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Auftritt

Klassik im Kloster

Viel Applaus gab es für Sopranistin Flore Van Meerssche und Pianistin Hiroko Utsumi. Ihre lyrischen Lieder überzeugten.
Von Johann Grad

Einen wunderbaren Liederabend gestalteten die Sopranistin Flore Van Meersche und Pianistin Hiroko Utsuma im Kloster Plankstetten. Foto: Johann Grad
Einen wunderbaren Liederabend gestalteten die Sopranistin Flore Van Meersche und Pianistin Hiroko Utsuma im Kloster Plankstetten. Foto: Johann Grad

Berching.„Lyrik ist momentan nicht so in Mode und es ist schwierig, einen Sänger oder eine Sängerin zu finden“, bedauerte Dr. Manuela Jahrmärker bei der Begrüßung zum Konzertabend. Doch zum Liederabend bei „Klassik im Kloster“ waren dennoch viele Zuhörende gekommen. Sie erlebten ein wunderschönes Konzert mit Sopranistin Flore Van Meerssche und Pianistin Hiroko Utsumi.

Mit anspruchsvollen Liedern Beethovens waren Sopranistin und Pianistin gefordert. Mit zurückhaltender, fast leiser Stimme weckte Van Meersschen traurige, wehmütige Stimmung, flott und zupackend die beschwingte Sehnsucht und ausdrucksvoll beglückende Liebesgefühle.

Souverän unterstützte Utsume auf dem Flügel mit sicherem Gespür für diese Emotionen und mit perfekter Technik.

Bei Schubert tritt die Musik in den Vordergrund, ist eigenständig und interpretiert den Text. Sehnsucht wird mit voller Stimme erzeugt, dazu kommen heftige Töne und Akkorde aus dem Flügel. Stimmungen in der Natur, Kontraste und Echos finden sich bei Brahms. Ruhig und getragen erklingt anfangs „Unbewegte laue Luft“, aber „Im Gemüte schwillt heiße Begierde mir“ erklingt kräftig, klar und ausdruckstark mit hohen Tönen.

In der Arie „Ich beweine mein Schicksal“ aus Händels Oper „Giulio Cesar“ klagt Cleopatra über den angeblichen Tod Cäsars. Zunächst klagend bei ruhiger Begleitung, dann aber steigert sich die Sopranstimme heftig in Wut und Zorn, Mimik und Gestik unterstreichen die Gefühlsausbrüche.

Der Komponist Reynaldo Hahn, verstorben 1947, greift in seinen Liedern auf die klassische Schönheit, die seelischen Stimmungen und Landschaft und Natur zurück. Die beiden Künstlerinnen bringen das wunderbar zum Ausdruck wie beim „Lied vom Herbst“ oder „Die triste Landschaft“. Stark, auch auf dem Flügel bis zum Schluss, zieht „La bonne chanson“ die Zuhörerschaft mit.

Antonin Dvoáks Arie der Rusalka, ein Wassergeist an den Mond, hat die Sehnsucht nach Liebe zum Inhalt. Voller Inbrunst, gefühlvoll, stark und leidenschaftlich ganz am Schluss gestaltet die Sopranistin das Lied, die Pianistin glänzt mit flotten Läufen, zeigt auch feines Spiel und drängt nicht vor. Am Schluss gibt es kräftigen Beifall und die Sopranistin bedankt sich für den zahlreichen Besuch.

Die Virtuosinnen bringen aus Lehars Operette „Die lustige Witwe“ die bekannte Arie der „Vilja“ und die Sopranistin schafft glanzvoll den hohen Schluss. Mit starken Beifall und Bravo-Rufen danken die Zuhörenden den beiden Künstlerinnen für den Konzertabend.

Die Künstler

  • Gesang:

    Sopranistin Flore Van Meerssche

  • Flügel:

    Pianistin Hiroko Utsumi

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