MyMz
Anzeige

Kein Ende für Loderbachs Dauerbaustelle

Weil sich seit langem nichts mehr tut, hat die Brücke über den alten Kanal manche Verärgerung ausgelöst. Es fehlt nicht viel.
Von Lothar Röhrl

Das unübersehbare Problem der Brücke bei Loderbach derzeit ist: die Stahlträger liegen schon, doch die Holzbohlen quer darüber fehlen noch. Derzeit ist unklar, wann diese montiert werden. Foto: Hans Stepper
Das unübersehbare Problem der Brücke bei Loderbach derzeit ist: die Stahlträger liegen schon, doch die Holzbohlen quer darüber fehlen noch. Derzeit ist unklar, wann diese montiert werden. Foto: Hans Stepper

Berg.Sie liegt so verführerisch da: Gleich, so könnte man meinen, kommt ein Trupp mit Arbeitern. Der lädt von einem Anhänger Holzbohlen ab. Und kurz darauf werden diese Bohlen auf die bereits seit Wochen fertigen, neuen Stahlträger gelegt. Doch im Nu fertig wird der Neubau der Ludwigskanal-Brücke bei Loderbach demnächst nicht. Bei weitem nicht.

Immerhin: Was sich dem Betrachter als weitgehend fertig-sanierte Brücke präsentiert, hat mit dem 1845 fertiggestellten Original-Bauwerk nicht mehr viel zu tun. Andreas Huber, der beim Wasserwirtschaftsamt Regensburg für den Bereich Neumarkt zuständig ist, kann sich noch gut an die „Überraschung“ erinnern, die sich den Prüfern im vergangenen Jahr bot. Denn die Loderbacher Brücke, wie sie bei Nutzern und Wasserwirtschaftsamt verkürzt hieß, war mit dem Lauf der Zeit ziemlich verschlissen. Gerade ihre beiden Widerlager hatte es erwischt. Die Tragfähigkeit des einst nur für Pferdefuhrwerke konstruierten Überbaus über den Ludwig-Donau-Main-Kanal war bedenklich geworden. Die acht Tonnen, die für die heutige Zeit gefordert sind, waren nicht mehr erreichbar. Und so entschloss man sich im Regensburger Amt zum Austausch der Widerlager plus Neubau der Brücke. Mit der nötigen denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis begannen die Arbeiten.

Corona vergrößerte Verspätung

Nicht nur die „Überraschung“ mit den viel stärker als erhofft beschädigten Widerlagern bremste den Drang der Planer und Bauarbeiter. Mitte März kam dann noch Corona dazu. Weil die Grenzen nach Deutschland zunächst geschlossen wurden, fehlte der ausführenden Firma auch noch Personal.

Bekanntlich wurde dieses Problem inzwischen aus der Welt geschafft. Das wirkte sich positiv auf den Fortschritt der Arbeiten an der Brücke aus. Doch zu mehr als jenen 90 Prozent, die Andreas Huber im Gespräch mit dem Tagblatt als Quote der Fertigstellung angab, brachte es das Bauvorhaben bisher nicht. Statt Fertigstellung spätestens Ende Dezember 2019 ist jetzt im Jahr 2020 fast der Mai ins Land eingezogen. Kein Jogger und erst Recht kein Traktor mit Anhänger kann nach wie vor die Brücke passieren.

Es fehlen schlicht die Bohlen. Sind diese aufgebracht, kann auch die Brücke für eine Belastbarkeit mit einer Tonnage von maximal acht Tonnen wieder freigegeben werden. Eine telefonische Nachfrage am Montagnachmittag bei Andreas Huber ergab: Nichts Neues. Weiterhin fehlen schlicht die Arbeiter, welche die Holzbohlen auftragen sollen. Immerhin verriet der Abteilungsleiter am Wasserwirtschaftsamt, dass die Bohlen aus Lärchenholz gefertigt sein werden. Durch den Telefonhörer vernehmbar war Hubers Reaktion auf die Frage, wann denn die Arbeiter wieder zurück auf der Baustellen sein würden: ein Achselzucken war die Antwort.

Der Kran ist schon weg

Dabei sieht die Baustelle von weitem schon verführbar fertig aus. Alles Gerät ist von ihr abgezogen worden. Das betrifft auch den Kran, der lange die Baustelle angezeigt hatte. Vorerst muss es aber bei den Umwegen bleiben, die Jogger und Traktorfahrer gemeinsam unternehmen müssen, um der Dauerbaustelle auszuweichen.

Drei Projekte

  • Der Kanal:

    Die 1846 eröffnete Wasserstraße führte von Kelheim durchs Altmühltal, das Ottmaringer Tal, das Sulztal zum höchsten Punkt nach Neumarkt. Von diesem Scheitelpunkt aus geht es weiter über Berg, Lindelburg, Schwarzenbruck nach Nürnberg.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht