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Kirche

KAB feiert in Dietfurt 100. Geburtstag

Mit einem Festakt begeht die Katholische Arbeitnehmerbewegung ihr Jubiläum. Ein Arbeiterverein war 1918 gegründet worden.

Ehrenvorsitzender Johann Geitner und Vorsitzende Franziska Schmid zeigen den Wimpel aus dem Jahr 1918. Vizevorsitzender Horst Meier hält die Vereinsfahne aus dem Jahr 1988. Foto: ufb

DIETFURT.Auch wenn es die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Dietfurt in der heutigen Form erst seit 1963 gibt, kann sie am Sonntag ihren 100. Geburtstag feiern. Denn bereits zum Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918 hat ein „Katholischer Arbeiterverein“ bestanden, der als Vorläufer des jetzigen Vereins zu verstehen ist. Das Jubiläum wird mit einem Dankgottesdienst in der Stadtpfarrkirche und anschließendem Festakt im Niedermeier-Saal begangen.

Vom ersten Arbeiterverein ist sehr wenig bekannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind die vorhandenen Unterlagen und Aufzeichnungen während der Zeit des Nationalsozialismus‘ verschwunden. Dank der schriftlichen Bestätigung von zwei Zeitzeugen weiß man aber sicher, dass 1918 ein Arbeiterverein gegründet wurde.

Zeitzeugen beweisen Existenz

So hat der am 22. November 1895 geborene Georg Schmid am 19.Dezember 1976 per Unterschrift versichert, „dass um 1918 unter Herrn Stadtpfarrer Bachmeier ein katholischer Arbeiterverein gegründet wurde“. Und weiter heißt es in dem Schreiben: „Dieser Verein wurde 1933 unter Hitlers Regierungszeit zwangsaufgelöst“. Am 8.Januar 1977 wurde der Sachverhalt in ähnlicher Form auch von Ferdinand Schermbach, geboren am 3. September 1895, bestätigt. Des Weiteren haben Recherchen, die der langjährige KAB-Vorsitzende Johann Geitner anstellte, ergeben, dass die Kolpingsfamilie 1927 und 1929 für Mitglieder des Arbeitervereins Theater gespielt hat.

Die KAB ist in Dietfurt fest verwurzelt – ähnlich wie dieser Altartisch und das Kreuz, die sie 1991 auf dem Kreuzberg errichtet hat. Foto: ufb

Im Jahre 1963, also erst einige Jahre nach dem Zweiten Krieg, kam es zur Wiedergründung des Arbeitervereins. Seinerzeit nannte er sich „Katholisches Werkvolk“. Mitinitiator war der damalige Stadtpfarrer Karl Strehle gewesen, der von dem unvergesslichen KAB-Sekretär Gustl Schön aus Eichstätt unterstützt wurde. Die anwesenden 26 Männer und fünf Frauen wählten Josef Irrler zum ersten und Günter Grenz zum zweiten Vorsitzenden. Rosa Baier wurde zur Frauenvertreterin ernannt. Werner Maier übernahm damals die Schrift- und Albert Plank die Kassenführung. Da Letzterer aus beruflichen Gründen bald wegzog, bestimmte man Johann Geitner zum neuen Kassier.

Das „Werkvolk“ befasste sich mit sozialpolitischen Themen, bot auf diesem Gebiet seinen Mitgliedern auch verschiedene Hilfen an. Zudem brachten sich die Mitglieder im kirchlichen Leben ein. Bereits 1964 konnte ein Banner gekauft und geweiht werden. 1968 wählte man Maria Graspointner zur ersten Vorsitzenden der Frauen. 1972 gab Josef Irrler den Vorsitz ab, ihm folgte Johann Geitner. Zudem erfolgte für alle Werkvolkgruppen in Deutschland eine Namensänderung – man nannte sich fortan Katholische Arbeitnehmerbewegung.

Als im Jahr 1973 „zehn Jahre Wiedergründung“ gefeiert wurde, konnte in Dietfurt bereits das 100. Mitglied begrüßt werden. Eine erfreuliche Überraschung gab es 1976: Maria Deisenrieder übergab an den Vorsitzenden Geitner und an Präses Strehle einen Wimpel des Arbeitervereins von 1918, den sie versteckt und über die Hitlerzeit gerettet hatte. Eine Seite des Wimpels zeigt den heiligen Josef als Patron der Arbeiter, auf der anderen Seite hatte sich ein Stadtwappen befunden, das in der Nazizeit entfernt worden war. Maria Deisenrieder hatte dort dann das KAB-Zeichen aufgenäht. Der Wimpel mit der darin eingestickten Jahreszahl 1918 ist das älteste Zeugnis der KAB Dietfurt.

Immer mehr Frauen werden aktiv

1978 wurde Maria Hengl zur Vorsitzenden gewählt. Ihr ist es mit zu verdanken, dass sich immer mehr auch die Frauen eingebrachten und somit die KAB Dietfurt immer mehr erblühte. Zuweilen stellten übergeordnete Personen fest, dass Dietfurt die aktivste KAB-Gruppe der Diözese habe. Immer wieder sorgte sie für Höhepunkte – einer davon war 1988 die Weihe einer neuen Fahne.

Und so wird am Sonntag gefeiert:

Viele Aktivitäten

  • Engagement:

    Seit ihrer Wiedergründung hat die KAB Dietfurt mit vielseitigen Aktivitäten für Aufmerksamkeit gesorgt. Müsste man sie alle aufzählen, würden bestimmt viele vergessen.

  • Beispiele:

    Zu erwähnen sind aber Aktionen, mit denen soziale und karitative Zwecke unterstützt wurden, ein stetes Engagement in der Pfarrei, die Errichtung eines Steinaltares auf dem Kreuzberg, die Gestaltung vieler Gottesdienste, zahlreiche Veranstaltungen bzw. Beratungen, die den Arbeitnehmern Hilfe in sozialen Angelegenheiten brachten, Informationsfahrten und Kulturreisen sowie Theaterabende und Faschingsbälle.

  • Einzug:

    9.15 Uhr: Einzug der Fahnenabordnungen in die Pfarrkirche.

  • Festgottesdienst:

    9.30 Uhr: Beginn des feierlichen Festgottesdiensts. Hauptzelebrant und Prediger ist der langjährige Kreispräses und frühere Dekan aus Neumarkt, Monsignore Richard Distler.

  • Abschluss:

    In einem feierlichen Zug mit Musikbegleitung gehen die Festgäste zum Gasthaus Niedermeier. Dort folgt eine Feierstunde mit Grußworten, Rückschau und Ehrungen. Umrahmt wird die Veranstaltung von der Eckbanklmusi. Anlässlich des Festes sind alle Mitglieder zum Mittagessen eingeladen. (ufb)

Im Jahr 1997 gaben Johann Geitner nach 25 Jahren und Maria Hengl nach zwölf Jahren Amtszeit den Vorsitz ab. Beide haben die KAB Dietfurt geprägt. Geitner wurde deshalb zum Ehrenvorsitzenden ernannt und bringt sich, wenn es gewünscht wird, auch heute noch mit ein.

Seit 21 Jahren ist Franziska Schmid erste Vorsitzende. Mit Horst Meier und Armin Pollinger hat sie zwei Stellvertreter. Die Kasse führt seit einigen Jahren Josef Mürbeth und Andreas Roider ist Schriftführer. Dank des guten Teams und vielen Freiwilligen, die sich engagieren, kann man sagen: „Gäbe es die KAB nicht, ginge der Pfarrei und der Stadt Dietfurt etwas ab.“ (ufb)

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