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Politik

Jetzt soll es doch ein Parkdeck geben

Vor der Sitzung des Neumarkter Stadtrats wurde ein Plan vorgestellt. Er sieht 458 Parkplätze rund um das Ganzjahresbad vor.
Von Lothar Röhrl

Links hinter dem Fußgängerweg-Schild ein neues Parkdeck entlang der Sandstraße; rechts davon ein mit Automaten geregelter Zugang zum Freibadbereich des neuen Ganzjahresbades: So sieht der vorgelegte Planentwurf aus. Foto: Röhrl
Links hinter dem Fußgängerweg-Schild ein neues Parkdeck entlang der Sandstraße; rechts davon ein mit Automaten geregelter Zugang zum Freibadbereich des neuen Ganzjahresbades: So sieht der vorgelegte Planentwurf aus. Foto: Röhrl

Neumarkt.Jetzt könnte es doch kommen, das Parkdeck plus Parkplatz neben dem Freibad. Für gerade mal eine Million Euro hat die Tiefbauverwaltung eine solche Lösung gefunden. Am Donnerstagnachmittag haben Werner Dietrich, Leiter des Straßenbauamts der Stadtverwaltung, und OB Thomas Thumann erste Pläne dafür vorgestellt. Was momentan als sehr genau ausgearbeitete Überlegung vorliegt, könnte schon im Herbst durch einen Beschluss im Stadtrat konkret werden und spätestens mit Inbetriebnahme des Ganzjahresbads fertiggestellt sein.

1 Million Euro für 138 Stellplätze

Kurz vor Beginn der Stadtratssitzung am Donnerstagabend mit einigen brisanten Themen hatte die Stadtverwaltung zu einem Pressegespräch gebeten. Mit 138 Stellplätzen und einer wohl nur geringen Parkgebühr sei das zweigeschossige Parkdeck eine attraktive Ergänzung zum zukünftigen, größtenteils aber schon bestehenden Angebot an Parkflächen rund um das künftige Ganzjahresbad, versicherten OB und Dietrich.

Den Clou der nun gefundenen Lösung stellte Werner Dietrich vor: Denn mit dem doppelgeschossigen Deck würde das natürliche Gefälle entlang der Sandstraße ausgenutzt. Vier Meter Höhenunterschied gibt es laut Dietrich zwischen Seelstraße und Egerländerstraße. Laut der von ihm erarbeiteten Lösung wäre damit Platz für diese Lösung: Unten wird ein Parkplatz angelegt. Dieser wird bis zur Hälfte abgesenkt, so dass diese Ebene unter der ansteigenden Sandstraße liegt. Ab der Mitte verschwindet der Parkplatz unter dem ebenfalls zu bauenden Parkdeck. Dieses wird von der Egerländerstraße aus angefahren.

Seemann: „Ein Drive-In Freibad“

Zusätzlich soll es ein Parkleitsystem geben, das anzeigt, wie viele der 138 Parkplätze auf den beiden Ebenen noch frei sind. Übrigens: Gleich in der Nähe der Zufahrt zum Parkdeck von der Egerländerstraße her soll es einen neuen, über Automaten geregelten Zugang zum Freibadgelände des Ganzjahresbades geben.

Die Grafik zeigt, wo sich künftig Parkplätze rund um das Ganzjahresbad befinden:

Werner Dietrich war es sehr wichtig, auf die „luftige“ Bauweise hinzuweisen. Anders als etwa bei einem „eingehausten“ Parkdeck könne man von außen durch das Parkdeck durchschauen. Damit hätten die Anwohner der Sandstraße keinen Klotz vor der Nase. Zudem entstünden erst gar keine Betriebskosten, wie sie für den Einbau einer Belüftung nötig wären. Das Oberdeck rage lediglich 73 Zentimeter mit seiner Umrandung über das Niveau der Sandstraße.

Gefällig soll das Ganze auch aussehen. Denn der neue Parkraum soll von Bäumen eingerahmt werden. Ein Vorteil ist, dass von der Liegewiese kein einziger Quadratzentimeter abzuzwacken wäre. Stadtbaumeister Mathias Seemann sprach wegen der direkten Nähe gar von einem „Drive-in Freibad“.

Doch Werner Dietrich wollte es nicht allein bei der Präsentation des neuen Parkdecks bewenden lassen. Er beleuchtete alle Parkmöglichkeiten im Umkreis von 300 Metern rund um das Ganzjahresbad, wenn es Ende 2019 fertig gestellt ist. bestand derzeit seien 318 ausgewiesene Stellplätze. Mit dem Parkdeck kämen 458 Stellplätze zusammen. Diese werden sich – vorausgesetzt der Stadtrat stimmt heuer im Herbst dem „Parkdeck Sandstraße“ zu, auf neun Alternativen verteilen. Dietrich listete den Medien jede einzelne Fläche auf und wies auf Veränderungen im Vergleich von heute und dem Jahr 2020 hin.

Die Veränderungen betreffen im einzelnen: Seelstraße minus 13 Stellplätze (2020: 34), Mühlstraße minus 36 (42), Egerländer Straße plus 14 (59) durch die Umwandlung in Senkrechtparkplätze), Remontenstraße mit Erweiterung Richtung Faberpark plus zwölf (64), Lehrerparkplätze an Knaben- und Mädchenrealschule plus zwölf bzw. plus 13 (2020: 25 bzw 53). Unverändert in der Stellplatzzahl bleiben der von OB Thomas Thumann als „Geheimtipp“ titulierte Platz südlich der Turnhalle der Knabenrealschule (25) und der in den Ferien für alle freie Parkplatz der Lehrer an der Knabenrealschule auf Höhe Einmündung Heimstättenweg (18).

Wichtig war Dietrich der Verweis auf Zahlen, die das Verkehrsplanungsbüro R+T heuer im Februar mitgeteilt hatte: Bei einem Durchschnittstag im Ganzjahres- und im Freibad würden 218 Stellplätze gebraucht. Bei einem Spitzentag im Sommer, an dem 6000 Gäste in beiden Bädern angenommen werden, seien es 870. Erfahrungen zeigten, dass es nur maximal zehn solcher Tage im Jahr gebe. Dann könne es jedoch zu einem „verstärkten Parkdruck“ in Nebenstraßen kommen.

Alter Wunsch der Anwohner

Immer wieder war in den vergangenen eineinhalb Jahren der Wunsch nach einem Parkdeck unter anderem von Anwohnern geäußert worden. Wenigstens dieses sollte es geben, wenn schon das Ganzjahresbad nicht an anderer Stelle errichtet werde – hieß es. Im Februar 2016 war gar von einem Parkdeck mit 190 Plätzen auf dem ehemaligen Watte-Richter-Gelände die Rede gewesen.

Sehen Sie hier eine Chronolie der Parkplatz-Diskussion:

Chronologie: Debatte um die Parkplätze

  • 15. Februar 2016:

    In einer Klausurtagung erfahren die Stadträte, dass Diezinger Architekten mit 137 Parkplätzen planen, von einer eingeschränkten Parkplatzsituation sprechen – ein Parkdeck mit 176 Stellplätzen in der Sandstraße aber nicht mehr angedacht ist, sondern nur 113 Stellplätze.

  • 17. Februar 2016:

    OB Thomas Thumann sagt: „Es wird kein Parkplatzproblem wegen des Ganzjahresbades geben“. Stadtwerkedirektor Dominique Kinzkofer kündigt an, dass auf dem ehemaligen Gelände Watte-Richter weitere Stellplätze entstehen können – oder sogar nach Abbruch der Gebäude ein Parkdeck. Insgesamt könnten so 190 Stellplätze angeboten werden. Die UPW-Stadtratsfraktion beantragt, die Verwaltung solle diese Pläne weiter verfolgen – die CSU will das Gelände für wertvollere Projekte nutzen. Kinzkofer betont: Es gehe nicht darum, ausreichend Parkraum für Spitzenzeiten zu schaffen, in denen mit rund 5000 Besuchern pro Tag gerechnet wird, sondern Angebote für den normalen Betrieb bereit zu halten.

  • 26. Februar 2016:

    Trotz heftiger Debatte stimmen nur vier Stadträte gegen die Bad-Pläne (Gloßner, Jawurek, Günther Stagat, Pröpster).

  • 3. Juni 2016:

    Die CSU beantragt, ein Parkdeck an der Ecke Evangelienstein/Mühlstraße zu errichten. Derzeit wird der Hartplatz von der Mädchenrealschule als Parkplatz genutzt. FLitZ bemängelt die zu geringe Anzahl an Parkplätzen.

  • 19. November 2016:

    OB Thomas Thumann und Stadtwerkedirektor Dominique Kinzkofer stellen das Raumkonzept des Bads vor und lehnen Alternativvorschläge von Eginhard Riedel (Ehrenpräsident des Bayerischen Schwimmverbands) und dem Bäderzpezialisten Architekt Christoph Keinemann ab. Die Planungen sollten nicht mehr von vorne beginnen.

  • 22. November 2016:

    Erneut äußern Anwohner in Leserbriefen ihre Zweifel an der Parkplatzsituation.

  • 13. Februar 2017:

    Der Seniorenbeirat kritisiert in einer Gesprächsrunde mit den planenden Architekten und dem Stadtwerkedirektor die Parkplatzsituation am geplanten Bad.

  • 15. Februar 2017:

    Eginhard Riedel legt einen Alternativplan für das Ganzjahresbad vor, der ein Parkdeck im Süden des Bad-Geländes vorsieht. OB und Stadtwerkedirektor sagen, sie hätten Anregungen in der Planungsphase aufgenommen, nun aber sei diese abgeschlossen.

  • 20. Februar 2017:

    Manfred Ritter lädt Anwohner rund um die Remontenstraße zu einer Diskussionsrunde zum Thema Parkplatzsituation ein.

  • 22. Februar 2017:

    Im Stadtrat entbrennt eine Grundsatzdiskussion um das Ganzjahresbad, CSU-Stadtrat Richard Graf will die Pläne kritisch hinterfragen und Bürger einbeziehen. Parteikollege Markus Ochsenkühn fordert eine bessere Öffentlichkeitsarbeit und eine Bürgerversammlung mit Anwohnern. FLitZ wiederholt seine kritik: Das Bad müsse an einem anderen Standort gebaut werden.

  • 8. März 2017:

    1413 Bürger fordern mit ihrer Unterschrift eine Verlegung des Ganzjahresbads – wegen der aus ihrer Sicht angespannten Parkplatzsituation. OB Thumann verweist auf gültige Stadtratsbeschlüsse, die mit Mehrheit getroffen worden seien – für den jetzigen Standort.

Werfen Sie einen Blick in unser MZ-Spezial zum Ganzjahresbad und der Diskussion um Standort und Parkplätze.

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