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Region Neumarkt
Mittwoch, 15. August 2018 25° 3

Gericht

Junger Mann fährt wiederholt ohne Ticket

Ein 22-Jähriger wurde angeklagt, weil er ohne Ticket Zug fahren wollte. Er wurdet zu 20 Tagessätzen á 40 Euro verurteilt.

Neumarkt.Im Herbst 2016 wollte der 22-jährige Angeklagte von Batzhausen nach Neumarkt – hatte aber kein Geld dabei. Trotzdem stieg er in den Zug ein und wurde prompt beim Schwarzfahren erwischt. Dafür stand er am Mittwoch Nachmittag vor Amtsrichter Dr. Marcel Dumke.

Die Rechtslage war eindeutig. Strafmildernd legte er ein Geständnis ab. Es sollte trotzdem ein schlechtes „Geschäft“ für ihn werden. 3,50 Euro hätte der Fahrpreis gekostet. Das wegen seiner Schwarzfahrt erhöhte Beförderungsgeld belief sich schon einmal auf 60 Euro. Die hatte er bis zum Gerichtstermin trotz Berufstätigkeit und zwei Jahren Zeit immer noch nicht bezahlt.

Desweiteren kam eine Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe von ihm ausgehend nicht zustande. Dies alles waren keine guten Vorzeichen für den Prozess des jungen Mannes. Relativ emotionslos saß er währenddessen auf der Anklagebank.

Im Prozess kamen noch weitere negativen Faktoren für ihn zu Tage: Im Bundeszentralregister stand ein Verfahren wegen dreimaligen Schwarzfahrens. Wesentlich für das Strafmaß war die Frage: Kommt das Jugendstrafrecht oder das Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung.

Staatsanwalt Sebastian Pellkofer wertete in seinem Plädoyer den verursachten Schaden zwar als geringfügig, das gezeigte Verhalten des Angeklagten aber für alles andere als strafmildernd. Drei Vorstrafen in gleicher Angelegenheit, den Schaden bis heute nicht bezahlt und keine Mitarbeit bei der Jugendgerichtshilfe. Er forderte 20 Tagessätze á 10 Euro plus Übernahme der Verfahrenskosten.

Amtsrichter Dr. Dumke ging in seinemUrteil weit darüber hinaus. Für ihn kam aufgrund des Reifegrades des Angeklagten das Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung. Er verurteilte ihn zu 20 Tagessätzen á 40 Euro. Zwar wirkte das Geständnis des Angeklagten strafmildernd. Die Tatsachen ließen aber auch kaum eine andere Möglichkeit zu. Seine zurückliegenden Schwarzfahrten und die Wiederholung des gleichen Delikts im September zeigten, dass er daraus nichts gelernt habe. Ratenzahlung á 50 Euro gestand der Richter dem Angeklagten noch zu. Doch er schickte auch eine Warnung an den Verurteilten: „Wenn die Zahlung nicht pünktlich erfolgt, geht’s in Haft.“ (phs)

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