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Kille wau auf des Kaisers Geburtstag

50 Gruppen und etwa 20 000 meist verkleidete Zuschauer feierten in Dietfurt unter dem Motto „60 Jahre Kaiserei – Stadt und Land ois ist dabei“.
Von Dagmar Fuhrmann

  • Vor dem Rathaus warteten 20.000 Besucher auf die Ansprache des Kaisers Ko-Houang-Di. Foto: Dennerlohr
  • Am Ende der Geburtstagsfeier stiegen Luftballons in den Dietfurter Himmel. ufb
  • Auch Eishexen aus dem hohen Norden wurden gesichtet. Foto: Dennerlohr
  • Die schwebenden Chinesen ernteten staunende Blicke. Foto: Dennerlohr
  • Die Palastlöwen bewachen den Kaiser. Foto: Dennerlohr

Dietfurt.Wie bekommen die das eigentlich hin, diese Dietfurter Chinesen, dass der Zug jedes Jahr anders ist und sich fast nichts wiederholt. Und woher bitte nehmen die immer wieder diese guten Ideen. Und das auch noch 60 Jahre nach der ersten Kaiserkrönung.

Die Gruppen und Wagenbauer haben sich für dieses Jubiläum gehörig ins Zeug gelegt und so wurde in allen Garagen und Schuppen geschraubt und gebastelt für diese ganz besonderen 90 Minuten des Dietfurter Chinesenfaschings, an dem 50 Gruppen und 20 000 Zuschauer teilnahmen, um Kaiser Ko-Houang-Di zu huldigen.

Wegen dieser 90 Minuten und der anschließenden Inthronisation strömten die Menschen zusammen. Unter den Augen des chinesischen Generalkonsuls und des Vizekonsuls, aufgezeichnet von den Kameras des chinesischen Fernsehens und angeblich sogar eines russischen Senders, setzte sich um 13.61 Uhr der Zug in Gang.

Zuvor gab es kille waus auf alles mögliche – auf die Abzeichenverkäufer, auf zehn Kaiser, auf die Presse. Bis der Zug vor dem Rathaus ankam, dauerte es noch eine Viertelstunde. Endlich kündigten die Töne der Kolpingskapelle an, dass sich der Zug näherte. Da waren die Zuschauer noch nicht ganz warm und mussten noch aufgefordert werden, zu klatschen. Dann ging es wie immer Gruppe auf Gruppe. Zunächst defilierten die Vereine der Umgebung an der Ehrentribüne vorbei. Prinz Florian und Prinzessin Michaela grüßten aus Breitenbrunn. Aus Gimpertshausen kamen erst die Punker und dann die Hippies.

Waschbrettbauch und Potenz

Gute Wünsche hatten die Elfen aus dem Eutenhofener Hochland mitgebracht. Sie wünschten dem Kaiser einen Waschbrettbauch und immerwährende Potenz.

Dass dem Chinesenfasching nicht der Nachwuchs ausgehen wird, dafür sorgte heuer die KAB, wenn auch nur indirekt mit einem Fruchtbarkeitstanz aus Afrika, bunt und exotisch waren sie anzuschauen.

Als eine Schatztruhe der Fantasie erwies sich die Gruppe Stampfer, die eine Gruppe indischer Schönheiten aus Bollywood dem Kaiser huldigen ließen und dabei in feinste Seide gekleidet schienen. Die aufwendigen Kostüme schillerten in allen Farben.

Tierisch wurde es bei den beiden nachfolgenden Gruppen. Zunächst kamen die bayrisch-chinesischen Kühe, die mit lautem „kille muh“ das Publikum überraschten, das sich fragte, ob wohl die Milch dieser Kühe gelb ist. Die Tiere stammten aus der Ideenfeder des Weißen Neger-Stamms.

Aufmerksamkeit für die Ratten

Viel Aufmerksamkeit bekamen die Ratten der Berchinger Gruppe Snehotta, die an den Chinesenfasching angepasst waren und sich für diesen Tag extra gelbe Schwänze angeheftete hatten. Sie wirkten so überzeugend, dass es dem einen oder anderen unter den Zuschauern richtig grauste.

Eine ganz spezielle „Prinzessin“ für den Kaiser fuhr der Stammtisch Fröhliche Runde vorbei. Der „Schmie-Muschie“ kann keiner das Wasser reichen, lautete der Kommentar für diese spezielle „Dame“. Natürlich ist zwei Wochen vor der Kommunalwahl ein Chinesenfasching ohne politische Anspielungen ziemlich undenkbar. Die SPD machte auf „Asterix bei den Chinesen“. Carolin Braun packte die Riesenkeule aus und schleuderte sie immer wieder mal ins Volk. Ob ihr wohl auch der Sprung auf den Bürgermeistersessel gelingen werde, fragte der Kommentator von der Rathauskanzel von oben herab.

Mit einem runden Drachentor begeisterte die Gruppe Fanderl/Semmler die Zuschauer. Wie immer war dieser Wagen besonders aufwändig gestaltet. Das Drachentor muss übrigens rund sein, sonst kommen die schlechten Gedanken hinein, erfuhren die staunenden Zuschauer. Geburtstagskerzen für den Kaiser präsentierten die Kleinen der Grundschule, während die Großen in schwarzweiß daherkamen. Passend zu den Kerzen folgte des Kaisers Geburtstagstorte des FC Bayern Fan Clubs. Die Gruppe Kna-Wu-Ha hat sich heuer neu gebildet und war sich schnell einig, wie das Motto lauten soll. Dynamisch wie meistens präsentierten sich der TSV Dietfurt mit einer chinesischen Schaukel, bei der es wirklich hoch hinaus ging. Viele Lacher erzielten die Volleyballer.

Schwebende Chinesen

Schön waren die Gruppen alle, aber besondere Erwähnung verdienen doch zwei von ihnen. Das sind zum einen die schwebenden Chinesen der Gruppe Pfennigfuchser und die Kaiserlichen Palastlöwen. Während die schwebenden Chinesen den Zuschauern wirklich Rätsel aufgaben, wie das möglich war, so waren die Löwen wunderbar anzuschauen und bekamen viel Beifall und Bewunderung.

Natürlich stand die Bühnengaudi heuer auch im Zeichen des Kaisergeburtstags: Am Ende stiegen bunte Luftballons in den Dietfurter Himmel und es wurde noch lange gefeiert.

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