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Familie

Kindergarten für die Zukunft gerüstet

Drei Jahre lang wurde das „Sulztaler Zwergennest“ in Mühlhausen umgestaltet. Jetzt entspricht es den modernen Anforderungen.
Von Hans Gleisenberg

Große Freude herrschte bei der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Außenanlage vom Kindergarten. Foto: Gleisenberg
Große Freude herrschte bei der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Außenanlage vom Kindergarten. Foto: Gleisenberg

Mühlhausen.„Wir sehen es als eine unserer wichtigsten Aufgaben an, die Kinder jeden Alters zu fördern. Dieses Unterfangen genießt höchste Aufmerksamkeit bei Verwaltung, Gemeinderat, den Trägern der Kindergärten und Schulen sowie deren Mitarbeitern. Hierfür haben wir in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen, um dieses Ziel zu realisieren“, so Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer, bei der Freigabe der neuen Außenanlagen im gemeindlichen Kindergarten Sulztaler Zwergennest. Vorbild für diese Maßnahme, war laut dem Rathauschef der zweite gemeindliche Kindergarten, das Montessorihaus in Sulzbürg. Allerdings seien im Zwergennest schon andere Dimensionen zu bewältigen gewesen.

Die Anforderungen steigen

Die Neugestaltung war notwendig geworden, weil die Anzahl der zu betreuenden Kinder seit dem Umbau vor drei Jahren deutlich zugenommen habe. „Wir haben aber auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die Anlagen schon in die Jahre gekommen waren und beispielsweise die Rasenflächen überbeansprucht und recht unansehnlich waren.“

Ein Glücksfall sei auch gewesen, dass für die Arbeiten an der neuen Umgehungsstraße fünf Bäume entfernt werden mussten, die jetzt im Kindergarten Schatten spenden, freut sich auch Kindergartenleiterin Astrid Kirschner über die gelungene Umgestaltung.

Bauhofleiter Ewald Meier hatte die Verantwortung für die Umsetzung. Foto: Gleisenberg
Bauhofleiter Ewald Meier hatte die Verantwortung für die Umsetzung. Foto: Gleisenberg

Weitere Maßnahmen waren die Entfernung des alten Pflasters und einem Teil des Erdwalls, um Platz zu schaffen. Mit dem neuen Pflaster wurden auch Entwässerungsrinnen zu dem neuen Pflaster eingebaut. Im Bereich des Pflasters wurden Fallschutzmatten eingebracht, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Weiter wurden neue Hecken gepflanzt und ein Rollrasen gibt dem Gesamtbild ein schönes Aussehen. Besonders stolz ist der Bürgermeister auf die Tatsache, dass man dies alles in Eigenregie gemeistert habe. Die Planung übernahm die Verwaltung, fachlich beratend war die Leiterin Astrid Kirschner tätig, für die Gestaltung übernahm der Bürgermeister selbst die Verantwortung und die Umsetzung wurde vom gemeindlichen Bauhof unter der Leitung von Bauhofleiter Ewald Meier übernommen.

„Wir freuen uns, dass wir wieder mal für den Nachwuchs tätig sein konnten.“

Ewald Meier, Bauhofleiter

Gut vier Wochen waren hier drei Mitarbeiter unter Einsatz von Maschinen beschäftigt, alles ins Lot zu bringen. Und immer wieder tauchte der graue Golf vom Bauhofleiter auf, Meier hat sich besonders eingebracht. „Die Kindergärten in Schuss zu halten, sind für uns eine liebgewordene Aufgabe geworden und wir freuen uns, dass wir wieder mal für den Nachwuchs tätig sein konnten“, so Meier.

Die Kosten hielten sich bei dem gemeindlichen Gemeinschaftswerk dann auch im Rahmen und mit einer Summe von 33 000 Euro war alles bezahlt. „Die Durchführung in Eigenregie unter Einbindung des Bauhofs hat die Kosten gering gehalten, nicht zuletzt deswegen, weil hohe Planungskosten durch Architekten oder Planungsbüros entfallen, sind“, machte der Rathauschef deutlich. Auch Ursula Hollweck von der Kita-Aufsicht am Landratsamt lobte die Sanierung als zukunftsweisend.

Arbeiten sind abgeschlossen

Somit sind die Arbeiten am Zwergennest jetzt abgeschlossen und das 20-köpfige Team (acht Erzieherinnen, acht Kinderpflegerinnen, zwei Azubis, zwei Reinigungskräfte und eine Hauswirtschafterin) um die Leiterin Astrid Kirschner kann nach den neusten Grundsätzen der Kindererziehung arbeiten.

Wie Kirschner hierzu erläuterte, werden die Kinder seit 2011 nach dem seitdem gültigen offenen Konzept betreut: „Grundsatz ist hier, dass sich die Kinder in den vorhandenen Funktionsräumen ihre Beschäftigung im hohen Maße selbst wählen. Hier sind vor allem der Kreativbereich, Musikzimmer, Turnhalle, Lernwerkstatt sowie der ganztägig nutzbare Garten gern genommene Räume, in denen die Kinder ihre eigenen Stärken und Interessen nach Herzenslust ausleben können“, so Kirschner.

Insgesamt stehen dem Nachwuchs im Zwergennest zehn solcher Räume zur Verfügung. Dass nach diesen modernen Grundsätzen geschult werden kann, ist auch dem Weitblick von Bürgermeister Verwaltung und Gemeinderat zu verdanken.

2015 wurde ein umfassender Umbau auf den Weg gebracht, der den Weg für eine zukunftsfähige Einrichtung geebnet hat. Die gesamten Baukosten für den am 8. Oktober wieder eröffneten Kindergarten betrugen 1,7 Millionen Euro. Die Kapazität wurde durch den Umbau auf 130 Kinder gesteigert, wovon 24 in der Krippe betreut werden.

Astrid Kirschner leitet den Kindergarten in Mühlhausen:

Frau Kirschner, wo liegen die Unterschiede zu den Anfängen im Zwergennest 1996 und heute?

Es sind hier vor allem die Betreuungszeiten zu nennen. War früher um 13 Uhr Schluss, sind wir heute bis 16.30 da. Und hier ist vor allem auch die Flexibilität dieser Zeiten von Belang um den Wünschen der Eltern gerecht zu werden.

Was hat sich noch verändert?

Die Zusammenarbeit mit den Familien ist intensiver, weil sich das offene Konzept schon die eine oder andere Nachfrage erfordert. Bei uns schlafen und essen die Kinder jetzt natürlich auch, was eine noch engere Nachfrage zu den Gewohnheiten der Kinder erfordert.

Gibt es weitere neue Anforderungen im Kindergartenbetrieb?

Natürlich sind wir mit Inklusion und Kinder mit Migrationshintergrund besonders gefordert. Doch sind die Gegebenheiten bei uns im ländlichen Bereich schon leichter zu handhaben als in der Großstadt. Wir sind bestrebt, ein pflegliches Miteinander zu erreichen.

Wie wird das neue, offene Konzept akzeptiert.

Sehr gut, die Kinder nutzen ihren Freiraum, doch achten wir schon darauf, dass die Interessen des einzelnen gefördert werden.

Wie fit sehen Sie nun Ihr Haus?

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit in allen gemeindlichen Gremien können die Kinder sich nun nach den aktuellen Vorgaben der Erziehungspolitik entwickeln und auch im sozialen Bereich wie Essen, Trinken, Schlafen ist alles im Lot. Besonders ist aber die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Grundschule und den weiteren Kindergärten in der Großgemeinde hervorzuheben. Hier wird Hand in Hand zum Wohle der Kinder gearbeitet und wie die letzten Jahre gezeigt haben, wurden auch die konfessionellen Kindergärten mit großer finanzieller Unterstützung der Gemeinde generalsaniert und so für die Zukunft fit gemacht.

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