotos: Sommer-Riel
Markus Bösl erklärt den Jungimkern die unterschiedlichen Beutesysteme bei Bienenkästen. Fotos: Sommer-Riel

Lauterhofen.2013 hat das Lauterhofener Ehepaar Sabine und Markus Bösl eine Streuobstwiese angepflanzt. Damit die Bäume besser tragen sollten, überlegten sie, sich Bienen vorzuhalten. Das Interesse wurde zur Leidenschaft. Inzwischen fungiert Markus Bösl als zweiter Vorsitzender des Imkerkreisverbandes Neumarkt und bildet Jungimker aus.

„Wenn man Lust hat zu Imkern, dann soll man einfach loslegen. Der Rest kommt schon mit der Zeit,“ erklärt Markus Bösl während er den Dampf-Wachseinschmelzer mit Wachswaben füllt und einschaltet. Markus Bösl lebt seinen Grundsatz konsequent.

Als Imkerpate betreut er Jungimker und bietet Lehrgänge an. Eine Latte an Themen steht heute auf dem Programm: Zuerst wird das wichtigste Handwerkszeug erläutert: „Ihr braucht am Anfang nur Stockmeißel, Smocker, Abkehrbesen, Handschuhe und einen Imkerschleier mit engen Bündchen an den Handfesseln, damit die Bienen nicht durchschlupfen können, „erklärt er den sieben Zuhörern in der heimischen Garage. Man solle zu Beginn nicht zu viel investieren und erst mal sehen, ob man dabeibliebe und keine Allergien entwickle, rät der 41-Jährige. Er muss es wissen. Während seine Frau in den Imkerverein Neumarkt eintrat, startete er in Traunfeld. Beide schätzen es, sich mit diversen Personen austauschen zu können. Denn die Bienenhaltung ist immer wieder mit neuen Aspekten und Herausforderungen verbunden. Kein Bienenjahr ist wie das andere. Das macht es besonders spannend.

Arbeitsgemeinschaft gegründet

Mittlerweile ist Bösl im Imkerverein Traunfeld erster Vorsitzender und zudem auch zweiter Kreisvorsitzender. Sogar Imkerbedarf kann man inzwischen über ihn beziehen. Die Lauterhofener Schule stattete er vor einigen Jahren mit einem Bienenvolk aus, da dort eine Bienen-Arbeitsgemeinschaft gegründet wurde. An Ideen und Tatkraft diese bei der Realisierung zu unterstützen fehlt es dem gebürtigen Franken also wirklich nicht. Bei ihm geht es locker und unkompliziert zu. So auch jetzt als die Jungimker sich beim Drahten von Bienenwaben-Rähmchen versuchen und zum wiederholten Male ein gespannter Draht reißt. „Das wollte ich euch zeigen – mit dem Draht ist nichts zu machen – der ist zu dünn. Besser ist eine stabilere Ausführung. So macht die Vorbereitung im Winter auf das Bienenjahr auch Spaß“, lacht er. Umgehend spannt Bösl einen Beispielrahmen und greift für den nächsten Arbeitsschritt zum Lötgerät. „Ich lege nun die Mittelwand-Wachsplatte aus eigenen Wachs auf die Drähte und wir leiten Strom durch den Draht. So verbindet sich dieser mit der Wachsplatte.“

Heute lernen die Jungimker zu vielerlei Themen: Welche Beutesysteme – also Bienenkästen – gibt es und wo sind die Vorzüge der verschiedenen Optionen. Die Gruppe erfährt in diesem Zug von Trogbeuten: In diesem Sytem ist in einem großen Unterraum (Trog) der gesamte Bienenbrut- und Honigraum untergebracht. Jedoch besteht bei diesem System nicht die Möglichkeit einen Holzrahmen einzulegen.

Pflege ist erschwert

Das erschwert erheblich die Pflege der Bienenvölker. Daher sei inzwischen eher die Nutzung von Magazinbeuten üblich. Hier kann jedes einzelne Rähmchen herausgezogen und besichtigt werden. „Magazinbeuten bestehen aus losen Bauteilen, wie Gitterboden, Zargen und Deckeln“, erklärt Bösl im Gespräch. Die Erweiterung könne ideal der wachsenden Volksstärke im Frühjahr angepasst werden. Im nächsten Schritt analysiert die Gruppe Brut-, Honig-, Pollen- und Drohnenwaben. Eine Herausforderung für das ungeübte Auge: „Brutwaben sind dunkelbraun, während Pollenwaben – abhängig vom Pollen weißlich, gelb oder sogar lila - und Honigwaben goldgelb sind“, erklärt Sabine Bösl routiniert. Drohnenwaben seien größer als Arbeiterbienenwaben und mit bloßem Auge zu unterscheiden.

Inzwischen ist das per Dampf eingeschmolzene Wachs auf den Rähmchen aus dem Dampfschmelzer abgelaufen und in einem Gefäß gesammelt. „Je öfter das gemacht wird, umso heller und reiner wird das Wachs“, erläutert Sabine Bösl und zeigt mit ihrem Mann den Unterschied an drei Wachsblöcken. Für geduldige Imker besteht auch die Möglichkeiten einen Sonnenwachsschmelzer zu benutzen, lacht die Lauterhoferin.

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